Wie hoch ist der aktuelle Marktpreis für Strom in Österreich – was ist der aktuelle Einspeisetarif bei der OeMAG
Marktpreis & Einspeisetarif · Aktualisiert: 8. April 2026
E-Control hat den Marktpreis für das 2. Quartal 2026 veröffentlicht: 119,67 €/MWh – ein Sprung von fast 30 % gegenüber Q1. Haupttreiber ist die Iran-Krise und die Blockade der Straße von Hormus. Was das für Ihren Einspeisetarif bedeutet.
Quelle: E-Control Austria, §41 Abs.1 Ökostromgesetz 2012 · OeMAG · Aktualisiert: 8. April 2026
Q2 2026 (aktuell)
Q1 2026
Q1 → Q2 2026
März 2026
April/Mai 2026
Das 2. Quartal 2026: Der größte Quartalssprung seit der Energiekrise 2022
Die E-Control Austria hat den Marktpreis gemäß §41 Abs.1 Ökostromgesetz 2012 für das 2. Quartal 2026 veröffentlicht. Er beträgt 119,67 €/MWh (11,967 ct/kWh) – nach 92,50 €/MWh im 1. Quartal 2026. Das entspricht einem Anstieg von rund 29 Prozent innerhalb eines Quartals und ist der stärkste Quartalszuwachs seit dem Krisenjahr 2022.
Wie immer gilt: Dieser Wert ist kein Endkundenpreis, sondern der Großhandelsindikator für elektrische Grundlastenergie gemäß Gesetz. Er bildet jedoch die Basis für die OeMAG-Einspeisevergütung – und die wird in den kommenden Monaten deutlich steigen.
Warum der Marktpreis so stark gestiegen ist
Der Marktpreis für Q2 2026 basiert auf den Settlement-Preisen der letzten fünf Handelstage des 1. Quartals 2026 (Ende März). Genau in dieser Periode eskalierte der Iran-Krieg massiv: Die Straße von Hormus wurde faktisch gesperrt, iranische Raketenangriffe beschädigten katarische LNG-Anlagen, und der europäische Gaspreis schoss auf über 74 €/MWh – mehr als eine Verdoppelung gegenüber Januar/Februar 2026.
Über das Merit-Order-Prinzip – Gaskraftwerke setzen als teuerstes eingesetztes Kraftwerk den Strompreis für alle – übertrug sich dieser Gaspreisschock direkt auf die Strombörse. Das Ergebnis: Die Futures-Preise für Q2 2026 schossen in der letzten März-Woche nach oben und zementierten damit den neuen Marktpreis von 119,67 €/MWh.
Marktpreisübersicht: Entwicklung seit 2024
| Quartal | €/MWh | ct/kWh | Tendenz |
|---|---|---|---|
| Q2 2026 ← aktuell | 119,67 | 11,967 | ▲ +29 % |
| Q1 2026 | 92,50 | 9,250 | ▲ +0,9 % |
| Q4 2025 | 91,67 | 9,167 | ▲ stabil |
| Q3 2025 | ~85,00 | ~8,500 | ▼ Entspannung |
| Q2 2025 | ~78,00 | ~7,800 | ▼ Tief |
| Q1 2025 | ~104,00 | ~10,400 | ▼ Winterhoch |
| Krisenjahr 2022 (Peak) | ~488,00 | ~48,80 | ▲ Extremwert |
Was bedeutet das für den OeMAG-Einspeisetarif?
Der OeMAG-Einspeisetarif wird seit 2024 monatlich und rückwirkend auf Basis des Day-Ahead-Marktpreises ermittelt. Der Quartalsmarktpreis der E-Control setzt dabei die Ober- und Untergrenze: Der tatsächliche Tarif liegt zwischen 60 % und 100 % des §41-Marktpreises, abzüglich der Ausgleichsenergie-Aufwendungen von 0,408 ct/kWh für Photovoltaik.
Konkret: Der März-2026-Tarif lag noch bei 5,720 ct/kWh, da er auf dem Vorquartal basierte. Mit dem neuen Q2-Marktpreis von 11,967 ct/kWh als Bezugsgröße werden die Tarife für April, Mai und Juni 2026 deutlich höher ausfallen – voraussichtlich im Bereich von 8 bis 11 ct/kWh, je nach tatsächlichem Day-Ahead-Preis des jeweiligen Monats.
Wie wird der OeMAG-Einspeisetarif berechnet?
Basis: Quartalsmarktpreis der E-Control gemäß §41 Abs.1 ÖSG 2012 → Q2 2026: 119,67 €/MWh (11,967 ct/kWh)
Obergrenze: 100 % des Marktpreises (Day-Ahead-Monatsmittel darf nicht überschritten werden)
Untergrenze: 60 % des §41-Marktpreises = mind. 7,180 ct/kWh für Q2 2026
Abzug Ausgleichsenergie PV: 0,408 ct/kWh (festgelegt für 2026 laut E-Control-Gutachten)
Eigenverbrauch schlägt Einspeisung – auch bei steigendem Tarif
Auch wenn steigende Einspeisetarife erfreulich für bestehende PV-Anlagenbetreiber sind: Der Eigenverbrauch bleibt wirtschaftlich deutlich attraktiver. Wer eine Kilowattstunde selbst verbraucht, spart den aktuellen Bezugspreis von 25–35 ct/kWh. Wer einspeist, erhält voraussichtlich 8–11 ct/kWh. Der Eigenverbrauchs-Vorteil beträgt damit das 3- bis 4-fache.
