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OeMAG Einspeisetarif 2026: Wie viel bekomme ich für meinen Solarstrom?

Photovoltaikanlage auf österreichischem Dach — Stromerzeugung mit PV

📊 Marktanalyse · Österreich · laufend aktualisiert

OeMAG-Einspeisetarif: der aktuelle Wert — und warum er sich gerade von der Untergrenze gelöst hat

Der OeMAG-Tarif für August 2026 liegt bei 8,997 ct/kWh — ein Sprung von rund 46 % gegenüber Juli (6,146 ct/kWh). Damit ist eine Serie gerissen: Von April bis Juli klebte der Tarif vier Monate lang exakt auf der gesetzlichen Untergrenze. Im August liegt er erstmals seit März wieder deutlich darüber, bei rund 86 % des Quartalsmarktpreises.

Der entscheidende Punkt: Der Anstieg kommt nicht aus dem Solarmarkt, sondern von Gas und Wasserkraft — und er sagt nichts darüber, mit welchem Wert Sie Ihre Anlage kalkulieren sollten. Wir zeigen Ihnen die richtige Planungsgröße, die zwei Rechenfehler, die in fast jedem Angebot stecken, und woran Sie erkennen, ob sich Ihr Projekt trägt.

8,997 ct
OeMAG August 2026

+ 46 %
vs. Juli (6,146 ct)

7,3 ct
Jahresmittel 2026 bisher

29 ct
Eigenverbrauch-Wert

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Von photovoltaik-service.at · Letzte Aktualisierung: 6. September 2026 · Lesezeit: 12 Minuten



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📖 Erst die Begriffe sortieren — dann den Markt verstehen

Bevor wir in die Marktanalyse gehen, ein kurzer Begriffs-Check — denn OeMAG-Marktpreis und OeMAG-Einspeisetarif sind zwei verschiedene Dinge. Wir verwenden auf dieser Seite vier Werte konsequent in dieser Bedeutung:

  • §41-Quartalsmarktpreis (E-Control) — Bezugsgröße aus EEX-Futures, am Quartalsende für das Folgequartal festgelegt, gilt dann drei Monate als Korridor-Anker. Q2 2026: 11,967 ct/kWh · Q3 2026: 10,923 ct/kWh.
  • Day-Ahead-Monatsmittel (§ 41 Abs. 2a) — tatsächlicher mengengewichteter Spotpreis-Durchschnitt eines Monats an der Strombörse. Von der OeMAG monatlich rückwirkend ermittelt.
  • OeMAG-Einspeisetarif (Auszahlungswert) — was tatsächlich überwiesen wird: Day-Ahead-Mittel innerhalb des 60–100-%-Korridors, abzüglich Ausgleichsenergie. August 2026: 8,997 ct/kWh.
  • Jahresmittel (unsere Planungsgröße) — Durchschnitt der bisherigen Monatswerte des laufenden Jahres. 2026 bisher: 7,3 ct/kWh. Für jede Wirtschaftlichkeitsrechnung ist das die relevante Zahl, nicht der Monatswert.



Aktueller Tarif

Der aktuelle Tarif — die Serie ist gerissen

Die OeMAG hat den August-Tarif mit 8,997 ct/kWh festgelegt. Gegenüber dem Juli-Wert von 6,146 ct/kWh sind das +2,851 ct/kWh oder rund +46 %. Zum ersten Mal seit März 2026 ist der ausgezahlte Wert wieder ein echter Marktwert und kein gesetzlicher Mindestbetrag.

Einordnung des August-Tarifs im Q3-Korridor:

Quartalsmarktpreis Q3 2026 (E-Control) 10,923 ct/kWh
Korridor-Untergrenze (60 % − Ausgleichsenergie) 6,146 ct/kWh
Korridor-Obergrenze (100 % − Ausgleichsenergie) 10,515 ct/kWh
Impliziertes Day-Ahead-Monatsmittel August ≈ 9,405 ct/kWh
Abzug Ausgleichsenergie PV 2026 − 0,408 ct/kWh
OeMAG Auszahlungswert August 2026 = 8,997 ct/kWh
Der Wert liegt bei rund 86 % des Quartalsmarktpreises, also klar innerhalb des Korridors. Windkraft liegt rechnerisch um konstant 0,046 ct/kWh darunter (unterschiedliche Ausgleichsenergie-Sätze). Quelle: OeMAG · Stand 6.9.2026 — bitte den amtlichen Wert vor Weiterverwendung auf oem-ag.at gegenprüfen.

✅ Was das bedeutet: Solange der Tarif auf der Untergrenze klebte, war Ihr Einspeiseertrag von einer Quartalsfestsetzung abhängig, die an wenigen Handelstagen zustande kam. Jetzt bildet er wieder ab, was am Spotmarkt tatsächlich passiert. Das ist grundsätzlich die gesündere Lage — aber sie ist auch die volatilere. Wer im Juli 6,15 ct bekam und im August 9,00 ct, hat innerhalb eines Monats eine Ertragsschwankung von 46 % erlebt, ohne dass sich an der Anlage irgendetwas verändert hätte.

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Analyse

Warum der Tarif gestiegen ist: Gas und Wasser, nicht Sonne

Der naheliegende Reflex wäre: „Die PV-Einspeisung geht saisonal zurück, also steigen die Preise.“ Das ist diesmal nicht die Erklärung — im August war die europäische Solarerzeugung noch nahe am Jahreshoch. Drei andere Faktoren haben den Day-Ahead-Markt nach oben gedrückt:

  • 🔥
    Gas: Der Nahost-Konflikt hat die LNG-Versorgung getroffen
    Rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung war betroffen, der Wettbewerb zwischen europäischen und asiatischen Käufern verschärfte sich entsprechend. Der CEGH-Day-Ahead-Gaspreis stieg im Monatsverlauf um 18,5 % auf rund 60,3 €/MWh, der TTF um 20,2 % auf 59,1 €/MWh. Weil Gaskraftwerke in den Abendstunden den Preis setzen, schlägt das direkt auf den Strompreis durch.

  • 💧
    Wasserkraft auf historischem Tiefstand
    Die anhaltende Trockenheit und niedrige Wasserführung haben die heimische Wasserkrafterzeugung auf einen historischen Tiefstand gedrückt. Für Österreich ist das der schwerwiegendere Punkt: Fehlende Laufwasserkraft muss durch teurere thermische Erzeugung ersetzt werden — und zwar rund um die Uhr, nicht nur in den PV-Stunden.

