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Photovoltaik Angebote vergleichen

Photovoltaik Angebote vergleichen

Drei Angebote, drei Preise, kein Vergleich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Unterschied lesen.

Drei Angebote für dieselbe Dachfläche, drei völlig verschiedene Preise – und keines davon ist mit dem anderen direkt vergleichbar. Das liegt selten am Betrug und fast immer am unterschiedlichen Leistungsumfang.

Stand: August 2026

Warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist

Seit die Energiekrise 2022 ihren Anfang nahm, hat der Photovoltaikmarkt eine ausgesprochen dynamische Entwicklung durchlaufen – erst Lieferengpässe und Preissprünge, dann eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten und ein deutlicher Preisverfall bei Modulen, Wechselrichtern und vor allem bei Speichern. Von dieser Entwicklung profitieren Sie heute.

Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlicher geworden. Neben klassischen Elektro- und PV-Fachbetrieben werben inzwischen Handelsketten, Medienhäuser und Online-Anbieter mit Komplettpaketen und Monatsraten. Die Preisspanne für dieselbe Anlagengröße ist so groß wie nie – und die Angebote sind so unterschiedlich aufgebaut, dass ein direkter Vergleich ohne Systematik nicht funktioniert.

Wer nichts mit Photovoltaik zu tun hat, sieht drei Zahlen. Wer weiß, worauf zu achten ist, sieht drei völlig verschiedene Produkte. Genau darum geht es auf dieser Seite.

Preisorientierung 2026

Schlüsselfertige Aufdachanlagen ohne Speicher bewegen sich in Österreich derzeit in einer Bandbreite von rund 1.000 bis 1.800 € brutto pro kWp, inklusive Montage, Wechselrichter und elektrischer Installation. Je größer die Anlage, desto günstiger wird in der Regel der kWp-Preis, weil sich die Fixkosten – Anfahrt, Gerüst, Planung, Anmeldung, Zählerkasten – auf mehr Leistung verteilen.

AnlagengrößeBandbreite brutto, ohne SpeicherAnmerkung
5 kWpca. 7.000 – 9.500 €Fixkostenanteil hoch, kWp-Preis am schlechtesten
10 kWpca. 11.000 – 18.000 €Häufigste Größe im Einfamilienhaus
20 kWpca. 22.000 – 30.000 €Preis stark von der Dacheindeckung abhängig
Speicher 10 kWhzusätzlich ca. 5.000 – 9.000 €Speicherpreise 2026 deutlich gefallen
Richtwerte für die Ersteinschätzung, keine Angebotspreise. Nicht enthalten: Netzbetreiberkosten, Gerüst bei schwierigen Dächern, Zählerkasten-Sanierung, Sonderkonstruktionen. Alle Preise inkl. 20 % USt.

Die eigentliche Kennzahl ist nicht €/kWp. Sie ist nur dann aussagekräftig, wenn beide Angebote exakt denselben Leistungsumfang abbilden. Genau das tun sie fast nie. Achten Sie außerdem darauf, ob ein Preis brutto oder netto genannt wird und ob eine Förderung bereits abgezogen wurde – beide Unklarheiten zusammen ergeben schnell eine scheinbare Preisdifferenz von 30 %, die es real gar nicht gibt.

Wenn Sie noch am Anfang stehen und zuerst die Grundlagen brauchen: Auf unserer Seite zu Photovoltaik finden Sie Technik, Auslegung und Wirtschaftlichkeit im Überblick.

Sie haben schon Angebote am Tisch?

Schicken Sie sie uns. Sie bekommen eine strukturierte Gegenüberstellung zurück: was in welchem Angebot fehlt, wo die Nachträge lauern, welche Komponenten förderfähig sind – und welches Angebot nach Förderung tatsächlich das günstigste ist.

Die 12-Punkte-Prüfliste

Arbeiten Sie jedes Angebot mit dieser Liste durch. Punkte, die im Angebot nicht auftauchen, sind erfahrungsgemäß genau die, die später als Nachtrag kommen.