Ein Batteriespeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote von typisch 30 % (ohne Speicher) auf 70–80 % – und macht damit steigende Marktpreise zur Nebensache.
Bedeutung des §41-Marktpreises: Erklärung
Gemäß §41 Abs.1 Ökostromgesetz 2012 ist die E-Control Austria verpflichtet, quartalsweise den durchschnittlichen Marktpreis für elektrische Grundlastenergie festzustellen und zu veröffentlichen. Grundlastenergie bedeutet: Strom, der kontinuierlich über alle Stunden eines Quartals geliefert wird.
Berechnungsgrundlage: Die Abrechnungspreise der letzten fünf Handelstage des jeweiligen Quartals, an denen alle vier relevanten Grundlast-Quartalsfutures an der European Energy Exchange (EEX) gehandelt wurden. Seit Q2 2019 ausschließlich auf Basis der österreichischen Phelix-AT-Futures.
Dieser Wert dient als zentrale Bezugsgröße für:
- OeMAG-Einspeisetarif: Ober- und Untergrenze der monatlichen Vergütung für PV-Anlagen
- EAG-Marktprämie: Differenz zwischen Referenzmarktwert und tatsächlichem Marktpreis
- Planungssicherheit: Basis für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Investitionsentscheidungen
Ausblick: Wie entwickelt sich der Marktpreis Q3 2026?
Der Marktpreis für Q3 2026 wird auf Basis der EEX-Futures-Preise der letzten fünf Handelstage des 2. Quartals (Ende Juni 2026) festgelegt. Entscheidend ist, wie sich die geopolitische Lage bis dahin entwickelt:
Normalisierung auf erhöhtem Niveau. OeMAG-Tarif würde leicht sinken.
Weiterer Anstieg. Einspeisetarife könnten 12–15 ct/kWh erreichen.
Niveau 2022. OeMAG-Tarif nahe dem Marktpreis. EU-Notmaßnahmen wahrscheinlich.
Häufige Fragen zum OeMAG-Marktpreis
Wann wird der OeMAG-Einspeisetarif für April 2026 veröffentlicht?
Die OeMAG veröffentlicht den Monatstarif in der Regel zu Beginn des Folgemonats. Der April-2026-Tarif ist daher Anfang Mai 2026 zu erwarten. Aktuelle Werte immer direkt auf oem-ag.at/marktpreis.
Ist der OeMAG-Tarif gleich dem §41-Marktpreis?
Nein. Der §41-Marktpreis (119,67 €/MWh für Q2) setzt den Rahmen. Der tatsächliche OeMAG-Tarif basiert auf dem Day-Ahead-Monatsmittel (§41 Abs.2a ÖSG), abzüglich 0,408 ct/kWh Ausgleichsenergie. Er kann zwischen 60 % und 100 % des Quartalsmarktpreises liegen.
Lohnt sich die Einspeisung bei steigenden Tarifen mehr als der Eigenverbrauch?
Nein. Selbst bei 11 ct/kWh Einspeisetarif ist jede selbst verbrauchte kWh 2–3x wertvoller, weil sie den Strombezug (25–35 ct/kWh) ersetzt. Eigenverbrauch-Optimierung durch Speicher bleibt die wirtschaftlich überlegene Strategie.
Kann ich von der OeMAG zu einem Energieversorger mit höherem Tarif wechseln?
Ja. Viele Energieversorger bieten eigene Einspeisetarife an – oft höher als die OeMAG, aber an Bedingungen (z.B. Strombezugsvertrag) geknüpft. Ein Wechsel zurück zur OeMAG ist nach frühestens 12 Monaten möglich, mit 4 Wochen Vorlaufzeit.
Gilt der neue Marktpreis auch für geförderte Altanlagen?
Nein. Anlagen mit einem aufrechten Fördertarif (§12 ÖSG) erhalten weiterhin ihren vertraglich festgelegten Fördertarif. Der §41-Marktpreis betrifft ausschließlich Anlagen im Marktpreismodell der OeMAG.
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Quellen
E-Control Austria: Marktpreis gemäß §41 Abs.1 Ökostromgesetz 2012, Q2 2026: 119,67 €/MWh – e-control.at
OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG: Marktpreis-Bilanzgruppe, Ausgleichsenergie-Aufwendungen PV 2026: 0,408 ct/kWh – oem-ag.at
Smart Meter Portal: OeMAG-Einspeisetarif März 2026: 5,720 ct/kWh
photovoltaik-service.at: Eigene Berechnungen auf Basis E-Control und OeMAG-Daten, April 2026