  • 📦
    Gasspeicher auf dem niedrigsten Stand seit rund 15 Jahren
    Die EU-Gasspeicher lagen am 8. August bei 58,3 % und überschritten erst am 13. August die 60-%-Marke — unter dem Minimum aller fünf Vorjahre zu diesem Zeitpunkt. Deutschland lag bei 47–48 %, die Niederlande unter 40 %. Dahinter steckt nicht nur Knappheit, sondern ein Strukturproblem: Die anhaltend rückläufige Terminkurve nimmt Händlern den finanziellen Anreiz, im Sommer für den Winter einzuspeichern. Wer trotzdem einspeichern muss und dafür am Spotmarkt kauft, hält die Preise auch in den Sommermonaten hoch. Das ist der Faktor mit der längsten Nachwirkung — er bestimmt die Terminmarktpreise für den Winter mit und damit auch den Q4-Anker Ende September.

⚠️ Die unbequeme Lesart: Ihr Einspeiseertrag ist im August gestiegen, weil Energie in Europa knapper und teurer geworden ist. Als PV-Betreiber profitieren Sie davon auf der Einspeiseseite — aber Sie zahlen es auf der Bezugsseite gleich wieder mit, sobald Ihr Stromliefervertrag nachzieht. Und weil ein typischer Haushalt mehr Strom bezieht, als er einspeist, ist ein steigender Großhandelspreis unterm Strich meist ein Verlust. Genau das ist der Grund, warum wir auf dieser Seite seit Monaten dieselbe Empfehlung geben: Der Hebel liegt im Eigenverbrauch, nicht im Einspeisetarif.
Steigende Energiepreise treffen Sie auf der Bezugsseite härter als sie Ihnen auf der Einspeiseseite helfen.
Wir zeigen Ihnen, wie viel Ihrer Rechnung eine richtig ausgelegte Anlage tatsächlich ersetzt — und ab welcher Größe Sie nur noch Dach vollmachen.

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Einordnung

Warum Tarifprognosen Bandbreiten sind — und keine Punktwerte

🧭 Zur Einordnung

Der August zeigt exemplarisch, warum wir auf dieser Seite mit Bandbreiten statt mit exakten Erwartungswerten arbeiten. Nach vier Monaten auf der Untergrenze sprach die gesamte Erzeugungslage für einen fünften: hohe PV-Einspeisung, milde Witterung, schwacher Tagesmarkt. Den Ausschlag gaben dann aber Faktoren, die mit der Photovoltaik nichts zu tun haben — eine Störung der globalen LNG-Versorgung, ein Wasserkraftjahr am historischen Tiefstand und Gasspeicher, die so leer waren wie seit rund 15 Jahren nicht.

Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel dieses Marktes. Der Einspeisetarif hängt an einem Preisgefüge, in das Geopolitik, Wetter, Speicherstände und Handelsanreize gleichzeitig hineinwirken. Jede seriöse Erwartung ist deshalb ein Korridor mit Auslösebedingungen — kein Wert mit Komma. Wir weisen auf dieser Seite konsequent aus, unter welchen Bedingungen welcher Bereich eintritt, und aktualisieren die Einschätzung monatlich, sobald der amtliche Wert vorliegt.

Für Ihre Investitionsentscheidung heißt das: Ein Tarifwert, der sich innerhalb weniger Wochen um 40 % und mehr bewegen kann, taugt nicht als Fixpunkt einer 20-Jahres-Rechnung. Wer ein Angebot bewertet, muss wissen, welche Annahme darin steckt — und was passiert, wenn sie nicht hält.

Wir prüfen die Annahmen in Ihrem Angebot.
Welcher Einspeisetarif, welche Eigenverbrauchsquote, welche Preissteigerung wurde unterstellt — und trägt die Rechnung auch ohne die optimistische Variante?

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💡 Die praktische Regel für Ihre Kalkulation: Rechnen Sie mit dem Jahresmittel und einer Bandbreite. Eine Kalkulation, die auch im ungünstigen Szenario aufgeht, gibt Ihnen die Sicherheit, die eine Investition über 20 Jahre braucht. → Wir rechnen Ihr Projekt in allen drei Szenarien durch



Ausblick

Ausblick: September und die Q4-Festsetzung

Der Q3-Korridor gilt noch für September: Der Tarif kann sich zwischen 6,146 und 10,515 ct/kWh bewegen. Statt eines Punktwerts nennen wir die Bedingungen, unter denen welcher Bereich eintritt:

Szenario September Bereich Auslösebedingung
Fortsetzung 8,5–10,0 ct/kWh Gaspreise bleiben über 55 €/MWh, Wasserführung erholt sich nicht wesentlich
Entspannung 6,5–8,5 ct/kWh Nahost-Lage beruhigt sich, Herbstniederschläge füllen die Speicherseen, Windaufkommen zieht an
Rückfall auf die Untergrenze 6,146 ct/kWh Deutlicher Gaspreisverfall bei gleichzeitig noch hoher PV-Einspeisung — nach heutigem Stand unwahrscheinlich
⚠️ Der Termin, auf den es ankommt: Ende September 2026. Dann wird der Q4-Quartalsmarktpreis aus den EEX-Futures der letzten Handelstage gebildet — und legt Unter- und Obergrenze für Oktober, November und Dezember fest. Die aktuelle Gemengelage aus angespannter LNG-Versorgung und historisch niedrigen Speicherständen spricht dafür, dass die Futures für das Winterquartal hoch notieren. Ein hoher Q4-Anker hebt die Untergrenze und damit den garantierten Mindestertrag für das gesamte vierte Quartal. Zum Vergleich: Im Winter 2025/26 lag der Tarif bei 8,4 bis 8,8 ct/kWh.
💡 Was wir Ihnen für die Planung empfehlen: Kalkulieren Sie eine mehrjährige Wirtschaftlichkeitsrechnung mit 7 ct/kWh im Jahresmittel und prüfen Sie die Rechnung zusätzlich bei 5 und bei 9 ct. Wenn sich Ihr Projekt nur in der 9-ct-Variante trägt, trägt es sich nicht. Den realistischen Ertrag Ihrer geplanten Anlage berechnen Sie mit unserem Wirtschaftlichkeitsrechner.
Planen Sie gerade eine Anlage — und rechnen mit dem falschen Tarif?
Wir setzen realistische Annahmen ein und sagen Ihnen, ob Ihr Projekt auch im ungünstigen Szenario trägt — damit Sie mit Sicherheit statt mit Hoffnung investieren.

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Langfristperspektive

Wo liegt der Einspeisetarif in den nächsten Jahren?

Wer heute eine Anlage baut, betreibt sie 20 bis 25 Jahre. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht der Wert dieses Monats, sondern die Richtung des Jahrzehnts. Sie lässt sich nicht vorhersagen — aber die Kräfte, die darauf einwirken, sind bekannt und lassen sich sauber gegeneinanderstellen. Zwei davon ziehen in entgegengesetzte Richtungen, und genau daraus ergibt sich das Bild.

