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Bidirektionales Laden in Österreich: Technik, Chancen und Gesetzeslage

Stand 6. September 2026 · Österreich

Bidirektionales Laden: Diese Kombinationen funktionieren heute.

Ihr Elektroauto kann Ihr Haus mit Strom versorgen — wenn Fahrzeug und Wallbox zusammenpassen. Nach unserem aktuellen Informationsstand sind in Österreich zwei Kombinationen lieferbar und bei unseren Kunden im laufenden Betrieb.

Lieferbar
MEB-Fahrzeuge + MOON BiDi Charger DC 11
VW, Škoda, Cupra und Audi ab 77 kWh Batterie. Wallbox lagernd.

Lieferbar
BMW iX3 + BMW Wallbox Professional
Abgestimmtes System aus einer Hand. Wallbox lagernd.

photovoltaik-service.at · TÜV Rheinland zertifizierter PV-Experte, Nr. 3848397 · laufend aktualisiert

Was sich seit unserer letzten Aktualisierung geändert hat
  • Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist in Kraft — es ist kein Entwurf mehr. Für V2G ändert das die Praxis noch nicht.
  • Die V2G Alliance Austria hat ihr erstes Positionspapier vorgelegt und benennt darin, woran es in Österreich konkret hakt.
  • Um die doppelten Netzentgelte für Speicher ist ein offener Streit entstanden. Er entscheidet mit darüber, ob sich V2G je rechnet.
  • Die Bundesförderung für Wallboxen ist ausgeschöpft. Einzelne Bundesländer fördern weiterhin.
  • Mercedes-Benz hat konkrete Modelle und eine eigene Wallbox benannt. Der Marktstart beginnt außerhalb Österreichs.
  • An der Liste der in Österreich lieferbaren Fahrzeuge und Wallboxen ändert sich nichts.
Ist Ihr Fahrzeug freigeschaltet?
Wir sehen anhand der Fahrgestellnummer nach, welche Variante und welcher Softwarestand vorliegt.

Kann Ihr Auto das?

Klicken Sie auf Ihre Marke.

Volkswagen, Škoda, Cupra, Audi
Ja — mit der großen Batterie.

Diese Fahrzeuge stehen auf der MEB-Plattform. Rückspeisung ist ab 77 kWh Batterie und Softwarestand 3.5 möglich, bei Škoda ab 5.4. Volkswagen Österreich nennt zusätzlich Modelljahr 2023 als Untergrenze. Die kleineren Batterievarianten sind dafür nicht ausgerüstet.

Passende Wallbox: MOON BiDi Charger DC 11, lagernd, ab 3.750 € netto.

Zur Wallbox

BMW
Ja — beim iX3 der Neuen Klasse.

Fahrzeug und BMW Wallbox Professional stammen vom selben Hersteller und sind aufeinander abgestimmt. Die Wallbox ist lagernd.

Einbindung in Ihre PV-Anlage, Zählerkonzept und Elektroinstallation übernehmen wir.

Zum BMW-Abschnitt

Hyundai, Kia
In Österreich derzeit noch nicht.

Ioniq 5, Ioniq 6, EV6 und EV9 beherrschen serienmäßig V2L — eine Steckdose im Fahrzeug für externe Geräte. Für die Versorgung des Hauses liegt uns für den österreichischen Markt keine Herstellerfreigabe vor.

In einzelnen anderen Märkten bereiten beide Marken V2H für ausgewählte Modelle vor. Aktueller Stand im Überblick

BYD
Bei den heutigen Modellen noch nicht.

Atto 3, Seal, Dolphin und Sealion beherrschen V2L. Für die Hausversorgung ist die erforderliche Hardware nicht verbaut.

Uns wurde auf der Intersolar 2026 mitgeteilt, dass die ersten bidirektionalen Modelle erst auf den Markt kommen müssen. Mehr dazu

Mercedes-Benz
Angekündigt, Marktstart beginnt außerhalb Österreichs.

Mercedes hat für GLC 400 4MATIC EQ, CLA, GLB und die elektrische C-Klasse bidirektionales Laden angekündigt, die E-Klasse EQ soll 2027 folgen. Dazu kommt eine eigene bidirektionale DC-Wallbox, MB.CHARGE Home.

Die Markteinführung startet in Deutschland, Frankreich und Großbritannien; weitere Länder folgen schrittweise. Für Österreich liegt uns kein Termin vor. Mehr dazu

Renault, Tesla, Volvo, Polestar, andere
Derzeit ist uns keine Lösung für Österreich bekannt.

Nach unserem aktuellen Informationsstand gibt es für diese Fahrzeuge in Österreich keine verfügbare Lösung zur Hausversorgung. Einige Modelle beherrschen V2L für externe Geräte.

