Agri Photovoltaik in Österreich: Nachhaltige Landwirtschaft und Energieerzeugung
Agri Photovoltaik (Agri-PV) erzeugt Strom dort, wo er gebraucht wird – direkt am Hof, am Acker oder über der Obstplantage. Rinder weiden weiterhin auf der Wiese, Wein und Äpfel gedeihen zwischen den Modulen. Wir planen und errichten Ihre Agri-PV-Anlage in ganz Österreich.
Was ist Agri-Photovoltaik?
Agri-Photovoltaik (auch Agri-PV oder Agrophotovoltaik genannt) verbindet die Stromerzeugung aus Solarenergie mit der landwirtschaftlichen Nutzung derselben Fläche. Statt Acker- oder Weideland für eine reine Freiflächenanlage zu opfern, werden die Photovoltaik-Module so installiert, dass darunter oder dazwischen weiter Landwirtschaft betrieben werden kann. In Österreich gewinnt diese Doppelnutzung rasant an Bedeutung – sie ist eine der wenigen Lösungen, mit denen sich die Klimaziele 2030 und 2040 erreichen lassen, ohne wertvolle Agrarflächen zu verlieren.
Die Module schützen Pflanzen vor Wetterextremen wie Hagel, Frost oder zu starker Sonneneinstrahlung und reduzieren gleichzeitig die Verdunstung – ein entscheidender Vorteil in den zunehmend trockenen Sommern Ostösterreichs. Anwendungsbereiche sind Ackerbau, Weideflächen, Obstanbau, Beerenkulturen und Weinbau. Unsere Photovoltaik-Experten beraten Sie kostenlos zu den Möglichkeiten auf Ihrer Fläche.

Bauformen: Welche Agri-PV passt zu Ihrer Fläche?
Nicht jede Agri-PV-Anlage sieht gleich aus. Welche Variante für Ihren Betrieb sinnvoll ist, hängt von der Kultur, der Bewirtschaftungsweise und der Maschinengröße ab. Wir unterscheiden in der Praxis drei Hauptbauformen:
Hoch aufgeständerte Anlagen
Die Module werden auf Stützen in einer Höhe von vier bis sechs Metern montiert. Darunter bleibt der volle landwirtschaftliche Betrieb möglich – inklusive Traktoren, Vollerntern und Bewässerung. Diese Bauform eignet sich besonders für Obst- und Beerenkulturen (Äpfel, Birnen, Heidelbeeren), wo das Modul gleichzeitig als Hagelschutz dient und teure Hagelschutznetze ersetzt.
Vertikale (bifaziale) Anlagen
Hier stehen die Module senkrecht in Ost-West-Ausrichtung. Sie produzieren morgens und abends am meisten Strom – also dann, wenn klassische Süd-Anlagen Schwachpunkte haben. Zwischen den Modulreihen bleiben breite Streifen für Ackerbau, Grünland oder Schafzucht. Diese Bauform ist die wirtschaftlichste Option für Getreide-, Mais- und Sojaflächen.
Nachgeführte Systeme (Tracker)
Drehbare Modultische folgen dem Sonnenstand und steigern den Ertrag um bis zu 25 % gegenüber fest installierten Anlagen. Gleichzeitig können sie bei Bedarf in eine Schutzstellung gefahren werden – etwa bei Sturm oder zum Schutz frostempfindlicher Kulturen. Höhere Investition, dafür höhere Erträge: ideal für größere Betriebe mit Fokus auf Stromvermarktung.
Die Hauptvorteile von Agri-Photovoltaik
- Doppelte Flächennutzung: Eine Fläche, zwei Einkommen – Landwirtschaft und Stromproduktion auf derselben Hektare. Studien des Fraunhofer-Instituts zeigen, dass die Gesamtflächeneffizienz bis zu 186 % erreichen kann.
- Schutz vor Wetterextremen: Die Module wirken als Hagelschutz, reduzieren Wasserverdunstung um bis zu 20 % und mildern Temperaturspitzen bei Hitzewellen.
- Zusätzliche Einnahmen: Verkauf von Überschussstrom, Eigenverbrauch für Hofstrom, Wärmepumpe oder E-Mobilität sowie Direktvermarktung über Energiegemeinschaften.
- Förderfähig: Agri-PV-Anlagen sind nach dem EAG förderbar – mit Investitionszuschüssen und/oder Marktprämien.
- Klimaschutz und Imagegewinn: Reduktion des CO₂-Ausstoßes und ein konkreter Beitrag zur österreichischen Klimaneutralität bis 2040.
- Flexibilität: Einsetzbar im Ackerbau, in der Viehhaltung, im Obst- und Weinbau sowie auf Sonderkulturen wie Hopfen oder Beeren.
Förderungen für Agri-Photovoltaik in Österreich
Agri-PV genießt in Österreich einen besonderen Status: Da sie landwirtschaftliche Fläche erhält, wird sie politisch und finanziell anders behandelt als reine Freiflächen-PV. Die wichtigsten Förderschienen für landwirtschaftliche Betriebe sind:
EAG-Investitionszuschuss
Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) bietet Investitionszuschüsse über die OeMAG. Agri-PV-Anlagen werden in eigenen Kategorien geführt und erhalten meist höhere Fördersätze als klassische Freiflächenanlagen, weil sie nicht in Flächenkonkurrenz zur Lebensmittelproduktion stehen. Die Antragsstellung erfolgt in mehreren Calls pro Jahr – frühzeitige Planung ist entscheidend, weil die Fördertöpfe oft binnen Minuten ausgeschöpft sind. Mehr zu den aktuellen PV-Förderungen in Österreich.