▲ Was den Strompreis stützt

Die Nachfrage wächst — historisch stark

  • Rechenzentren und KI. Der weltweite Rechenzentrums-Stromverbrauch lag 2024 bei rund 415 TWh und 2025 bereits bei etwa 485 TWh. Für 2030 werden global rund 950 TWh erwartet — etwa 3 % des Weltstromverbrauchs, so viel wie ganz Japan heute. In Europa sollen es bis 2030 rund 168 TWh werden, ungefähr 5 % der EU-Nachfrage und damit so viel wie der gesamte Stromverbrauch Polens.
  • Elektrifizierung statt Gas. Wärmepumpen ersetzen Gasthermen, E-Fahrzeuge ersetzen Verbrenner, Teile der Industrie stellen Prozesse auf Strom um. Für Österreich wird deshalb bis 2040 ein Strombedarf von knapp 140 TWh erwartet — annähernd eine Verdoppelung gegenüber heute, während der gesamte Energiebedarf durch die höhere Effizienz sogar sinkt.
  • Gas bleibt vorerst Preissetzer. In den Stunden ohne Sonne und Wind bestimmen Gaskraftwerke weiterhin den Preis. Solange das so ist, wirken Gasmarkt und Geopolitik direkt auf den Strompreis — der August 2026 hat das eindrucksvoll gezeigt.
▼ Was den PV-Erlös dämpft

Das Angebot wächst zur selben Tageszeit

  • Der Gleichzeitigkeitseffekt. Alle Solaranlagen produzieren zur selben Stunde. Je mehr Leistung europaweit zugebaut wird, desto stärker sinkt der Preis genau in diesen Stunden — und damit der Wert, den eine eingespeiste Kilowattstunde erzielt.
  • Was Studien dazu erwarten. Eine Untersuchung des Analysehauses enervis rechnet für den deutschen Markt — der über die Strombörse eng mit Österreich verbunden ist — bis 2028 mit einem Marktwert von rund 37 €/MWh für Solarstrom. Das entspricht etwa 3,7 ct/kWh und rund einem Viertel unter dem heutigen Niveau. Der Effekt wirkt grenzüberschreitend.
  • Speicher wirken gegen, aber langsam. Batteriespeicher glätten die Erzeugung und heben den erzielbaren Preis. Ihr Ausbau kommt derzeit allerdings noch nicht in dem Tempo voran, in dem neue Erzeugungsleistung entsteht.

🎯 Die entscheidende Einsicht: Strompreis und Einspeisewert entwickeln sich auseinander

Beide Meldungen können gleichzeitig zutreffen — „Strom wird auf Jahre knapp und teuer“ und „der Einspeisetarif bleibt niedrig“. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Tageszeit.

Die neue Nachfrage entsteht überwiegend dort, wo die Photovoltaik nicht liefert. Rechenzentren brauchen Strom rund um die Uhr, Wärmepumpen vor allem im Winter und am Abend, E-Fahrzeuge typischerweise nach Feierabend. Diese Last stützt die Nacht-, Winter- und Abendpreise. Die Mittagsstunden dagegen füllen sich weiter mit Solarstrom aus ganz Europa.

Weil der OeMAG-Tarif nach § 41 ÖSG mit den tatsächlich vermarkteten Ökostrommengen gewichtet wird, folgt er dem Preis der Erzeugungsstunden — nicht dem Tagesdurchschnitt. Der allgemeine Strompreis und der Einspeiseerlös können sich deshalb dauerhaft unterschiedlich entwickeln.

Was daraus folgt — und das ist die gute Nachricht:

  • Eigenverbrauch gewinnt doppelt. Der Bezugspreis wird von der wachsenden Nachfrage gestützt. Jede selbst genutzte Kilowattstunde wird damit tendenziell wertvoller — unabhängig davon, wohin sich der Einspeisetarif bewegt.
  • Flexibilität wird zum Ertragsfaktor. Wer Strom aus der Mittagsstunde in die Abendstunde verschieben kann, verkauft ihn genau dort, wo die neue Nachfrage entsteht. Speicher, steuerbare Verbraucher und bidirektionales Laden werden damit von der Komfortfunktion zum Wirtschaftlichkeitshebel.
  • Der gesetzliche Korridor gewinnt an Bedeutung. Die Untergrenze ist an den Grundlast-Quartalspreis gekoppelt. Bleibt dieser durch die wachsende Nachfrage hoch, während der Wert der Mittagsstunde sinkt, greift der Mindesttarif häufiger — er sichert dann genau jene Erlöse ab, die der Markt allein nicht mehr hergibt.
  • Wärmepumpe und E-Auto werden zum Multiplikator. Sie erhöhen den Verbrauch in genau den Stunden, in denen sich Eigenverbrauch am stärksten auszahlt — und verbessern damit die Rechnung der gesamten Anlage, wie unsere beiden Rechenbeispiele zeigen.

💡 Unsere Planungsempfehlung für die kommenden Jahre: Legen Sie Ihrer Wirtschaftlichkeitsrechnung ein Einspeise-Jahresmittel im Bereich von 5 bis 8 ct/kWh zugrunde und prüfen Sie zusätzlich, wie das Projekt am unteren Rand dieser Spanne aussieht. Trägt es sich auch dort, haben Sie eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Den weitaus größeren Hebel legen Sie ohnehin auf der Eigenverbrauchsseite — und dieser Hebel wird nach heutigem Stand über die Jahre eher stärker.
ℹ️ Hinweis zu diesen Angaben

Die hier dargestellten Entwicklungen sind Szenarien auf Basis öffentlich verfügbarer Studien und Prognosen, keine Zusicherung künftiger Werte. Strommärkte hängen von Wetter, Konjunktur, Rohstoffpreisen, geopolitischen Ereignissen, dem Tempo des Netz- und Speicherausbaus sowie von regulatorischen Entscheidungen ab — auch die gesetzlichen Berechnungsregeln des Einspeisetarifs können durch Gesetzes- oder Verordnungsnovellen geändert werden. Einzelne Monate und Jahre können deutlich von jedem Szenario abweichen.

Die genannten Zahlen geben den Stand der uns vorliegenden Quellen zum Zeitpunkt der Erstellung wieder (Datenstand: September 2026); die Studie zum Solar-Marktwert bezieht sich auf den deutschen Markt und ist wegen der gekoppelten Strombörsen als Richtungsindikator, nicht als Österreich-Prognose zu verstehen. Diese Seite dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für Ihre konkrete Investitionsentscheidung empfehlen wir eine Einzelfallbetrachtung.

Wir rechnen Ihr Projekt über die gesamte Laufzeit — mit Szenarien statt mit einem Wert.
Sie sehen, wie sich Ihre Anlage bei unterschiedlicher Marktentwicklung verhält, und wissen vorher, welche Ausbaustufen sich wann lohnen. Das ist die Sicherheit, auf der eine Investition über 20 Jahre steht.

