Bidirektionales Laden in Österreich: Technik, Chancen und Gesetzeslage
Bidirektionales Laden in Österreich: V2L, V2H und V2G — was ist wirklich erlaubt?
Die drei Varianten unterscheiden sich grundlegend — rechtlich, technisch und in ihrer Alltagsrelevanz. Hier der ehrliche aktuelle Stand.
✓ Heute erlaubt — keine Genehmigung
✓ Erlaubt — kein Netzbetreiber nötig
⚠ AT: Noch nicht praxistauglich
V2L, V2H, V2G — was bedeutet was?
Bidirektionales Laden ist kein einheitliches Konzept. Je nachdem, wohin der Strom aus dem E-Auto fließt, spricht man von drei grundlegend verschiedenen Technologien — mit unterschiedlicher Rechtslage, unterschiedlichen technischen Anforderungen und unterschiedlicher Alltagsrelevanz.
Das E-Auto gibt Strom direkt über eine Steckdose am Fahrzeug ab — für Camping-Equipment, Elektrowerkzeug, Beleuchtung oder Notstrom bei Blackout.
Kein Hausnetz, kein Netzbetreiber, keine Wallbox nötig. Der Strom fließt direkt aus der Fahrzeugbatterie in externe Geräte.
Verfügbar bei: Hyundai IONIQ 5/6, Kia EV6/EV9, Renault R5 E-Tech u.v.m.
Das E-Auto versorgt das eigene Haus mit Strom. In Kombination mit PV-Anlage: tagsüber Solarstrom laden, abends Haus vom Auto versorgen.
Der Strom bleibt im privaten Hausnetz — kein Netzbetreiber, keine Einspeisung, keine Genehmigung nötig.
Setzt bidirektionale DC-Wallbox + Hybrid-Wechselrichter voraus. Geräte werden 2025/26 verfügbarer.
Das E-Auto speist Strom ins öffentliche Stromnetz zurück — zur Netzstabilisierung oder gegen Vergütung.
In Österreich: TOR fehlen, Netzbetreiber-Freigabe nötig, Smart-Meter-Pflicht nicht flächendeckend, Vergütungsmodelle nicht vorhanden.
Erste Pilotprojekte (Verbund, Wien Energie, EVN). Breite Verfügbarkeit: frühestens 2027–2028.

V2H in der Praxis: PV-Erzeugung, Hausbedarf und E-Auto-Akku werden per App koordiniert
Aktuelle Rechtslage: TOR, Smart Meter & Netzbetreiber
Die entscheidende Frage ist nicht, ob bidirektionales Laden grundsätzlich erlaubt ist — sondern welche Variante unter welchen Bedingungen. Hier die präzise Übersicht:
| Variante | Rechtsstatus AT | TOR / Netzbetreiber | Smart Meter | Vergütung |
|---|---|---|---|---|
|
V2L — Vehicle-to-Load
Strom direkt für Geräte
|
✓ Erlaubt | Nicht nötig | Nicht nötig | Entfällt |
|
V2H — Vehicle-to-Home
Hausversorgung aus Akku
|
✓ Erlaubt | Nicht nötig | Empfohlen | Entfällt |
|
V2G — Vehicle-to-Grid
Einspeisung ins öff. Netz
|
⚠ Nicht verboten | Freigabe nötig | Pflicht (fehlt) | Kein Modell → Aktueller ÖMAg Tarif |
|
V2B — Vehicle-to-Building
Gewerbe / Flotten
|
⚠ Pilotphase | Einzelfall | Fallabhängig | In Entwicklung |
Warum ist V2G in Österreich noch nicht möglich?
Ohne Netzbetreiber-Genehmigung und ohne die nötigen technischen Rahmenbedingungen darf kein Strom aus dem E-Auto ins öffentliche Netz eingespeist werden. Wer das dennoch tut, riskiert rechtliche Konsequenzen und kann technische Schäden am Netz verursachen.
-
TOR — Technische und Organisatorische Regeln fehlenDie TOR der österreichischen Netzbetreiber regeln, was ans Netz angeschlossen werden darf. Für bidirektionale Einspeisung aus E-Autos gibt es noch keine einheitlichen TOR. Ohne diese Regeln können Netzbetreiber V2G nicht genehmigen — selbst wenn sie wollten.
-
Smart Meter — Messung fehlt flächendeckendFür V2G muss jede eingespeiste kWh exakt gemessen und abgerechnet werden. Das setzt ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway voraus. Die Anbindung für bidirektionale Vorgänge fehlt noch bei den meisten österreichischen Netzbetreibern.
-
Vergütungsmodelle — noch nicht vorhandenZu welchem Tarif wird rückgespeister Strom vergütet? Wie wird grüner Strom nachgewiesen (Herkunftsnachweis)? Diese Fragen sind in Österreich ungeklärt. Ohne Vergütungsmodell gibt es keinen wirtschaftlichen Anreiz für V2G.
-
Politischer Rahmen — in ArbeitDer Nationalrat hat im November 2025 einen Entschließungsantrag zur Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen beschlossen. Ein Innovationskonsortium mit 14 Partnern erarbeitet seit 2025 die Standards. Breite Verfügbarkeit: realistisch ab 2027–2028.
In Deutschland wurde das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) angepasst: Ab 1. Januar 2026 werden E-Autos regulatorisch wie Speicheranlagen behandelt — Netzentgelte fallen nur einmal an. Ab 1. April 2026 vereinfachen neue MiSpeL-Prozessregeln die V2G-Abwicklung. Österreich beobachtet diese Entwicklung und wird nachziehen — aber die konkrete Umsetzung braucht Zeit.