Marktprämie
Statt eines fixen Einspeisetarifs erhalten größere Agri-PV-Anlagen heute meist eine Marktprämie als Aufschlag auf den Börsenstrompreis. Das macht insbesondere Anlagen ab 100 kWp wirtschaftlich attraktiv. Details zur Marktprämien-Förderung.
ÖPUL und Landesförderungen
Einzelne Bundesländer (insbesondere Niederösterreich, Burgenland und Steiermark) haben zusätzliche Programme für landwirtschaftliche PV-Projekte aufgelegt. Auch das ÖPUL-Programm der EU enthält Bausteine, die in Kombination mit Agri-PV genutzt werden können – zum Beispiel für extensive Grünlandnutzung unter den Modulen.
Anwendungsbeispiele für Agri-Photovoltaik in Österreich
- Kreislaufhof Mürzzuschlag (Steiermark): Eine kombinierte Agri-PV-Anlage mit Marktgärtnerei. Das Projekt zeigt, wie nachhaltige Energiegewinnung und regionale Lebensmittelproduktion Hand in Hand gehen.
- Pilotanlage Guntramsdorf (Niederösterreich): Österreichs erste Agri-PV-Anlage, 2019 von Wien Energie in Betrieb genommen. Vertikal montierte bifaziale Module mit 22,5 kWp und durchgehender landwirtschaftlicher Nutzung dazwischen.
- Obstbau im Burgenland: Mehrere Apfel- und Beerenbetriebe ersetzen mittlerweile Hagelschutznetze durch hoch aufgeständerte Agri-PV – mit doppeltem Nutzen aus Ertrag und Stromverkauf.
Interessenvertretungen und Veranstaltungen
Wichtige Verbände
- Photovoltaic Austria: Bundesverband der österreichischen Photovoltaik-Branche und zentrale Informationsstelle.
- Landwirtschaftskammer Österreich: Unterstützt Landwirte bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von Agri-PV-Projekten – inklusive ÖKL-Exkursionen zu bestehenden Anlagen.
- klimaaktiv: Klimaschutzinitiative des Klimaschutzministeriums mit eigenem Schwerpunkt zu landwirtschaftlicher Solarnutzung.
Veranstaltungen und Messen
- WEBUILD-Energiesparmesse Wels: Österreichs größte Messe für erneuerbare Energien – Agri-PV ist mittlerweile ein eigener Schwerpunkt.
- Wieselburger Messe: Spezifisch landwirtschaftliche Messe mit wachsendem Solar- und Energiebereich.
- Fachvorträge der Landwirtschaftskammern: Regelmäßige Informationsveranstaltungen in allen Bundesländern.
Häufige Fragen zur Agri-Photovoltaik
Wie viel Ertrag bringt eine Agri-PV-Anlage?
Eine gut geplante Agri-PV-Anlage erzeugt in Österreich rund 950 bis 1.150 kWh pro installiertem kWp und Jahr – also vergleichbar mit klassischen Freiflächenanlagen. Bei vertikalen bifazialen Modulen kann der Ertrag durch die beidseitige Lichtaufnahme sogar darüber liegen. Wichtig: Auch der landwirtschaftliche Ertrag unter der Anlage muss in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.
Ab welcher Fläche lohnt sich Agri-Photovoltaik?
Wirtschaftlich tragfähig sind Agri-PV-Anlagen ab etwa 1 Hektar Fläche bzw. 500 kWp installierter Leistung. Kleinere Anlagen (z. B. überdachte Hofflächen) sind technisch möglich, hier überwiegt aber meist der Eigenverbrauch als Nutzen.
Wird die Fläche durch eine Agri-PV-Anlage umgewidmet?
Genau das ist der entscheidende Vorteil: Bei Agri-PV bleibt die Fläche landwirtschaftliches Grünland oder Ackerland. Anders als bei reiner Freiflächen-PV ist in der Regel keine Umwidmung in Bauland nötig – die Genehmigungsverfahren sind dadurch schneller und einfacher.
Welche Kulturen eignen sich am besten?
Besonders gut funktionieren Apfel- und Beerenkulturen unter aufgeständerten Anlagen, Grünland und extensives Weideland (Schafe) unter vertikalen Modulen, sowie Getreide, Soja und Mais zwischen Modulreihen. Empfindliche Sonderkulturen wie Spargel oder Wein gehören in eine individuelle Planung – hier helfen wir gerne weiter.
Wie hoch sind die Kosten?
Die spezifischen Kosten liegen bei Agri-PV typischerweise zwischen 1.100 und 1.600 €/kWp – etwas höher als bei Freiflächenanlagen wegen der Aufständerung. Durch Förderungen und doppelte Flächennutzung amortisieren sich Agri-PV-Anlagen in Österreich meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren.
Ihre Montagefirma für Agri-Photovoltaik in Österreich
Als Photovoltaik Service – Mössenlechner Consulting sind wir Ihr Partner für die Planung und Errichtung von Agri-Photovoltaik-Anlagen in ganz Österreich. Wir begleiten Sie vom ersten Standortgespräch über Genehmigung und Förderantrag bis zur Inbetriebnahme – und betreuen Ihre Anlage anschließend in der Instandhaltung. Unser Ziel ist es, die Wertschöpfung Ihres Betriebs nachhaltig zu steigern, ohne wertvolle Agrarflächen zu verlieren.
Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Erstgespräch – wir prüfen Ihre Fläche, schätzen Erträge und Förderpotenzial ein und zeigen Ihnen konkrete Umsetzungsoptionen für Ihren Hof.