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Berechnung

Wie wird der OeMAG-Einspeisetarif berechnet?

Die OeMAG ist gesetzlich verpflichtet, überschüssigen Solarstrom von PV-Anlagen bis 500 kWp abzunehmen. Der Tarif basiert auf dem Großhandelspreis der Strombörse — nicht auf dem Endkundenpreis. Vier Bausteine:

  • 📈
    Basis: Quartalsmarktpreis der E-Control
    Die E-Control bildet den arithmetischen Durchschnitt der EEX-Futures-Preise der letzten fünf Handelstage des Vorquartals. Das sind nicht die Day-Ahead-Spotpreise, sondern Terminkontrakte auf künftige Lieferungen. Q2 2026: 11,967 ct/kWh — Q3 2026: 10,923 ct/kWh, festgesetzt Ende Juni 2026.

  • Abzug Ausgleichsenergie
    Da PV-Strom nicht exakt planbar ist, entstehen der OeMAG Kosten für Regelenergie. 2026 werden für PV 0,408 ct/kWh abgezogen, für Windkraft 0,454 ct/kWh. Daraus ergibt sich seit 2026 eine konstante Differenz von 0,046 ct/kWh zwischen beiden Technologien. Der Abzugswert wird jährlich neu festgelegt.

  • 📏
    Ober- und Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG)
    Der Monatswert darf maximal 100 % und mindestens 60 % des Quartalsmarktpreises betragen. Im dritten Quartal 2026 ergibt das einen Korridor von 6,146 bis 10,515 ct/kWh. Die Untergrenze schützt vor Monaten mit sehr niedrigen oder negativen Spotpreisen — die Obergrenze deckelt umgekehrt den Ertrag in Preisspitzen.

  • 📅
    Monatliche Veröffentlichung im Nachhinein
    Der Tarif wird monatlich rückwirkend festgelegt — der August-Wert also Anfang September. Das erschwert die Vorabplanung, erlaubt aber eine genaue Abrechnung. Veröffentlichung auf oem-ag.at und eag-abwicklungsstelle.at.

🎯 Der zentrale Mechanismus: zwei Uhren, die unterschiedlich schnell laufen

Diese Logik ist der Schlüssel zum Verständnis der Werte — und sie wird selten klar erklärt:

Der Korridor wird aus Terminmarktpreisen gebildet und gilt drei Monate. Der Tarif darin folgt dem Spotmarkt und ändert sich monatlich. Zwei Preisbildungen mit völlig unterschiedlicher Taktung — und daraus entstehen Effekte, die auf den ersten Blick paradox wirken.

Der Verlauf 2026 macht es anschaulich:

  • Ende März: EEX-Futures durch die Nahost-Eskalation aufgebläht — Q2-Marktpreis wird mit 11,967 ct/kWh hoch fixiert.
  • April bis Juni: Entspannung und rekordhohe PV-Einspeisung drücken die echten Spotpreise tief. Die Untergrenze von 6,772 ct/kWh liegt drei Monate lang über dem Markt — der Schutzmechanismus greift durchgehend.
  • Ende Juni: Die Futures haben sich beruhigt — der Q3-Marktpreis fällt auf 10,923 ct/kWh, die Untergrenze sinkt auf 6,146 ct/kWh.
  • Juli: Der Spotmarkt ist unverändert schwach, der Tarif folgt der neuen, tieferen Untergrenze exakt nach unten. Betreiber verlieren 9,2 %, ohne dass sich am Markt etwas geändert hätte.
  • August: Gasknappheit und Trockenheit treiben den Spotmarkt nach oben. Der Tarif löst sich von der Untergrenze und springt auf 8,997 ct/kWh — auf Basis eines Quartalsankers, der noch die Entspannung von Ende Juni abbildet.

Die Konsequenz für PV-Betreiber: In Monaten auf der Untergrenze hängt Ihr Ertrag an einer Momentaufnahme des Terminmarkts. In Monaten darüber hängt er am Spotmarkt. Vorhersagbar ist beides nicht — und keiner der beiden Werte hat etwas mit der Qualität oder Auslegung Ihrer Anlage zu tun. Das ist der eigentliche Grund, warum der Einspeiseertrag der schwächste Baustein jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung ist.



Historik

Tarif-Verlauf 2024–2026: der ehrliche Blick

Wer die Entwicklung verfolgt, sieht kein Muster, sondern Volatilität: Zwischen dem Tiefstwert im März und dem Höchstwert im Jänner 2026 liegt ein Faktor von mehr als 1,5. Die Energiekrise von 2022 (51,43 ct/kWh) ist ein historischer Ausreißer und taugt für keine Planung.

Zeitraum OeMAG Einspeisetarif Tendenz Anmerkung
Q4 2022 (Rekord) 51,43 ct/kWh ▲ Extrem §41-Quartalsmarktpreis vor dem Modellwechsel 2024 — Energiekrise
Q2 2024 7,76 ct/kWh ▼ Normalisiert Rückkehr in den langfristigen Korridor
Dezember 2024 8,70 ct/kWh ▲ Leicht steigend Typisches Winterhoch
Jänner 2026 8,842 ct/kWh ▲ Stabil hoch Winterhoch, vergleichbar mit Dezember 2024
Februar 2026 8,457 ct/kWh ▼ Leicht fallend Saisonale Beruhigung
März 2026 5,720 ct/kWh ▼▼ Stark gefallen −32 % — frühe PV-Einspeisung drückt die Day-Ahead-Preise
April 2026 6,772 ct/kWh ▲ Untergrenze Untergrenze greift erstmals 2026
Mai 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Zweiter Monat auf dem Mindesttarif
Juni 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Dritter Monat — gesamtes Q2 zum Mindesttarif
Juli 2026 6,146 ct/kWh ▼ Neue Untergrenze −9,2 % durch den tieferen Q3-Anker, vierter Monat auf dem Mindesttarif
August 2026 8,997 ct/kWh ▲▲ Über der Untergrenze +46 % — erster echter Marktwert seit März, getrieben von Gas und Wasserkraftausfall
📊 Was die Zahlen sagen: Das Jahresmittel 2026 liegt nach acht Monaten bei rund 7,3 ct/kWh — bei einer Spannweite von 5,720 bis 8,997 ct. Für eine belastbare Kalkulation ist deshalb das Mittel die richtige Größe — weder der beste noch der schwächste Monat. → Wir hinterlegen die passenden Annahmen für Ihr Projekt
💡
Aha-Moment: Von März bis Juli hat sich der ausgezahlte Tarif dreimal verändert, ohne dass sich der Strommarkt bewegt hätte — jedes Mal war es nur die quartalsweise Neufestsetzung des Ankers. Im August war es umgekehrt: Der Anker blieb gleich, der Markt hat sich bewegt. Für Ihre Anlage macht das keinen Unterschied — für das Verständnis der Zahl schon. → Mechanismus im Detail nachlesen