  1. Leistung nachrechnen. Modulanzahl × Modulleistung muss die angegebene kWp-Zahl ergeben. Klingt banal, weicht in der Praxis erstaunlich oft ab – meist weil das Angebot ein Standardpaket beschreibt, die tatsächliche Dachbelegung aber eine andere ist.
  2. Wechselrichter im Detail. Hersteller, Typenbezeichnung, AC-Nennleistung, Anzahl der MPP-Tracker. Wichtig ist das Verhältnis DC zu AC: Eine Überbelegung ist legitim und oft sinnvoll, muss aber zur Verschattung und Ausrichtung passen. Ein zu klein dimensionierter Wechselrichter kappt Ihnen jahrzehntelang die Mittagsspitzen.
  3. Speicher: nutzbar statt nominal. Angebote nennen gern die Nennkapazität, Ihr Nutzen entsteht aber aus der nutzbaren Kapazität. Fragen Sie zusätzlich nach garantierter Restkapazität nach 10 Jahren, Zyklenzahl und Entladeleistung in kW. Ein 10-kWh-Speicher mit 3 kW Entladeleistung deckt keine Wärmepumpe ab. Details dazu auf unserer Seite Batteriespeicher für Photovoltaik.
  4. Montagesystem und Statik. Welcher Hersteller, welches Befestigungsprinzip, und liegt ein Nachweis für Schnee- und Windlast nach ÖNORM vor? Bei Blechfalz-, Kies- und Ziegeldächern unterscheiden sich Aufwand und Preis erheblich.
  5. Elektrische Nebenarbeiten. Der Klassiker unter den Nachträgen. Explizit abfragen: Umbau oder Tausch des Zählerkastens, Überspannungsschutz Typ 1 und 2, FI-Schalter, Potentialausgleich, Leitungswege. Steht dazu nichts im Angebot, ist es fast nie inkludiert.
  6. Gerüst, Kran, Kabelwege. Ebenfalls häufig ausgenommen. Lassen Sie sich schriftlich zusagen, ob ein Gerüst nötig ist und wer es zahlt – das sind schnell vierstellige Beträge.
  7. Netzanschluss. Wer stellt den Netzzugangsantrag, wer holt die Netzzusage ein, wer trägt allfällige Kosten des Netzbetreibers? Die Netzzusage bzw. das Bekanntgabeschreiben des Zählpunktes ist außerdem Voraussetzung für die Bundesförderung.
  8. Dokumentation und Abnahme. Inbetriebnahmeprotokoll, Anlagendokumentation, Prüfbefund der Elektroinstallation (ÖVE/ÖNORM E 8001), Fertigstellungsmeldung. Ohne diese Unterlagen haben Sie im Garantiefall und bei der Versicherung ein Problem.
  9. Garantien auseinanderhalten. Produktgarantie, Leistungsgarantie und gesetzliche Gewährleistung sind drei verschiedene Dinge. Entscheidend ist außerdem, wer Garantiegeber ist – Hersteller oder Händler. Bei einer Händlergarantie hängt Ihre 25-Jahres-Zusage an der Bonität eines Vertriebsunternehmens.
  10. Ertragsprognose hinterfragen. Mit welchem Simulationswerkzeug wurde gerechnet, welche Verschattung wurde angesetzt, welche jährliche Degradation? Und: Ist die Prognose verbindlich oder unverbindlich? In seriösen Angeboten steht das dabei.
  11. Zahlungsplan und Sicherheiten. Höhe der Anzahlung, Zahlungszeitpunkte, verbindlicher Fertigstellungstermin, Pönale bei Verzug. Eine Anzahlung über 30 % ohne Sicherstellung ist kein marktüblicher Standard.
  12. Wer montiert tatsächlich? Der Vertragspartner ist nicht immer der ausführende Betrieb. Fragen Sie nach dem konzessionierten Elektrotechniker, der die Anlage anmeldet und dafür haftet, und nach eingesetzten Subunternehmern.

Zwei Punkte, die in Standardangeboten meist gar nicht vorkommen, für die Wirtschaftlichkeit aber entscheidend sind: die Kombination mit einer Klimaanlage als sommerlicher Eigenverbraucher – und, wenn ein E-Auto im Haushalt steht, die Frage nach bidirektionalem Laden. Beides verschiebt den sinnvollen Speicherausbau erheblich und damit auch den Preis, den Sie überhaupt vergleichen sollten.