Wir halten diese Seite aktuell. Zum Überblick

Fahrzeuge

Welche Autos heute Ihr Haus versorgen können

Entscheidend ist, ob der Fahrzeughersteller die Rückspeisung aus der Batterie freigegeben hat. Nach unserem Informationsstand vom 6. September 2026 sind das in Österreich folgende Modelle:

Fahrzeug Voraussetzung Wallbox Status
VW ID.3 · ID.4 · ID.5 · ID.7 · ID. Buzz
MEB-Plattform
ab 77 kWh · Software 3.5+ · ab Modelljahr 2023 MOON BiDi Charger DC 11 Lieferbar
Škoda Enyaq · Elroq
MEB-Plattform
ab 77 kWh · Software 5.4+ MOON BiDi Charger DC 11 Lieferbar
Cupra Born · Tavascan
MEB-Plattform
ab 77 kWh · Software 3.5+ MOON BiDi Charger DC 11 Lieferbar
Audi Q4 e-tron
MEB · Facelift 2026
ab 77 kWh · Software 3.5+ MOON BiDi Charger DC 11 Lieferbar
BMW iX3
Neue Klasse, ab 2026
keine Zusatzbedingung BMW Wallbox Professional Lieferbar

Steuerung von PV-Erzeugung, Hausverbrauch und Fahrzeugbatterie per App

V2H in der Praxis: PV-Erzeugung, Hausbedarf und Fahrzeugbatterie werden per App koordiniert

Worauf Sie bei MEB-Fahrzeugen achten sollten

Die Batteriegröße entscheidet. Rückspeisung ist an die große Batterie ab 77 kWh gebunden — die kleineren Varianten sind dafür nicht ausgerüstet, und das lässt sich später nicht per Update ergänzen.

Wenn Sie den Kauf noch vor sich haben, ist das der richtige Zeitpunkt für die Prüfung. Wir sehen anhand der Fahrgestellnummer nach, welche Variante und welcher Softwarestand vorliegt — vor Ihrer Bestellung.

Andere Marken bereiten bidirektionales Laden ebenfalls vor. Was dort derzeit möglich ist, haben wir weiter unten zusammengefasst.

Autokauf noch offen?
Die große Batterie lässt sich später nicht nachrüsten. Wir prüfen die Konfiguration vor Ihrer Bestellung.

Wallboxen

Diese zwei Wallboxen können Sie heute bestellen

Beide sind lagernd und laufen im Kundenbetrieb. Welche für Sie infrage kommt, ergibt sich aus dem Fahrzeug.

● Lagernd · bestellbar
MOON BiDi Charger DC 11
MOON Power / ambibox · Porsche Holding Salzburg

TechnologieDC, 11 kW
Preisab 3.750 € netto
FahrzeugeMEB ab 77 kWh
MarkenVW, Škoda, Cupra, Audi

Gefertigt von ambibox, vertrieben über MOON Power. Weil MOON zur Porsche Holding gehört, wird die Box gegen die Konzernflotte getestet — Fahrzeug-Updates und Wallbox bleiben aufeinander abgestimmt. Service über das österreichische Händlernetz.

MOON Wallbox anfragen

● Lagernd · bestellbar
BMW Wallbox Professional
BMW · für den iX3 der Neuen Klasse

TechnologieDC, 11 kW
Preisauf Anfrage
FahrzeugeBMW iX3
Systemaus einer Hand

Fahrzeug und Wallbox stammen vom selben Hersteller und sind aufeinander abgestimmt. Was wir übernehmen: Einbindung in Ihre PV-Anlage, Zählerkonzept, Elektroinstallation und Anmeldung.

BMW Wallbox anfragen

Installation von PV-Anlage und Wallbox durch unser Team
Installation durch unser Team — von der PV-Anlage bis zur Wallbox
Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität als integriertes System
PV, Speicher und E-Mobilität als ein System geplant

Voraussetzungen

Was Sie dafür brauchen

Vier Komponenten. Eine Einspeisegenehmigung brauchen Sie nicht, weil der Strom Ihr Grundstück nicht verlässt — die Wallbox selbst ist beim Netzbetreiber anzumelden und der Konformitätsnachweis nach TOR beizubringen.

1
Ein Fahrzeug aus der Liste oben
MEB mit großer Batterie oder BMW iX3. Die Freigabe muss im Fahrzeug aktiv sein — das prüfen wir vorab anhand der Fahrgestellnummer.
2
Die passende DC-Wallbox
MOON BiDi Charger DC 11 oder BMW Wallbox Professional. Beide benötigen einen FI Typ B, weil Gleichfehlerströme auftreten können.
3
Hybrid-Wechselrichter
Wandelt den Strom aus dem Auto für das Hausnetz und stimmt ihn mit der PV-Anlage ab. Der Fronius GEN24 erfüllt das und ist in Österreich am weitesten verbreitet.
4
Energiemanagement mit Energiezähler
Entscheidet sekündlich, ob Solarstrom ins Auto, ins Haus oder in den Speicher fließt. Dafür braucht es einen dreiphasigen Zähler im Verteiler — nicht zu verwechseln mit dem Smart Meter des Netzbetreibers.
Bidirektional heißt nicht notstromfähig

Das wird häufig verwechselt. Eine bidirektionale Wallbox versorgt Ihr Haus aus der Fahrzeugbatterie, solange das öffentliche Netz steht. Bei einem Stromausfall arbeitet sie nicht weiter — weder laden noch entladen ist dann möglich.

Wenn Sie ein System wollen, das auch im Blackout funktioniert, braucht es eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion am Wechselrichter und eine entsprechend ausgeführte Umschaltung. Das ist eine eigene Planungsaufgabe — sprechen Sie uns darauf an, bevor Sie die Komponenten bestellen.

Das Energiemanagement als Schaltzentrale

Ein System wie neoom connect AI koordiniert PV-Erzeugung, Hausspeicher, Wallbox und Fahrzeug in Echtzeit. Es entscheidet laufend, ob Solarstrom ins Auto, in den Speicher oder direkt ins Haus fließt — automatisch und per App nachvollziehbar.

Die Zusammenarbeit mit Fronius-Wechselrichtern ist vollständig unterstützt.

neoom connect AI Energiemanagementsystem für bidirektionales Laden

Passt Ihre bestehende Anlage?
Ein Foto vom Wechselrichter und vom Verteilerkasten genügt für die erste Einschätzung.