Vergleich

OeMAG vs. Energieversorger vs. gemeinsame Energienutzung

Die OeMAG ist nicht der einzige Abnehmer für Ihren PV-Überschuss. Drei Alternativen — jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen:

Abnehmer Tarif Bedingung Vorteil
OeMAG (Marktpreismodell) 8,997 ct/kWh (Aug. 26) keine — gesetzliche Abnahmepflicht kein Strombezugsvertrag nötig, unabhängig vom Lieferanten
Wien Energie, EVN, KELAG, Energie Burgenland variabel Stromkunde beim jeweiligen EVU teils höher als OeMAG, einfache Abwicklung, oft Bindung an den Bezugsvertrag
Energiegemeinschaft / gemeinsame Energienutzung frei vereinbar, oft 10–15 ct/kWh Teilnahme, Nähe-Kriterium höchste Vergütung, regionaler Beitrag
⚠️ Achtung, Rechtsänderung ab 1. Oktober 2026: Mit dem Inkrafttreten der §§ 65–72 ElWG wird die gemeinsame Energienutzung neu geordnet. Ab 5. Oktober 2026 sind die neuen Modelle zunächst nur mit Zählpunkten beim selben Netzbetreiber nutzbar; netzübergreifend ist frühestens ab April 2027 damit zu rechnen. Wichtig für die Kalkulation: Bis 31. Dezember 2026 erhalten Teilnehmer an Peer-to-Peer-Verträgen, Eigenversorgungsanlagen (EVA) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) keine ermäßigten Netzentgelte — nur Mitglieder lokaler und regionaler Erneuerbarer-Energiegemeinschaften (EEG) behalten sie in der Übergangszeit. Bestehende Energiegemeinschaften müssen in das neue System überführt werden. → Was sich konkret ändert
Unsere Einschätzung: Für die einfachste Abwicklung ohne Vertragsbindung ist die OeMAG die sichere Wahl — und der einzige Abnehmer mit gesetzlicher Abnahmepflicht. Wer bereits Stromkunde bei einem EVU ist, sollte dessen Einspeisetarif vergleichen, dabei aber auf die Kopplung an den Bezugsvertrag achten. Die höchste Vergütung erzielen Sie in aller Regel in einer Energiegemeinschaft — mit dem Vorbehalt, dass sich deren rechtliche Grundlage gerade ändert und die Netzentgelt-Vorteile bis Jahresende eingeschränkt sind.



Wirtschaftlichkeit

Eigenverbrauch vs. Einspeisung: die ehrliche Rechnung

Hier wird es konkret. Bei einem Jahresmittel von 7,3 ct/kWh Einspeisevergütung und rund 29 ct/kWh Strombezugspreis ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde etwa viermal so wertvoll wie eine eingespeiste. Dieses Verhältnis ist die zentrale wirtschaftliche Größe Ihrer Anlage — und es ist deutlich stabiler als der Einspeisetarif, weil es am Bezugspreis hängt.

Einspeisung ins Netz
≈ 7,3 ct/kWh
Jahresmittel 2026, was die OeMAG zahlt

vs.
Eigenverbrauch
≈ 29 ct/kWh
Was Sie an Netzbezug sparen

📐 Zwei Kennzahlen, die leicht verwechselt werden — und den Unterschied machen:

  • Eigenverbrauchsquote = Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst nutzen.
  • Autarkiegrad = Anteil Ihres Verbrauchs, den die Anlage deckt.

Bei 9.000 kWh Erzeugung und 4.500 kWh Verbrauch sind 30 % Eigenverbrauchsquote (2.700 kWh) etwas völlig anderes als 30 % Autarkie (1.350 kWh) — nämlich der doppelte Wert. Wer beide Größen sauber trennt, bekommt ein Ergebnis, auf das er sich verlassen kann. Wir rechnen unten durchgängig mit dem Autarkiegrad und weisen die Eigenverbrauchsquote separat aus.

🧮 Fall 1: 10 kWp in Wien, klassischer Haushalt — 4.500 kWh Verbrauch, 9.000 kWh Jahresertrag
Variante Autarkie Eigenverbr.-quote Eigenverbrauch Einspeisung Ertrag/Jahr
Ohne Speicher 30 % 15 % 1.350 kWh × 29 ct = 392 € 7.650 kWh × 7,3 ct = 558 € 950 €
Mit 10-kWh-Speicher 65 % 33 % 2.925 kWh × 29 ct = 848 € 6.075 kWh × 7,3 ct = 443 € 1.292 €
→ Mehrertrag durch den Speicher: rund 342 €/Jahr. Bei einer Netto-Investition von ca. 4.500 € (nach EAG-Förderung) ergibt das eine Amortisation von rund 13 Jahren — bei einer typischen technischen Lebensdauer von 12–15 Jahren.
Gut zu wissen: Für dieses Verbrauchsprofil entsteht der Speichernutzen nur zu einem Teil aus der Preisdifferenz. Den größeren Teil liefern drei andere Hebel — Notstromfähigkeit, dynamische Tarife und der Leistungstarif ab 2027. Wer sie mitplant, kommt zu einer deutlich besseren Gesamtrechnung. → Die drei Hebel im nächsten Abschnitt.

🧮 Fall 2: dasselbe Dach, aber mit Wärmepumpe und E-Auto — 9.000 kWh Verbrauch
Variante Autarkie Eigenverbr.-quote Eigenverbrauch Einspeisung Ertrag/Jahr
Ohne Speicher 30 % 30 % 2.700 kWh × 29 ct = 783 € 6.300 kWh × 7,3 ct = 460 € 1.243 €
Mit Speicher + Steuerung 60 % 60 % 5.400 kWh × 29 ct = 1.566 € 3.600 kWh × 7,3 ct = 263 € 1.829 €
→ Mehrertrag: rund 586 €/Jahr. Amortisation: rund 8 Jahre. Derselbe Speicher, dieselbe Anlage, dieselben Strompreise — nur ein anderes Verbrauchsprofil.
Annahmen für beide Fälle: Süd-Ausrichtung, 30° Dachneigung, 10 kWp mit 900 kWh/kWp Jahresertrag, Strombezugspreis 29 ct/kWh brutto, Einspeisung zum Jahresmittel 7,3 ct/kWh, 10-kWh-Speicher zu ca. 6.000 € brutto abzüglich EAG-Förderung von 150 €/kWh. Alle Werte sind gerundet und ersetzen keine Einzelfallberechnung — Verbrauchsprofil, Dachausrichtung und Tarif verschieben das Ergebnis erheblich.