Die Monatsraten-Falle

Mehrere Anbieter bewerben Photovoltaik inzwischen mit einer Monatsrate statt mit einem Kaufpreis – etwa „Komplettpaket ab rund 50 € im Monat“. Das ist ein legitimes Finanzierungsmodell, aber es ist kein Preis und lässt sich mit einem Kaufangebot nicht direkt vergleichen.

Fünf Fragen machen die Rate vergleichbar:

  • Rate × Laufzeit – wie hoch sind die Gesamtkosten über die volle Laufzeit?
  • Wie hoch ist der effektive Jahreszinssatz, und wie hoch die Schlussrate?
  • Gehört die Anlage am Ende Ihnen, oder handelt es sich um Miete bzw. Pacht?
  • Sind Wartung, Versicherung und Monitoring inkludiert – und wenn ja, wie lange?
  • Was passiert bei Hausverkauf oder vorzeitigem Ausstieg, und wem steht der Investitionszuschuss zu?

Rechnen Sie die Rate immer auf einen Barwert um und stellen Sie diesen dem Kaufangebot gegenüber. Erst dann sehen Sie, was die Finanzierung tatsächlich kostet.

Förderung ist ein Vergleichskriterium, keine Fußnote

Der EAG-Investitionszuschuss wird nicht laufend, sondern in Fördercalls vergeben. Für 2026 sind drei Termine festgelegt:

Fördercall 2026Zeitraum
1. Call23. April (ab 17:00) – 11. Mai 2026 (abgeschlossen)
2. Call16. Juni (ab 17:00) – 30. Juni 2026 (abgeschlossen)
3. Call8. Oktober (ab 17:00) – 22. Oktober 2026

In den Kategorien A (bis 10 kWp) und B (über 10 bis 20 kWp) gilt First-come-first-served – wer zuerst einreicht, bekommt zuerst Mittel. Der Antrag muss vor Inbetriebnahme gestellt werden, eine gültige Netzzusage bzw. das Bekanntgabeschreiben des Zählpunktes ist Voraussetzung. Stromspeicher werden ausschließlich in Kombination mit einer neu errichteten oder erweiterten PV-Anlage gefördert; eine reine Speicherförderung oder eine Speichererweiterung ist nicht möglich.

Der Made-in-Europe-Bonus kann die Rangfolge Ihrer Angebote drehen. Für Module, Wechselrichter und Speicher aus europäischer Wertschöpfung gibt es jeweils 10 % Aufschlag auf den Fördersatz, in Summe bis zu 30 %. Ein nominell teureres Angebot mit europäischen Komponenten kann nach Förderung günstiger sein als das billigere Angebot mit Komponenten außerhalb der Bonusliste. Verlangen Sie deshalb bei jedem Angebot die konkreten Typenbezeichnungen und prüfen Sie sie gegen die Komponentenlisten der EAG-Abwicklungsstelle.

Dazu kommen Landes- und teilweise Gemeindeförderungen, die eigenen Regeln folgen und mit der Bundesförderung nicht immer kombinierbar sind. Auch das gehört in den Vergleich – nicht in die Fußnote.

Anbieter mit standardisierten Komplettpaketen

Neben regionalen Elektro- und PV-Fachbetrieben treten in Österreich medienbasierte Anbieter mit stark standardisierten Paketen auf. Deren Stärke ist die Abwicklung, deren Grenze ist die Standardisierung: Ein Paket passt zum durchschnittlichen Dach, nicht zu jedem.

AnbieterModellWorauf zu achten ist
Krone SonneKomplettpakete, auch als Monatsrate beworben; Produktlinien u. a. mit Fronius- und Fox-ESS-KomponentenPreise inkl. 20 % USt, Förderung noch nicht abgezogen. Bei der Monatsrate die Gesamtkosten über die Laufzeit ermitteln.
oe24solarKomplettanlagen inklusive Komponenten und InstallationLeistungsumfang der elektrischen Nebenarbeiten und Zuständigkeit für den Netzzugangsantrag klären.
Nennung zur Orientierung, ohne Wertung und ohne geschäftliche Verbindung. Stand August 2026 – Preise und Paketinhalte ändern sich laufend, bitte direkt beim Anbieter verifizieren.