Investition

Was es kostet — und was es bringt

Rechenbeispiel: Vierpersonenhaushalt in Niederösterreich

4.500 kWh Jahresverbrauch, 8 kWp PV-Anlage. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei rund 30 Prozent, mit V2H bei etwa 75 Prozent. Die Differenz beträgt rund 2.025 kWh im Jahr.

Was diese Kilowattstunden wert sind, hängt an zwei Preisen: Ihrem Netzbezugspreis und dem Einspeisetarif, den Sie sonst dafür bekämen. Bei 25 Cent Bezug und 7 Cent Einspeisung ergibt das rund 365 € im Jahr, bei 28 Cent gegen 6 Cent rund 445 €. Wir rechnen das vor einem Angebot mit Ihrem tatsächlichen Tarif und Ihren Verbrauchsdaten.

Position Kosten Anmerkung
Bidirektionale DC-Wallbox
MOON oder BMW
ab 3.750 € netto, lagernd
Installation und Inbetriebnahme
Elektroinstallation, FI Typ B, Anmeldung
1.500 – 3.000 € je nach Leitungsweg
Hybrid-Wechselrichter
falls nicht vorhanden
ab 2.000 € entfällt bei bestehender Anlage
Energiemanagement
inkl. Energiezähler
ab 500 € erforderlich
Spezifische V2H-Förderung
Bund
0 € derzeit keine
Stationärer Batteriespeicher für Photovoltaik im Eigenheim
Stationärer Hausspeicher — Ergänzung oder Alternative zum V2H-fähigen Fahrzeug
Gewerbespeicher für Betriebe und Flotten
Für Betriebe und Flotten planen wir dieselbe Logik eine Nummer größer

Zur Förderlage — aktualisiert im September 2026

Eine eigene Förderung für bidirektionales Laden gibt es in Österreich nach wie vor nicht. Das Bundesbudget für Wallboxen ist seit Mitte März 2026 ausgeschöpft; neue Registrierungen sind nicht mehr möglich. Wer bereits registriert war, kann seinen Antrag weiterhin einreichen. Ob aufgestockt wird oder ein Nachfolgeprogramm kommt, ist offen.

Auf Landesebene läuft weiterhin einiges: Die Steiermark fördert bis zu 30 Prozent der Investitionskosten, das Burgenland 30 Prozent bis maximal 300 €, Vorarlberg 300 bis 500 € für Mehrparteienhäuser. In den übrigen Bundesländern gibt es keine landesweite Privatförderung, häufig aber Gemeindezuschüsse — die prüfen wir für Ihre Adresse mit.

Die EAG-Förderung für PV-Anlagen und stationäre Speicher bleibt davon unberührt und ist über die EAG-Abwicklungsstelle zu beantragen.

Team von photovoltaik-service.at in Wien

Ihr Team von photovoltaik-service.at
Zertifizierte PV- und E-Mobilitäts-Fachleute aus Wien. Von der Prüfung über die Planung bis zur Inbetriebnahme.

Erst prüfen, dann bestellen

Im V2H-Startklar-Paket prüfen wir anhand Ihrer Fahrgestellnummer, ob Ihr Fahrzeug freigeschaltet ist, sehen uns Wechselrichter, Zählerkasten und Leitungsweg an und sagen Ihnen, was Ihre Anlage konkret braucht. 640 € inkl. USt., bei Beauftragung der Umsetzung vollständig angerechnet.

Rechtslage

Was in Österreich erlaubt ist

Variante Status Netzbetreiber Kurz
V2L
Geräte direkt am Auto
Erlaubt nicht beteiligt Steckdose am Fahrzeug, sofort nutzbar
V2H
Auto versorgt das Haus
Erlaubt Anmeldung der Wallbox Strom bleibt im Hausnetz, keine Einspeisegenehmigung
V2G
Einspeisung ins öffentliche Netz
Noch nicht umsetzbar Freigabe nötig Gesetz da, technische Umsetzung offen

Für V2H benötigen Sie keine Einspeisegenehmigung. Der Strom verlässt Ihr Grundstück nicht, es findet keine Einspeisung statt. Anzumelden ist die Wallbox, und der Konformitätsnachweis nach den Technischen und Organisatorischen Regeln für Betreiber und Benutzer von Netzen (TOR) ist beizubringen — auch dann, wenn nicht eingespeist wird. Beides übernehmen wir für Sie.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist in Kraft

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) wurde am 23. Dezember 2025 kundgemacht (BGBl. I Nr. 91/2025) und ist mit 24. Dezember 2025 überwiegend in Kraft getreten. Einzelne Teile folgen gestaffelt: Die Bestimmungen zur gemeinschaftlichen Energienutzung gelten ab 1. Oktober 2026, die neuen Systemnutzungsentgelte ab 31. Dezember 2026. Das Gesetz schafft erstmals einheitliche Regelungen für Energiespeicheranlagen.

In früheren Fassungen dieser Seite war vom Entwurf des ElWG die Rede. Das ist überholt — es handelt sich um geltendes Recht.

Für V2G ändert das die Praxis vorerst dennoch nicht. Es fehlen weiterhin einheitliche technische Regeln auf Netzbetreiberseite, die flächendeckende messtechnische Anbindung und ein tragfähiges Vergütungsmodell. Hinzu kommt eine offene Frage, die derzeit auf Verordnungsebene ausgetragen wird: ob eine Fahrzeugbatterie als systemdienlicher Speicher gilt und damit von doppelten Netzentgelten befreit ist. Wie das ausgeht, entscheidet über die Wirtschaftlichkeit mehr als jede technische Frage — der aktuelle Stand dazu steht im Abschnitt Branche und Regulierung. Mit breiterer Verfügbarkeit ist nach heutiger Einschätzung ab 2027 bis 2028 zu rechnen.