💰 Das Fazit in einem Satz: Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage mit Speicher entscheidet sich am Verbrauchsprofil, nicht am Einspeisetarif. Zwischen Fall 1 und Fall 2 liegen fünf Jahre Amortisationsunterschied — verursacht ausschließlich dadurch, wann und wie viel Strom im Haus gebraucht wird. Deshalb ist die erste Frage in jeder seriösen Auslegung nicht „wie viele kWp?“, sondern „wie sieht Ihr Lastgang aus?“.
Wir rechnen Ihren Fall — mit Ihrem Lastgang, nicht mit einem Musterhaushalt.
Aus Ihren Verbrauchsdaten ermitteln wir die Anlagen- und Speichergröße, die für Sie den höchsten Ertrag bringt — und zeigen Ihnen, welche Ausbaustufen sich später noch lohnen.

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Batteriespeicher

Lohnt sich ein Batteriespeicher — wirklich?

Die Rechnung oben hat gezeigt: Über die reine Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisetarif trägt sich ein Speicher bei einem durchschnittlichen Haushalt gerade so. Das ist die unbequeme Ausgangslage. Es gibt aber drei Hebel, die die Rechnung tatsächlich drehen — und keiner davon steht üblicherweise im Angebot:

  • 1
    Der Leistungstarif ab 2027 — der derzeit unterschätzte Faktor
    Mit der neuen Systemnutzungsentgelte-Verordnung soll ab 1. Jänner 2027 ein leistungsbezogener Anteil in die Netzentgelte einziehen. Dann kostet nicht mehr nur die bezogene Menge, sondern auch die höchste bezogene Leistung. Ein Speicher, der die Abendspitze abfängt — Wärmepumpe und Wallbox laufen gleichzeitig —, senkt dann eine Kostenposition, die es heute in dieser Form noch nicht gibt. Das ist kein Zukunftsversprechen, sondern ein bereits absehbarer Regulierungsschritt. Für Gewerbebetriebe mit Lastspitzen ist es der mit Abstand größte Hebel.

  • 2
    Dynamische Tarife: aus der Volatilität Ertrag machen
    Genau die Preisschwankungen, die den Einspeisetarif im August um 46 % bewegt haben, sind mit einem spotpreisbasierten Bezugsvertrag und einem steuerbaren Speicher ein Vorteil statt eines Risikos: Laden in den günstigen Nachtstunden, Entladen in der teuren Abendspitze. Das funktioniert unabhängig von der Sonne und hebt den Speichernutzen aus der reinen PV-Logik heraus.

  • 3
    Notstromfähigkeit — ein Wert, der sich nicht amortisiert, sondern versichert
    Ein notstromfähiger Speicher hält Kühlung, Heizungssteuerung und Kommunikation bei einem Netzausfall aufrecht. Das ist keine Rendite, sondern eine Versicherungsleistung — und sollte auch so bewertet werden: nicht in der Amortisationsrechnung, sondern als bewusst gekaufter Zusatznutzen. Wichtig: Notstromfähigkeit ist keine Selbstverständlichkeit und muss im Angebot ausdrücklich enthalten sein.

10-kWh-Speicher inkl. Montage (Richtwert brutto)~6.000 €
− EAG-Förderung (150 €/kWh × 10 kWh)− 1.500 €
Netto-Investition~4.500 €
Klassischer Haushalt (4.500 kWh): 342 €/Jahr →~13 Jahre
Mit Wärmepumpe/E-Auto (9.000 kWh): 586 €/Jahr →~8 Jahre

🔋 Sie haben bereits ein E-Auto? Dann prüfen Sie vor jedem stationären Speicher die Alternative: Beim bidirektionalen Laden dient die Fahrzeugbatterie als Pufferspeicher — mit typischerweise fünf- bis achtfacher Kapazität eines Heimspeichers und ohne zweite Batterieinvestition. Die Technik ist inzwischen marktreif, aber an konkrete Fahrzeug- und Wallbox-Kombinationen gebunden. → Welche Fahrzeuge und Wallboxen das heute können

FÜR GEWERBEBETRIEBE

Im Gewerbe rechnet der Speicher anders — und meist besser

Was für den Haushalt eine knappe Rechnung ist, kippt im Gewerbe deutlich ins Positive. Der Grund liegt nicht in der Technik, sondern in der Kostenstruktur:

  • 1
    Lastspitzen kosten heute schon Geld — ab 2027 mehr. Wer ein Leistungsentgelt zahlt, senkt mit jeder gekappten Spitze eine Fixkostenposition. Diese Ersparnis fällt an, ob die Sonne scheint oder nicht.
  • 2
    Das Lastprofil passt zur PV. Produktion und Kühlung laufen tagsüber — der Autarkiegrad liegt im Gewerbe oft schon ohne Speicher über dem, was ein Haushalt mit Speicher erreicht.
  • 3
    Steuerliche Abschreibung und Fördersätze. Die Investition wird abgeschrieben, was die effektive Belastung gegenüber dem Privathaushalt deutlich senkt.

💡 Die richtige Frage lautet nicht „lohnt sich ein Speicher?“, sondern: „Welche Kostenposition soll er senken — Arbeitspreis, Leistungspreis oder Ausfallrisiko?“ Je nach Antwort ergibt sich eine völlig andere Auslegung und Größe.

Gewerblicher Batteriespeicher neoom Blokk

Systembeispiel
Gewerbespeicher (neoom Blokk) — modular skalierbar von 50 kWh bis in den MWh-Bereich

~8 J.
Amortisation bei hohem Eigenverbrauch
~13 J.
Amortisation bei klassischem Haushalt
1.1.2027
Leistungstarif in den Netzentgelten
150 €/kWh
EAG-Förderung Speicher 2026



Energiemanagementsystem für Eigenverbrauchsoptimierung

Energiemanagement-System
Automatisierte Lastverschiebung und Speichersteuerung in Echtzeit

EHRLICH GERECHNET

Energiemanagement: wann es sich rechnet — und wann nicht

Ein Energiemanagementsystem (EMS) hebt den Autarkiegrad, indem es Verbraucher gezielt in die Erzeugungsstunden verschiebt. Der Nutzen hängt aber vollständig davon ab, ob es überhaupt etwas zu verschieben gibt:

  • 1
    Ohne große steuerbare Lasten: geringer Nutzen. In einem Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch hebt ein EMS den Autarkiegrad typischerweise nur um wenige Prozentpunkte — das sind rund 100 € im Jahr. Bei 1.500–3.000 € Investition rechnet sich das über die Autarkie allein nicht.
  • 2
    Mit Wärmepumpe, Wallbox oder Boiler: deutlicher Hebel. Hier verschiebt das EMS je nach Profil 1.000–2.000 kWh pro Jahr aus dem Netzbezug in die Eigenerzeugung. Das sind 200–400 € jährlich — und damit eine Amortisation im Bereich von 5–10 Jahren.
  • 3
    Mit dynamischem Tarif: der eigentliche Business Case. Erst die Kombination aus steuerbaren Lasten, Speicher und spotpreisbasiertem Bezugsvertrag macht das EMS zum Renditetreiber — weil es dann nicht nur Sonnenstunden, sondern auch Preisstunden ausnutzt.