Welche E-Autos können bidirektional laden?
Die Fahrzeugkompatibilität ist der erste Engpass. Nicht jedes E-Auto unterstützt alle drei Varianten — und nicht jede Funktion ist bei jedem kompatiblen Modell bereits per Software aktiviert.
| Fahrzeug | V2L | V2H | V2G | Status AT |
|---|---|---|---|---|
|
Hyundai IONIQ 5 / 6
Hyundai
|
✓ | ✓ | — | Verfügbar |
|
Kia EV6 / EV9
Kia
|
✓ | ✓ | — | Verfügbar |
|
Renault R5 E-Tech
Renault / Mobilize
|
✓ | ✓ | ✓ | Verfügbar |
|
BMW iX3 (Modelljahr 2025)
BMW
|
— | ✓ | DE gestartet | DE gestartet |
|
Mercedes GLC / CLA (ab 2026)
Mercedes-Benz
|
— | ✓ | ✓ | Ab Mitte 2026 |
|
VW ID.4 / ID.7 (2024+)
Volkswagen
|
✓ | ✓ | Geplant | Ausgewählte Märkte |
|
Volvo EX90
Volvo
|
— | ✓ | ✓ | Verfügbar |
|
Nissan Leaf (ab 2013)
Nissan (CHAdeMO-Standard)
|
— | ✓ | Älterer Std. | CHAdeMO |
Nur weil ein Fahrzeug technisch bidirektional laden kann, heißt das nicht, dass die Funktion aktiv ist. Viele Hersteller schalten V2H/V2G erst per Software-Update frei — oft marktsegmentabhängig. Fragen Sie beim Händler nach dem konkreten Status Ihres Modells.
Fronius Wattpilot & GEN24: Was kann was?
Als autorisierter Fronius-Partner beantworten wir diese Frage täglich. Die Antwort hängt stark vom Modell ab — hier der vollständige Überblick mit allen Produkten:
| Produkt | V2L | V2H | V2G | Stand |
|---|---|---|---|---|
|
Wattpilot Home / Go (ältere Modelle)
AC-Wallbox
|
✗ | ✗ | ✗ | Kein BiDi |
|
Wattpilot Flex Home / Flex Pro
Neue Flex-Serie (AC) · Empfohlen
|
✗ | HW ready* | HW ready* | SW ausstehend |
|
Fronius GEN24 + ext. BiDi-DC-Wallbox
Hybrid-Wechselrichter
|
— | ✓ heute | AT: nein | Heute nutzbar |
* „HW ready“ = Hardware unterstützt ISO 15118. Software-Freischaltung durch Fronius steht noch aus.
Fronius Wattpilot Flex Pro
Die aktuell beste Wahl für PV-Anlagenbesitzer: maximales PV-Überschussladen durch automatische 1-/3-Phasenumschaltung — bereits ab 1,38 kW Solarüberschuss. Hardwareseitig für bidirektionales Laden vorbereitet.
- 11 kW oder 22 kW Ladeleistung
- 6m Typ-2-Kabel fest integriert
- Automatische 1-/3-Phasenumschaltung
- MID-Zähler integriert
- ISO 15118 — V2X-ready (Hardware)
- Dynamische Stromtarife, RFID, LAN/WLAN