Wichtig für die Praxis

Solange die technischen Rahmenbedingungen für V2G nicht geregelt sind, darf ohne Freigabe des Netzbetreibers kein Strom aus dem Fahrzeug ins öffentliche Netz zurückfließen. Bei V2H stellt sich diese Frage nicht, weil dort keine Einspeisung erfolgt.

Anmeldung und Konformitätsnachweis
Beides übernehmen wir. Sie haben mit dem Netzbetreiber nichts zu tun.

Branche und Regulierung

Wer in Österreich gerade an V2G arbeitet — und woran es hakt

Für V2H ist die Lage geklärt: Sie können es heute umsetzen. Für V2G entscheidet sich derzeit in Wien, ob und wann es wirtschaftlich sinnvoll wird. Wir fassen zusammen, was dazu in den vergangenen Monaten passiert ist — auch, damit Sie einordnen können, worauf Sie warten, wenn Sie warten.

Die V2G Alliance Austria hat sich formiert

Seit November 2025 gibt es in Österreich eine eigene Branchenplattform für bidirektionales Laden. Der erste Vorstand wurde am 17. November 2025 gewählt, den Vorsitz führt Harald Wechselberger (Verbund), Stellvertreter ist Kurt Leonhartsberger. Im Vorstand und in der Mitgliedschaft sitzen unter anderem Verbund, AIT Austrian Institute of Technology, KEBA, Mobilize, Smart Grids Austria, der ElektroMobilitätsClub Österreich, Sonnenplatz Großschönau und der ÖAMTC. Im Frühjahr 2026 zählte die Allianz über 90 Mitglieder.

Damit sitzen erstmals Fahrzeugseite, Energiewirtschaft, Netzbetreiber, Forschung und Autofahrerclubs an einem Tisch. Für Sie als Anwender ist das weniger eine Nachricht als ein Indikator: Das Thema hat den Pilotstatus verlassen und wird organisiert betrieben.

Erstes Positionspapier, 2. Juli 2026

Die Allianz hat ihre Forderungen erstmals gebündelt veröffentlicht. Die vier Felder in Kürze:

  • Technik: offene Kommunikationsstandards, namentlich ISO 15118-20, standardisierte Schnittstellen zur Ladeinfrastruktur, hohe Cybersicherheitsanforderungen und herstellerübergreifende Kompatibilität.
  • Wirtschaft: keine zusätzlichen Steuern und keine doppelten Netzentgelte, dafür variable Netzentgelte und Anreize für netzfreundliches Verhalten — sowie transparente Garantiebedingungen für Batterie und Leistungselektronik.
  • Recht: praxistaugliche Detailregelungen zum ElWG, klare Regeln für Aggregatoren, Messung, Abrechnung, Energiegemeinschaften und Schwarmspeicher, dazu die offenen Fragen bei Leasingfahrzeugen und Sachbezug.
  • Bildung und Akzeptanz: Schulungen für Handel, Elektrikerinnen und Elektriker, Flottenbetreiber und Energieberatung — und eine verständliche Erklärung von V2G bereits beim Autokauf.

Bereits beim Plattformtreffen in Neulengbach am 28. April 2026 hatte die Allianz einen Punkt benannt, der in der öffentlichen Diskussion meist untergeht: Die Definition der Systemdienlichkeit im ElWG ist nach ihrer Einschätzung zu eng gefasst und im Kern auf Großspeicher zugeschnitten. Eine Fahrzeugbatterie fällt damit nicht ohne Weiteres darunter — was für die spätere Vergütung von V2G erheblich ist. Der Leitsatz des Treffens fasst die Position zusammen: Wer dem Netz hilft, sollte belohnt und nicht bestraft werden.

Der Streit um die doppelten Netzentgelte

Das ElWG sieht vor, systemdienliche Speicher von der doppelten Belastung zu befreien — also davon, sowohl beim Bezug als auch beim Rückspeisen Netzentgelte zu zahlen. Entscheidend ist aber nicht das Gesetz, sondern die Verordnung, die es ausführt. Und genau dort ist im Juli 2026 ein offener Konflikt entstanden.

Die Speicherbranche hält die Befreiungskriterien der von der E-Control vorgelegten Verordnung für so eng, dass sie in der Praxis kaum jemanden erreichen; nach Branchenangaben entfallen rund zwei Drittel der Erlöse eines Speichers auf Netzentgelte. Die E-Control verweist auf den Netzausbaubedarf, den ein ungesteuerter Speicherzubau auslösen würde. Aus dem Wirtschaftsministerium kam das Signal, dass die Verordnung überarbeitet werden dürfte. Eine Entscheidung steht aus.

Was das für Sie bedeutet

Für V2H ändert sich dadurch nichts. Wenn der Strom Ihr Grundstück nicht verlässt, fallen keine Netzentgelte an — die ganze Debatte betrifft Sie nicht.

Für V2G ist das die eigentliche Weggabelung. Nicht die Technik entscheidet, ob sich das Einspeisen aus dem Fahrzeug später lohnt, sondern die Frage, ob die Fahrzeugbatterie als systemdienlicher Speicher gilt und von der doppelten Belastung befreit ist. Fällt diese Entscheidung ungünstig aus, bleibt V2G in Österreich auch dann unwirtschaftlich, wenn Fahrzeuge und Wallboxen es längst können.