💡 Unsere Empfehlung: Bewerten Sie das EMS als eigene Investition mit eigener Amortisation. Getrennt gerechnet sehen Sie klar, welcher Baustein wie viel beiträgt — und können gezielt dort investieren, wo der Hebel am größten ist.

30 → 65 %
Autarkie durch Speicher
+5–10 %
zusätzlich durch EMS (mit steuerbaren Lasten)
100–400 €
EMS-Mehrertrag/Jahr, je nach Profil
1.500–3.000 €
typische EMS-Investition



⏰ TERMIN

EAG-Fördercall: 8. bis 22. Oktober 2026

Der dritte und letzte Fördercall des Jahres startet mit der Ticketziehung am 8. Oktober ab 17:00 Uhr, die Einreichung ist ab 9. Oktober um 8:00 Uhr möglich. Vergabe nach dem Prinzip First-Come-First-Served. Fördersätze: 150 €/kWp bis 10 kWp, 140 €/kWp bis 20 kWp, 130 €/kWp bis 100 kWp, 120 €/kWp bis 1.000 kWp; Speicher 150 €/kWh bis 50 kWh, ausschließlich in Verbindung mit einem PV-Antrag. Dazu bis zu 30 % Made-in-Europe-Bonus.

Wichtig: Für die Einreichung brauchen Sie die Zählpunktnummer. Deren Beantragung beim Netzbetreiber dauert je nach Region zwei bis acht Wochen — wer jetzt startet, ist knapp dran.



Anmeldung

So melden Sie sich bei der OeMAG an

  • 1
    Einspeisezählpunkt beim Netzbetreiber beantragen
    Der Netzbetreiber meldet Ihre Anlage in der Regel automatisch bei der OeMAG an. Alternativ läuft die Anmeldung über die EAG-Abwicklungsstelle. Planen Sie zwei bis acht Wochen Vorlauf ein.

  • 2
    Marktpreisvertrag beantragen
    Wer aktiv zur OeMAG wechseln möchte, stellt einen Antrag über deren Ticketsystem. Bearbeitungszeit rund zwei bis vier Wochen. Die Verträge im Marktpreismodell laufen bis längstens 31.12.2030 — prüfen Sie den aktuellen Stand vor Vertragsabschluss.

  • 3
    Abrechnung
    Die Einspeisemenge wird vom Netzbetreiber abgelesen und an die OeMAG übermittelt — je nach Zählerkonfiguration monatlich oder jährlich. Die Gutschrift folgt im Monat nach der Übermittlung.

Mössenlechner Consulting — unabhängige PV-Beratung im D-A-CH-Raum

Wir prüfen Ihr Angebot, bevor Sie unterschreiben

Wir planen Ihre Anlage, holen die Angebote ein und begleiten Sie bis zur Abnahme. Sie bekommen eine klare Empfehlung mit Zahlen — und wissen vorher, was Sie bekommen. Erfahrungsgemäß sparen Sie dabei fünfstellige Beträge.

Jetzt Gespräch vereinbaren



Unsere Leistungen

Was wir für Sie prüfen — und warum sich das rechnet

Wir arbeiten in Ihrem Auftrag. Wir prüfen Ihr Angebot auf Herz und Nieren — Technik, Auslegung, Ertrag und Zahlen. So wissen Sie, was Ihre Anlage wirklich kann, und entscheiden mit Zahlen statt mit Bauchgefühl.

50.000 €
So weit lagen die Angebote für dieselbe Anlage auseinander. 137 kWp, gleiche Leistungsbeschreibung, ein Vergabeverfahren aus unserer Praxis. Wer vergleicht, spart meist ein Vielfaches unseres Honorars.

A

Technische Angebotsprüfung

Wir prüfen Ihr Angebot auf Herz und Nieren: Komponenten, Auslegung, Ertragsprognose, Wirtschaftlichkeitsrechnung und Vollständigkeit des Leistungsverzeichnisses. Sie erfahren, was Sie tatsächlich kaufen — vor der Unterschrift.

Angebot prüfen lassen →

B

Vergabebegleitung

Wir erstellen das Leistungsverzeichnis, holen vergleichbare Angebote aus einem geprüften Bieterpool ein und führen den Preisvergleich auf gleicher Basis. Erst dadurch werden Angebote überhaupt vergleichbar — und erst dann zeigt sich die tatsächliche Preisspanne.

Vergabe anfragen →

C

Baubegleitung und Abnahme

Wir begleiten die Ausführung, dokumentieren den Baufortschritt und führen die Abnahme durch — inklusive Anmeldeunterlagen, Zählpunktsituation und Förderabwicklung. So geht Ihre Anlage in dem Zustand in Betrieb, für den Sie bezahlt haben.

Baubegleitung anfragen →

Richtpreise (netto, Festpreis — kein Stundensatz)
A — Technische Angebotsprüfung 2.400 €
B — Vergabebegleitung 1.800 €
C — Baubegleitung und Abnahme 2.800 €
Paket A–C 6.300 €
Optional: Verschattungssimulation 2.700 €

Module einzeln buchbar. Für Gewerbeprojekte, Großdächer und Speicherprojekte erstellen wir ein individuelles Angebot — sprechen Sie uns an.

Jetzt Gespräch vereinbaren →

🏭 Für Gewerbe und Investoren: Wir übernehmen die technische und wirtschaftliche Due Diligence für Projekte mit Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur — von der Eigenverbrauchs- und Peak-Shaving-Analyse im Gewerbegebiet bis zur Bewertung netzgekoppelter Großspeicher. Gerade vor dem Leistungstarif ab 2027 entscheidet die Auslegung darüber, welche Netzkosten Sie die nächsten zehn Jahre tragen. → Projekt besprechen




Unser Angebot

Der Angebots-Check

Sie haben ein PV-Angebot vorliegen. Wir sagen Ihnen, was drinsteht — und was es wert ist.

1
Sie schicken uns Ihr Angebot
Ein PDF genügt. Wenn vorhanden, dazu Ihre Jahresabrechnung. Ortsunabhängig — wir prüfen Projekte in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

2
Wir prüfen es
Technik, Auslegung, Ertragsprognose und Wirtschaftlichkeitsrechnung.

3
Sie bekommen Klarheit
Schriftliche Einschätzung mit Zahlen, in fünf Werktagen.

390 € netto
Bei Beauftragung einer weiteren Leistung rechnen wir den Betrag voll an.