ADAC-Testsieger: günstigste Wallbox für PV-Überschussladen
Wattpilot in der Praxis


Fronius GEN24: V2H jetzt — ohne auf den Wattpilot zu warten
Der Fronius Symo GEN24 Plus Wechselrichter ist bereits V2H-kompatibel. In Kombination mit einer bidirektionalen DC-Wallbox und einem kompatiblen E-Auto ist Vehicle-to-Home heute schon möglich — Planung und Installation aus einer Hand.
✓ Notstrom (PV Point)
✓ BYD HVM/HVS kompatibel

Was brauche ich für V2H? (Die sinnvollste Lösung heute)
V2H ist die für österreichische Haushalte heute relevanteste Form des bidirektionalen Ladens — keine Genehmigung, kein Netzbetreiber, maximaler Eigenverbrauch. Diese vier Komponenten brauchen Sie:
-
V2H-fähiges ElektroautoDas Fahrzeug muss rückspeisefähig sein und V2H hardwareseitig unterstützen — und die Funktion muss per Software aktiviert sein. Aktuelle Modelle: Hyundai IONIQ 5/6, Kia EV6/EV9, Renault R5 E-Tech, Volvo EX90.
-
Bidirektionale DC-Wallbox (ISO 15118 / CCS)Eine normale AC-Wallbox — auch der aktuelle Wattpilot — kann kein V2H. Sie brauchen eine DC-Wallbox, die direkt mit der Fahrzeugbatterie kommuniziert. Beispiele: Ambibox ambiCHARGE (ab ca. 1.500 €), Wallbox Quasar 2.
-
Hybrid-Wechselrichter (z.B. Fronius GEN24)Der Wechselrichter wandelt DC-Strom aus dem Auto in Haushaltsstrom (AC) um und kommuniziert mit der PV-Anlage. Der Fronius GEN24 ist V2H-kompatibel und unsere Empfehlung.
-
Energiemanagementsystem (EMS)Ein EMS koordiniert sekündlich, wann das Auto lädt, wann es entlädt, und wie PV-Ertrag, Hausbedarf und Akku optimal abgestimmt werden. Ohne EMS kein intelligentes V2H.
neoom connect AI als EMS
Das neoom connect AI koordiniert PV-Erzeugung, Hausspeicher, Wallbox und E-Auto in Echtzeit. Es entscheidet sekündlich, ob Solarstrom ins Auto, in den Speicher oder direkt ins Haus fließt — vollautomatisch, steuerbar per App.
Die Integration mit Fronius-Wechselrichtern ist vollständig unterstützt.
Kosten & Förderungen für bidirektionales Laden
| Komponente | Kosten (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
|
Bidirektionale DC-Wallbox
z.B. Ambibox ambiCHARGE, Quasar 2
|
ab 1.500 € | Markt wächst |
|
Fronius GEN24 Wechselrichter
inkl. PV-Anbindung
|
ab 2.000 € | V2H-fähig |
|
Installation & Inbetriebnahme
Elektriker, Anmeldung
|
500 – 1.500 € | Pflicht |
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Energiemanagementsystem
z.B. neoom connect AI
|
ab 500 € | Empfohlen |
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Gesamtsystem V2H inkl. PV
Vollständige Lösung
|
ab 15.000 € | Inkl. PV-Anlage |
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Spezifische BiDi-Förderung AT
Stand März 2026
|
0 € | Noch nicht vorhanden |
Da noch keine einheitlichen Standards für bidirektionale Systeme existieren, gibt es keine spezifische Förderung. Bestehende Förderungen für PV-Anlagen und stationäre Batteriespeicher können jedoch kombiniert werden — Antragstellung über die EAG-Abwicklungsstelle (OeMAG). Sobald der gesetzliche Rahmen steht, werden Förderungen erwartet.


Zertifizierte PV- & E-Mobilitäts-Experten in Wien, NÖ & Burgenland.
Persönliche Beratung — von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
V2H jetzt planen — kostenlos beraten lassen
Wir analysieren Ihr Haus, Ihre PV-Anlage und Ihr Fahrzeug und zeigen, welche Lösung für Sie heute sinnvoll und umsetzbar ist.
FAQ: Bidirektionales Laden Österreich 2026