Die Einschätzung des ÖAMTC

Der ÖAMTC hat im Frühjahr 2026 eine nüchterne Bestandsaufnahme zu V2G veröffentlicht und kommt zu einem ähnlichen Befund: Technisch regelt ISO 15118-20 die Kommunikation, technisch braucht es eine bidirektionale DC-Wallbox, ein Messkonzept und ein Energiemanagement. Die Hürden in Österreich seien fehlende gesetzliche Detailregelungen und wirtschaftliche Fragen — ausdrücklich einschließlich einer möglichen Doppelbelastung bei den Netzentgelten. Zugleich verweist der Club auf den Entschließungsantrag des Nationalrats vom November 2025 und hält es für möglich, dass V2G bald salonfähig wird. Der ÖAMTC ist selbst Teil der V2G Alliance Austria.

Forschung: das Projekt V2G Network

Parallel läuft ein von der FFG gefördertes Innovationsnetzwerk (COIN, FFG-Nr. 923108) unter dem Namen V2G Network, koordiniert über den powerHUB, mit dem Ziel, nutzerorientierte Anwendungen und Geschäftsmodelle für bidirektionales Laden zu entwickeln und die gesamte Wertschöpfungskette in Labor und Testbeds zu validieren. Im Sommer 2026 wurden dort unter anderem eine Systemarchitektur für bidirektionales Laden in Österreich und kostenlose Testtermine im August 2026 kommuniziert. Ein Bericht zu Use Cases und Geschäftsmodellen ist angekündigt.

Was Hersteller im Ausland bereits bezahlen

Ein nützlicher Maßstab dafür, was V2G wert sein könnte, sind die Programme, die außerhalb Österreichs bereits laufen. Die Größenordnungen, die dort kommuniziert werden:

Programm Markt Gegenwert
Ford mit Octopus Energy Deutschland, Start Sommer 2026 rund 16.000 km Fahrleistung ohne Stromkosten
Renault Mobilize V2G Frankreich Ersparnis im Gegenwert von rund 10.000 km, bei etwa 14 Stunden Anschlussdauer täglich
BMW mit E.ON Deutschland Bonus in der Größenordnung von 720 € im Jahr

Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen. Erstens: Die Beträge liegen deutlich über dem, was V2H allein an Eigenverbrauchsoptimierung bringt — V2G ist der wirtschaftlich interessantere Schritt. Zweitens, und das wird selten dazugesagt: Diese Modelle setzen eine hohe tägliche Anschlussdauer voraus. Vierzehn Stunden am Kabel sind für einen Pendlerhaushalt realistisch, für ein viel genutztes Fahrzeug nicht. Wer heute in Hardware investiert, sollte ehrlich abschätzen, wie oft sein Auto tatsächlich angesteckt ist.

Wenn Sie das Thema weiterverfolgen wollen

Die Vehicle-2-Grid Conference fand zuletzt am 15. und 16. April 2026 in Münster statt, der nächste Termin ist der 7. und 8. April 2027 in Aachen. Für den österreichischen Stand ist die V2G Alliance Austria die zuständige Adresse. Wir verfolgen beides und aktualisieren diese Seite entsprechend.

Heute V2H, später V2G?
Wir legen die Anlage so aus, dass der spätere Schritt offen bleibt — ohne heute dafür zu bezahlen.

Im Detail

BMW Wallbox Professional und der iX3: bidirektional aus einer Hand

Kurz beantwortet: Der BMW iX3 der Neuen Klasse kann Ihr Haus mit Strom versorgen. Er ist damit neben den MEB-Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns das einzige Modell, für das in Österreich nach unserem Informationsstand vom 6. September 2026 eine lieferbare V2H-Lösung existiert. Die zugehörige BMW Wallbox Professional arbeitet gleichstromseitig mit 11 kW und ist lagernd verfügbar.

BMW ist zusätzlich beim Thema V2G voraus

Während für die Einspeisung ins öffentliche Netz in Österreich noch die technischen Grundlagen fehlen, hat BMW über die Partnerschaft mit E.ON bereits ein marktfähiges V2G-Konzept aufgebaut. Für Sie ist das heute noch nicht nutzbar — es zeigt aber, dass die Hardware im Fahrzeug für den nächsten Entwicklungsschritt vorbereitet ist.

Ein geschlossenes System — mit Vor- und Nachteilen

BMW liefert Fahrzeug und Wallbox aus einer Hand und stimmt beides aufeinander ab. Das ist der wesentliche Vorteil: Sie müssen keine Kompatibilitätslisten prüfen, und bei Fahrzeug-Updates bleibt die Ladelösung unterstützt. Der Preis dafür ist die Bindung — andere bidirektionale Wallboxen lassen sich am iX3 nicht einsetzen, und die BMW Wallbox arbeitet umgekehrt nur mit BMW-Fahrzeugen.

Für Sie als Hausbesitzer bedeutet das: Die Fahrzeugseite ist geklärt, sobald Sie sich für den iX3 entscheiden. Offen bleibt die Seite, die BMW nicht abdeckt — und genau dort setzen wir an.