In Kürze

  • Mindestens drei Angebote einholen – aber erst nach einer schriftlich fixierten Leistungsbeschreibung, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
  • €/kWp ist nur bei identischem Leistungsumfang aussagekräftig.
  • Monatsraten immer auf Gesamtkosten hochrechnen.
  • Förderung inklusive Made-in-Europe-Bonus in den Vergleich einrechnen, nicht danach.
  • Fördercall-Termin einplanen: Der Antrag muss vor Inbetriebnahme gestellt werden.

Wir legen Ihre Angebote nebeneinander

Die Prüfliste oben können Sie selbst durchgehen. Schneller und sicherer geht es, wenn jemand draufschaut, der jeden Monat Angebote dieser Art sieht.

Das bekommen Sie:

  • Gegenüberstellung Ihrer Angebote nach identischen Kriterien – auf einer Seite
  • Liste der Positionen, die in einem Angebot fehlen und später als Nachtrag kommen
  • Technische Plausibilitätsprüfung von Modulen, Wechselrichter und Speicher
  • Prüfung der Komponenten gegen die Made-in-Europe-Liste – inklusive Antwort darauf, welches Angebot nach Förderung wirklich das günstigste ist
  • Konkrete Rückfragen, die Sie Ihrem Anbieter schriftlich stellen sollten

So läuft es ab: Angebote per Mail schicken → Rückmeldung innerhalb von zwei Werktagen, ob und in welchem Umfang eine Prüfung sinnvoll ist → Auswertung nach Fixpreis, den Sie vorher kennen.

Wer bis zum 3. Fördercall im Oktober einreichen möchte, sollte die Anbieterentscheidung idealerweise im September getroffen haben – Netzzusage und Zählpunkt brauchen Vorlauf.

Transparenzhinweis: Wir planen und errichten selbst Photovoltaikanlagen. Wenn Sie eine Bewertung ausdrücklich ohne eigenes Errichterinteresse wünschen, führen wir diese als getrennte Leistung über die Mössenlechner Consulting KG durch – TÜV-zertifizierter Sachverständiger, keine Provisionen von Herstellern oder Installateuren.

Häufige Fragen

Wie viele Angebote soll ich einholen?

Drei sind ein guter Richtwert. Entscheidend ist weniger die Anzahl als die Vorarbeit: Wer allen Anbietern dieselbe schriftliche Leistungsbeschreibung vorlegt, bekommt vergleichbare Angebote. Wer nur „eine PV-Anlage“ anfragt, bekommt drei unterschiedliche Produkte.

Warum unterscheiden sich Angebote bei gleicher kWp-Zahl so stark?

Meist wegen des Leistungsumfangs, nicht wegen der Module. Zählerkasten, Überspannungsschutz, Gerüst, Kabelwege und Netzanschluss machen bei einem Einfamilienhaus schnell mehrere tausend Euro Unterschied aus – je nachdem, ob sie eingerechnet sind oder später als Nachtrag kommen.

Lohnt sich ein Speicher, oder soll ich ohne starten?

Das hängt vom Lastprofil ab, nicht vom Bauchgefühl. Wer abends und nachts viel verbraucht – Wärmepumpe, E-Auto, Klimaanlage –, holt aus dem Speicher deutlich mehr heraus. Wichtig ist, dass der Wechselrichter speicherfähig ist, dann bleibt die Nachrüstung offen. Mehr dazu unter Batteriespeicher.

Was ist der Made-in-Europe-Bonus?

Ein Zuschlag auf den EAG-Fördersatz für Komponenten aus europäischer Wertschöpfung: jeweils 10 % für PV-Module, Wechselrichter und Stromspeicher, in Summe bis zu 30 %. Maßgeblich sind die Komponentenlisten der EAG-Abwicklungsstelle.

Was kostet eine Angebotsprüfung?

Das hängt von Anlagengröße und Anzahl der Angebote ab. Sie erhalten vorab einen Fixpreis, es entstehen keine laufenden Kosten. Für private Anlagen im Einfamilienhaus rechnet sich die Prüfung meist schon über einen einzigen aufgedeckten Angebotsposten.

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