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OeMAG Einspeisetarif 2026: Wie viel bekomme ich für meinen Solarstrom?

Photovoltaikanlage auf österreichischem Dach — Stromerzeugung mit PV

⚠️ Marktanalyse Juni 2026 · Österreich

OeMAG-Einspeisetarif Juni 2026: 6,772 ct/kWh — was die Zahl wirklich verrät

Die OeMAG hat den Juni-Tarif mit 6,772 ct/kWh festgelegt — exakt derselbe Wert wie im Mai und im April. Was nach Stabilität aussieht, ist in Wahrheit ein Warnsignal: Der Tarif klebt nun den dritten Monat in Folge exakt an der gesetzlichen Untergrenze von 60 % des Q2-Marktpreises (abzüglich Ausgleichsenergie). Das heißt: Die tatsächlichen Strommarktpreise an der Börse liegen darunter — der Tarif wird nicht von der Nachfrage getragen, sondern vom gesetzlichen Schutzmechanismus dort gehalten. Und: Mit der Q3-Festsetzung von Ende Juni sinkt die Untergrenze ab Juli auf 6,146 ct/kWh.

Die gute Nachricht: Wer seine Anlage richtig auslegt, profitiert auch in diesem Marktumfeld — und zwar mehr als je zuvor. Wir zeigen Ihnen wie.

6,772 ct
OeMAG Juni 2026

± 0 %
vs. Mai (6,772 ct)

3. Monat
in Folge auf der Untergrenze

29 ct
Eigenverbrauch-Wert

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Von photovoltaik-service.at · Letzte Aktualisierung: Juli 2026 · Lesezeit: 12 Minuten

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500+ Anlageninstalliert in Ostösterreich
Seit 2018als PV-Fachbetrieb tätig
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📖 Erst die Begriffe sortieren — dann den Markt verstehen

Bevor wir in die Marktanalyse gehen, ein kurzer Begriffs-Check — denn OeMAG-Marktpreis und OeMAG-Einspeisetarif sind zwei verschiedene Dinge. Wir verwenden auf dieser Seite drei Werte konsequent in dieser Bedeutung:

  • §41-Quartalsmarktpreis (E-Control) — Bezugsgröße aus EEX-Futures (arithmetisches Mittel der nächsten vier Quartalsfutures), am Quartalsende festgelegt, gilt 3 Monate als Korridor-Anker. Q2 2026: 11,967 ct/kWh · Q3 2026: 10,923 ct/kWh.
  • Day-Ahead-Monatsmittel (§41 Abs. 2a) — Tatsächlicher mengengewichteter Spotpreis-Durchschnitt eines Monats an der Strombörse. Von der OeMAG monatlich rückwirkend ermittelt.
  • OeMAG-Einspeisetarif (Auszahlungswert) — Was tatsächlich an PV-Betreiber überwiesen wird. Day-Ahead-Mittel innerhalb des 60–100 %-Korridors, abzüglich Ausgleichsenergie. Juni 2026: 6,772 ct/kWh.



Aktueller Tarif

Der Juni-Tarif im Detail — identisch mit Mai und April

Die OeMAG hat den Juni-Tarif mit 6,772 ct/kWh festgelegt — der dritte Monat in Folge mit exakt demselben Wert. Der Juni-Wert ist kein Marktpreis. Er ist ein Mindesttarif.

Berechnung des Juni-Tarifs:

Quartalsmarktpreis Q2 2026 (E-Control) 11,967 ct/kWh
Anwendung 60 %-Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG) 7,180 ct/kWh
Abzug Ausgleichsenergie PV 2026 − 0,408 ct/kWh
OeMAG Auszahlungswert Juni 2026 = 6,772 ct/kWh
Quelle: oem-ag.at · Stand Juli 2026

⚠️ Was hier wirklich passiert: Der Juni-Tarif liegt mathematisch exakt auf der gesetzlichen Untergrenze (60 % des Q2-Marktpreises minus Ausgleichsenergie = 6,772 ct/kWh). Das passiert nur dann, wenn der tatsächliche Day-Ahead-Monatsmittelwert unterhalb dieser Schwelle liegt. Klartext: Die echten Strompreise an der Börse waren auch im Juni so niedrig, dass der OeMAG-Tarif ohne diese gesetzliche Schutzgrenze noch tiefer ausgefallen wäre. Seit April 2026 greift der Mechanismus damit durchgehend — das gesamte zweite Quartal wurde zum Mindesttarif ausgezahlt.