Was wir für Ihre BMW-Installation übernehmen

  • Einbindung in Ihre PV-Anlage — damit das Fahrzeug tagsüber mit Solarstrom lädt und abends das Haus versorgt, statt nur am Netz zu hängen.
  • Zählerkonzept und Energiemanagement — ein dreiphasiger Energiezähler im Verteiler ist Voraussetzung, damit die Steuerung die Energieflüsse in Echtzeit kennt.
  • Elektroinstallation — Zuleitung zum Stellplatz, Absicherung, FI Typ B. Bei DC-Wallboxen können Gleichfehlerströme auftreten, die ein FI Typ A nicht erfasst.
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Konformitätsnachweis nach TOR — für V2H ist keine Einspeisegenehmigung nötig, die Wallbox selbst muss jedoch angemeldet und nachgewiesen werden.
Fahren Sie einen anderen BMW?

Die bidirektionale Ladefähigkeit ist an die Neue Klasse gebunden und damit an die dort verbaute Hardware. Ältere Modelle der i-Reihe lassen sich nicht per Update nachrüsten. Wenn Sie unsicher sind, welche Generation Sie fahren, prüfen wir das anhand Ihrer Fahrgestellnummer.

iX3 bestellt oder in Planung?

Schicken Sie uns ein Foto Ihres Wechselrichters und die Eckdaten Ihrer PV-Anlage. Wir sagen Ihnen, was für die Einbindung nötig ist, und melden uns innerhalb von 48 Stunden.

Einbindung anfragen

Überblick

Weitere Fahrzeuge und Wallboxen — der aktuelle Stand

Viele Hersteller arbeiten an bidirektionalem Laden. Weil sich der Stand laufend ändert und die Angaben teils voneinander abweichen, fassen wir hier zusammen, was wir am 6. September 2026 als gesichert ansehen.

Hyundai und Kia · Ioniq 5, Ioniq 6, EV6, EV9

Diese Fahrzeuge beherrschen serienmäßig V2L — eine Steckdose im Fahrzeug mit bis zu 3,6 kW für externe Verbraucher wie Werkzeug, Kühlbox oder Campingausrüstung. Eine gut nutzbare Funktion.

Die Versorgung des Hauses über den Hausanschluss ist für den österreichischen Markt nach unserem Informationsstand nicht freigegeben. In einzelnen anderen Märkten bereiten beide Marken V2H für ausgewählte Modelle vor; Hyundai betreibt in Deutschland und den Niederlanden Pilotprojekte zu V2H und V2G. Die dort eingesetzten Fahrzeuge sind für den Versuch angepasst und tragen eine eigens entwickelte Software. Zur Frage, ob bestehende Serienfahrzeuge per Update nachgerüstet werden können, hat sich Hyundai bislang nicht verbindlich festgelegt.

Der vorbereitete Weg führt zudem über den fahrzeugeigenen Onboard-Charger, also wechselstromseitig. Das ist technisch etwas anderes als der Gleichstromweg bei MEB und BMW, wo die Wallbox die Wandlung übernimmt.

BYD · Atto 3, Seal, Dolphin, Sealion

BYD hat Österreich im Juni 2025 zum EU-Pilotmarkt für V2H erklärt. Wir haben auf der Intersolar Europe 2026 direkt nachgefragt, was das bedeutet: Die ersten BYD-Modelle mit bidirektionaler Ladefähigkeit müssen erst auf den Markt kommen. Für die heute erhältlichen Fahrzeuge ist V2H damit nicht vorgesehen, weil die entsprechende Hardware nicht verbaut ist.

Standgespräch mit BYD, Intersolar Europe 2026, München, Juni 2026.

Mercedes-Benz · neu seit unserer letzten Aktualisierung

Mercedes-Benz hat das Thema konkretisiert. Bidirektionales Laden ist für GLC 400 4MATIC EQ, CLA Coupé und Shooting Brake, GLB und die elektrische C-Klasse im Modelljahr 2026 vorgesehen, die E-Klasse EQ soll 2027 folgen. Unterstützt werden sollen V2H, V2B für Gebäudenetze und V2G.

Dazu kommt ein eigenes Paket namens MB.CHARGE Home mit bidirektionaler DC-Wallbox, Ökostromtarif und App. Die Markteinführung startet in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, weitere Länder folgen schrittweise. Für Österreich liegt uns kein Termin vor.

Wichtig für Besitzer bestehender Fahrzeuge: Die Ankündigung betrifft die neuen elektrischen Baureihen, nicht die bisherige EQ-Generation.

Renault, Volvo, Polestar, Tesla und weitere

Renault hat bidirektionales Laden für den Renault 5 E-Tech bereits Anfang 2024 angekündigt, gemeinsam mit der Mobilize PowerBox in der bidirektionalen Verso-Variante. Der Marktstart erfolgte zuerst in Frankreich und Deutschland, danach in Großbritannien; für Österreich wurde damals angekündigt, dass es folgen werde — ein Termin wurde bis heute nicht genannt. Die Lösung arbeitet wechselstromseitig über den Onboard-Charger.

Für Volvo, Polestar und Tesla ist uns derzeit keine in Österreich verfügbare Lösung zur Hausversorgung bekannt.

Weitere bidirektionale Wallboxen

Neben den beiden oben genannten Geräten gibt es weitere DC-Wallboxen — etwa Wallbox Quasar 2, ambibox ambiCHARGE, E3/DC, dcbel r16 und SolarEdge. Sie sind technisch dafür ausgelegt, benötigen aber ebenfalls ein Fahrzeug, dessen Hersteller die Rückspeisung freigegeben hat. Für den österreichischen Markt bleibt damit dieselbe Auswahl an Fahrzeugen maßgeblich.