TÜV-zertifizierter PV-Experte · Beratung im gesamten D-A-CH-Raum, Schwerpunkt Wien · Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags



Häufige Fragen

FAQ: OeMAG-Einspeisetarif Österreich

Wie hoch ist der aktuelle OeMAG-Einspeisetarif?

Der OeMAG-Einspeisetarif für August 2026 beträgt 8,997 ct/kWh — ein Anstieg um rund 46 % gegenüber Juli (6,146 ct/kWh). Der Tarif wird monatlich rückwirkend festgelegt. Basis ist der §41-Quartalsmarktpreis der E-Control (Q3 2026: 10,923 ct/kWh), innerhalb eines Korridors von 60 bis 100 % und abzüglich 0,408 ct/kWh Ausgleichsenergie für PV. Der August-Wert liegt bei rund 86 % des Quartalspreises und damit erstmals seit März wieder deutlich über der Untergrenze. Den amtlichen Wert veröffentlicht die OeMAG auf oem-ag.at.

Warum ist der Tarif im August so stark gestiegen?

Nicht wegen der Solarerzeugung, sondern wegen Gas und Wasserkraft. Der Nahost-Konflikt hat rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung gestört, die Gaspreise stiegen im Monatsverlauf um rund 18–20 %. Gleichzeitig drückte anhaltende Trockenheit die heimische Wasserkrafterzeugung auf einen historischen Tiefstand, und die EU-Gasspeicher lagen Anfang August bei 58,3 % — unter dem Minimum aller fünf Vorjahre und dem niedrigsten Stand zu dieser Jahreszeit seit rund 15 Jahren. Weil Gaskraftwerke in den teuren Stunden den Preis setzen, hebt das den gesamten Day-Ahead-Markt — und damit den Einspeisetarif.

Was bedeutet die gesetzliche Untergrenze für meine Abrechnung?
Nach § 41 Abs. 2a ÖSG darf der Monatswert 60 % des Quartalsmarktpreises nicht unterschreiten und 100 % nicht überschreiten. Im dritten Quartal 2026 ergibt das einen Korridor von 6,146 bis 10,515 ct/kWh. Liegt das Day-Ahead-Monatsmittel unter der Untergrenze, bekommen Sie trotzdem den Mindestbetrag — das war von April bis Juli 2026 durchgehend der Fall. Liegt es darüber, bekommen Sie den echten Marktwert, gedeckelt bei der Obergrenze.

Mit welchem Wert soll ich für meine Anlage kalkulieren?
Nicht mit dem Monatswert. Das Jahresmittel 2026 liegt nach acht Monaten bei rund 7,3 ct/kWh, bei einer Spannweite von 5,720 bis 8,997 ct. Für eine mehrjährige Wirtschaftlichkeitsrechnung empfehlen wir 7 ct/kWh als Basisannahme und eine Gegenrechnung bei 5 und 9 ct. Wenn sich ein Projekt nur in der optimistischen Variante trägt, trägt es sich nicht.

Wann kommt der nächste Quartalsmarktpreis?
Der Q4-Marktpreis wird Ende September 2026 aus den EEX-Futures der letzten Handelstage gebildet und legt den Korridor für Oktober bis Dezember fest. Angesichts angespannter LNG-Versorgung und niedriger Gasspeicherstände ist ein hoher Anker wahrscheinlich — das würde die garantierte Untergrenze für das Winterquartal anheben. Zum Vergleich: Im Winter 2025/26 lag der Tarif bei 8,4 bis 8,8 ct/kWh.

Ist die OeMAG verpflichtet, meinen Strom abzunehmen?
Ja — die OeMAG ist zur Abnahme von Strom aus PV-Anlagen bis 500 kWp verpflichtet, zum jeweils gültigen Auszahlungswert nach § 41 Abs. 2a ÖSG. Das gilt für Privatpersonen wie für Unternehmen und setzt keinen Strombezugsvertrag voraus.

Lohnt sich Einspeisung oder besser Eigenverbrauch?
Eigenverbrauch deutlich. Bei einem Einspeise-Jahresmittel von 7,3 ct/kWh und einem Strombezugspreis von rund 29 ct/kWh ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde etwa viermal so wertvoll wie eine eingespeiste. Eine Anlage sollte daher auf den Eigenverbrauch ausgelegt werden. Wie stark ein Speicher dabei hilft, hängt jedoch vom Verbrauchsprofil ab: Bei einem Haushalt mit 4.500 kWh liegt die Amortisation bei rund 13 Jahren, mit Wärmepumpe und E-Auto bei rund 8.

Was ändert sich bei Energiegemeinschaften ab Oktober 2026?
Mit 1. Oktober 2026 treten die §§ 65–72 ElWG zur gemeinsamen Energienutzung in Kraft. Ab 5. Oktober sind die neuen Modelle zunächst nur mit Zählpunkten beim selben Netzbetreiber nutzbar, netzübergreifend voraussichtlich ab April 2027. Bis 31. Dezember 2026 erhalten Teilnehmer an Peer-to-Peer-Verträgen, Eigenversorgungsanlagen und Bürgerenergiegemeinschaften keine ermäßigten Netzentgelte — nur lokale und regionale Erneuerbare-Energiegemeinschaften behalten sie in der Übergangszeit. Bestehende Energiegemeinschaften müssen in das neue System überführt werden.

Gibt es unterschiedliche Tarife für PV und Windkraft?
Ja, seit 2026. Vom Marktpreis werden die durchschnittlichen Ausgleichsenergie-Aufwendungen des Vorjahres abgezogen — für Photovoltaik 0,408 ct/kWh, für Windkraft 0,454 ct/kWh. Daraus ergibt sich eine konstante Differenz von 0,046 ct/kWh zugunsten der Photovoltaik. Bis 2025 galt ein einheitlicher Wert für alle Energieträger.

Kann ich von der OeMAG zu einem anderen Anbieter wechseln?
Ja — Sie können zu einem EVU wechseln, sofern Sie dort Stromkunde sind. Ein Wechsel zurück zur OeMAG ist nach einem Tarifverzicht frühestens nach zwölf Monaten möglich. Das Formular muss mindestens vier Wochen vor dem gewünschten Stichtag bei der OeMAG einlangen.

Wie hoch war der Einspeisetarif 2022?
Im Ausnahmejahr 2022 erreichte der §41-Quartalsmarktpreis in Q4 historische 51,43 ct/kWh — bedingt durch die Energiekrise. Achtung: Vor 2024 galt ein anderes Modell. Der Auszahlungswert war direkt der Quartalsmarktpreis abzüglich Abschlägen, ohne Day-Ahead-Korridor. Erst seit 2024 wird der Tarif aus dem Day-Ahead-Monatsmittel innerhalb des 60–100-%-Korridors ermittelt. Die Zahl taugt daher nicht als Vergleichsmaßstab.

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