Wallboxen, die wechselstromseitig arbeiten — darunter der Fronius Wattpilot Flex, Zaptec Go 2, go-e Gemini 2 und die Mobilize PowerBox — sind teils hardwareseitig vorbereitet. Da bei dieser Bauart die Wandlung im Fahrzeug erfolgt, hängt die Nutzbarkeit vollständig an der Freigabe des Fahrzeugherstellers. Uns ist derzeit kein Fahrzeug bekannt, das diese Freigabe für Österreich erhalten hat. Beim Fronius Wattpilot Flex ist die 22-kW-Variante seit Ende April 2026 lieferbar, die 11-kW-Variante folgt; die Hardware ist auf ISO 15118 vorbereitet, ein Termin für die bidirektionale Software-Freischaltung wurde bis heute nicht kommuniziert.

Eine Beobachtung, die weiterhilft

Bidirektionales Laden kommt in der Regel mit neuen Fahrzeuggenerationen und nicht durch Software-Updates für bestehende Modelle, weil die Hardware im Fahrzeug vorhanden sein muss. Wenn bei einem Fahrzeug in Aussicht gestellt wird, dass es die Funktion später erhält, lohnt die Rückfrage, ob diese Hardware bereits verbaut ist. Die Ankündigungen von Mercedes-Benz und BMW bestätigen das Muster: Beide binden die Funktion an neue Baureihen.

Stand 6. September 2026. Wir prüfen diese Übersicht laufend und aktualisieren sie, sobald sich etwas ändert.

Ihr Fahrzeug ist noch nicht dabei?
Sagen Sie uns, welches Modell Sie fahren. Wir melden uns, sobald es dafür in Österreich eine Lösung gibt.

Ist Ihnen etwas aufgefallen?

Dieses Thema entwickelt sich schnell, und die Angaben der Hersteller ändern sich laufend. Wenn aus Ihrer Sicht etwas auf dieser Seite nicht stimmt, Sie eine Neuerung kennen oder wir eine Meldung übersehen haben — schreiben Sie uns bitte. Wir prüfen jeden Hinweis und korrigieren die Seite.

office@photovoltaik-service.at

Häufige Fragen

Was uns am häufigsten gefragt wird

Was ist der Unterschied zwischen V2L und V2H?

V2L ist eine Steckdose am Fahrzeug für externe Geräte — Werkzeug, Kühlbox, Beleuchtung. Praktisch für unterwegs, versorgt aber nicht das Haus. V2H speist über den Hausanschluss ein und versorgt alle Verbraucher im Gebäude. Viele Fahrzeuge beherrschen V2L, deutlich weniger können V2H. Diese Unterscheidung ist die wichtigste beim Thema.

Funktioniert V2H auch bei Stromausfall?

Nein. Eine bidirektionale Wallbox arbeitet nur, solange das öffentliche Netz steht — bei einem Blackout kann sie weder laden noch entladen. Das wird häufig verwechselt. Wenn Sie ein System wollen, das im Stromausfall weiterläuft, braucht es eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion am Wechselrichter und eine entsprechend ausgeführte Umschaltung. Das ist eine eigene Planungsaufgabe, die wir vor der Komponentenauswahl mit Ihnen klären sollten.

Gibt es eine Förderung für bidirektionales Laden?

Eine eigene Förderung speziell für bidirektionales Laden gibt es in Österreich nicht. Das Bundesbudget für Wallboxen ist seit Mitte März 2026 ausgeschöpft; neue Registrierungen sind nicht möglich, bereits Registrierte können ihren Antrag noch einreichen. Auf Landesebene fördern unter anderem die Steiermark (bis 30 Prozent), das Burgenland (30 Prozent bis 300 €) und Vorarlberg (300 bis 500 € für Mehrparteienhäuser); dazu kommen Gemeindezuschüsse. Unabhängig davon bleibt die EAG-Förderung für PV-Anlagen und stationäre Speicher bestehen — wenn Sie ohnehin eine Anlage errichten oder erweitern, prüfen wir das mit und übernehmen die Einreichung.

Ab wann rechnet sich die Investition?

Das hängt vor allem an Ihrem Stromverbrauch, an Ihrem Tarif und daran, wie oft das Fahrzeug abends zu Hause steht. Für einen Vierpersonenhaushalt mit 8 kWp PV rechnen wir je nach Bezugs- und Einspeisepreis mit rund 365 bis 445 € Ersparnis im Jahr. Damit liegt die Amortisation der Wallbox allein bei etwa zehn Jahren. Wirtschaftlich interessant wird es meist dann, wenn Sie sich dadurch einen stationären Hausspeicher ersparen oder ohnehin eine PV-Anlage planen. Wir rechnen das vor einem Angebot mit Ihren tatsächlichen Verbrauchsdaten durch.

Soll ich warten, bis V2G kommt?

Das hängt davon ab, worauf Sie warten würden. Die Hardware, die Sie heute für V2H installieren, ist dieselbe, die später V2G kann — Sie verlieren durch einen Start jetzt nichts. Offen ist nicht die Technik, sondern die Frage, ob eine Fahrzeugbatterie in Österreich als systemdienlicher Speicher gilt und damit von doppelten Netzentgelten befreit wird. Diese Entscheidung fällt derzeit auf Verordnungsebene und ist umstritten. Wer erst investiert, wenn V2G sicher wirtschaftlich ist, wartet nach heutiger Einschätzung bis 2027 oder 2028 — und verzichtet in der Zwischenzeit auf die Eigenverbrauchsvorteile, die V2H schon heute bringt.

Was würde V2G finanziell bringen?

Für Österreich lässt sich das seriös noch nicht beziffern, weil das Vergütungsmodell fehlt. Ein Anhaltspunkt sind Programme in Nachbarmärkten: Ford und Octopus Energy stellen in Deutschland eine Fahrleistung von rund 16.000 Kilometern ohne Stromkosten in Aussicht, Renault in Frankreich eine Ersparnis im Gegenwert von etwa 10.000 Kilometern, BMW mit E.ON einen Bonus in der Größenordnung von 720 Euro im Jahr. Wichtig ist die Bedingung, die dabei selten betont wird: Solche Modelle setzen eine hohe tägliche Anschlussdauer voraus — bei Renault rund 14 Stunden. Wer sein Fahrzeug viel bewegt, erreicht diese Werte nicht.

Funktioniert das mit meiner bestehenden PV-Anlage?

In vielen Fällen ja. Entscheidend ist, ob Ihr Wechselrichter hybridfähig ist und ob das Energiemanagement die Fahrzeugbatterie einbinden kann. Bei einem Fronius GEN24 ist die Voraussetzung in der Regel erfüllt. Bei älteren Anlagen prüfen wir das anhand des Typenschilds und der Anlagendokumentation — schicken Sie uns einfach ein Foto vom Wechselrichter.

Brauche ich dann noch einen Hausspeicher?

Nicht zwingend. Ein Fahrzeug mit 77 kWh hat ein Vielfaches der Kapazität eines üblichen Hausspeichers von 10 kWh. Der Unterschied liegt in der Verfügbarkeit: Der Hausspeicher ist immer da, das Auto nicht. Wer viel unterwegs ist, fährt mit einer Kombination aus kleinem Speicher und V2H am besten. Wer das Fahrzeug überwiegend abends und nachts zu Hause hat, kann auf den stationären Speicher in vielen Fällen verzichten. Zu bedenken ist außerdem, dass nur der stationäre Speicher notstromfähig ausgeführt werden kann.

Was passiert, wenn ich mit dem Auto wegfahre?

Sie legen im Energiemanagement fest, wie weit entladen werden darf und ab welchem Ladestand das Fahrzeug wieder auf Ihre gewünschte Reichweite geladen wird. Die meisten Kunden setzen eine Untergrenze zwischen 40 und 50 Prozent. Zusätzlich lassen sich Abfahrtszeiten hinterlegen, sodass das Auto zum vereinbarten Zeitpunkt geladen bereitsteht. Ihre Mobilität hat immer Vorrang.

Wie läuft die Installation ab und wie lange dauert sie?

Zuerst prüfen wir Fahrzeug, Zählerkasten und Leitungsweg — bei einfachen Fällen anhand von Fotos, sonst vor Ort. Danach folgen Angebot, Bestellung und Terminvereinbarung. Die eigentliche Installation dauert in der Regel einen Tag: Wallbox setzen, Zuleitung und FI Typ B, Einbindung ins Energiemanagement, Inbetriebnahme und Einweisung. Anmeldung und Konformitätsnachweis beim Netzbetreiber übernehmen wir.

Was muss elektrisch vorbereitet sein?

Sie brauchen eine ausreichend dimensionierte Zuleitung vom Verteiler zum Stellplatz und Platz im Verteiler für die Absicherung samt FI Typ B. Dieser ist bei DC-Wallboxen erforderlich, weil Gleichfehlerströme auftreten können, die ein FI Typ A nicht erfasst. Bei manchen Geräten ist er integriert. Ob Ihre bestehende Installation ausreicht, sehen wir bei der Vorprüfung.

Ist V2H in Österreich erlaubt?

Ja. Der Strom bleibt im privaten Hausnetz, es wird nichts eingespeist, eine Einspeisegenehmigung brauchen Sie nicht. Anzumelden ist die Wallbox, dazu kommt der Konformitätsnachweis nach TOR — auch ohne Einspeisung. Beides übernehmen wir.

Schadet das der Fahrzeugbatterie?

Bei sinnvoller Steuerung ist der Einfluss gering. Untersuchungen zeigen bei moderaten Entladetiefen zwischen 20 und 80 Prozent Ladestand keine nennenswerte zusätzliche Alterung. Wichtig ist, extreme Ladezustände zu vermeiden — das übernimmt das Energiemanagement automatisch. Achten Sie außerdem darauf, dass für Ihr Fahrzeug eine ausdrückliche Herstellerfreigabe vorliegt, damit die Batteriegarantie unberührt bleibt.

Brauche ich ein Smart Meter?

Den Smart Meter des Netzbetreibers nicht, weil der Strom das Grundstück nicht verlässt. Sie benötigen aber einen eigenen dreiphasigen Energiezähler im Verteiler, damit das Energiemanagement die Stromflüsse in Echtzeit kennt. Ohne ihn ist keine sinnvolle Steuerung möglich. Dieser Zähler ist im Angebot enthalten.

Wer kümmert sich um Service und Gewährleistung?

Für die Wallbox gilt die Herstellergewährleistung, für die Installation unsere. Wir sind Ihr Ansprechpartner für beides und koordinieren im Fall der Fälle mit dem Hersteller. Bei Störungen prüfen wir zuerst aus der Ferne über das Energiemanagement, was viele Fahrten erspart.

Der einfachste erste Schritt

Im V2H-Startklar-Paket prüfen wir Fahrzeug, Wechselrichter, Zählerkasten und Leitungsweg und sagen Ihnen, was Ihre Anlage konkret braucht — bevor Sie etwas bestellen. 640 € inkl. USt., bei Beauftragung der Umsetzung vollständig angerechnet.

Antwort innerhalb von 48 Stunden · TÜV Rheinland zertifizierter PV-Experte, Nr. 3848397