Einordnung

Was bedeutet „Untergrenze greift“ konkret für mich?

Die kurze Antwort: Der stabile Tarif verbirgt eine reale Marktschwäche. Drei Beobachtungen, die zusammen ein klares Bild ergeben:

  • 📉
    Die Day-Ahead-Preise sind weiter schwach — den dritten Monat in Folge
    Auch im Juni muss der Day-Ahead-Monatsmittelwert unter 7,18 ct/kWh gelegen haben — sonst hätte die Untergrenze nicht greifen müssen. Getrieben von der saisonal hohen PV-Einspeisung und zunehmenden Stunden mit sehr niedrigen oder negativen Spotpreisen. Der ausgezahlte Einspeisetarif ist eine gesetzliche Korrektur, kein Marktsignal.

  • Negative Strompreise nehmen zu
    Am 1. Mai 2026 fiel der Day-Ahead-Preis kurzfristig auf −499,99 €/MWh (Quelle: EPEX SPOT, APG-Marktdaten). Solche Extreme sind kein Einzelfall mehr — Branchenanalysen rechnen 2026 mit 600–800 Stunden negativer Strompreise pro Jahr, fast das Doppelte des Vorjahres. PV-Anlagen produzieren genau dann am meisten, wenn der Strompreis am tiefsten ist.

  • 📈
    Der Q2-Quartalsmarktpreis war trotzdem hoch — Q3 kommt niedriger
    Mit 11,967 ct/kWh lag der Q2-Quartalsmarktpreis +29 % über Q1 — der größte Quartalsanstieg seit der Energiekrise 2022. Grund: Die Iran-Krise und die Hormus-Blockade Ende März trieben die EEX-Futures nach oben, kurz bevor der Q2-Wert festgesetzt wurde. Das Ergebnis: hoher Quartalsmarktpreis als Bezugsgröße — aber tiefe Spotpreise im Tagesbetrieb. Ende Juni wurde der Q3-Marktpreis nun mit 10,923 ct/kWh festgesetzt (−9 %). Die Schere schließt sich etwas — von oben.

💡 Was das für Sie heißt: Solange die Schere zwischen Quartalsmarktpreis und tiefen Tagespreisen offen bleibt, klebt der OeMAG-Einspeisetarif an der Untergrenze — und diese Untergrenze sinkt ab Juli auf 6,146 ct/kWh. Wer auf den Einspeisetarif als Renditebaustein setzt, sollte das nüchtern einrechnen — und sein Anlagenkonzept entsprechend ausrichten. Die gute Nachricht: Genau das machen wir täglich.



Ausblick

Q3-Festsetzung ist da: Was Juli bis September bringen

Ende Juni 2026 hat die E-Control den Quartalsmarktpreis für Q3 festgesetzt: 109,23 €/MWh (10,923 ct/kWh) — nach 119,67 €/MWh in Q2, ein Rückgang um rund 9 %. Damit ist auch der neue Korridor für Juli, August und September fixiert:

Neue Untergrenze ab Juli 2026:

Quartalsmarktpreis Q3 2026 (E-Control) 10,923 ct/kWh
Anwendung 60 %-Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG) 6,554 ct/kWh
Abzug Ausgleichsenergie PV 2026 − 0,408 ct/kWh
Mindesttarif Juli–September 2026 = 6,146 ct/kWh
Quelle: e-control.at (§ 41 Abs. 1 ÖSG) · eigene Berechnung · Stand Juli 2026

Monat 2026 Erwarteter Tarif Wahrscheinlichkeit Begründung
Juli 6,15 ct/kWh (neue Untergrenze) hoch Hochsommer bringt maximale PV-Einspeisung in ganz Europa, Day-Ahead-Preise bleiben tief
August 6,15–7,00 ct/kWh mittel Anhaltend hohe PV-Erzeugung; Klimatisierungsbedarf in Südeuropa könnte Spotpreise punktuell stützen
September 6,50–8,50 ct/kWh offen Sinkende PV-Einspeisung und steigende Abendlast — der Tarif könnte sich erstmals wieder von der Untergrenze lösen
⚠️ Wichtig zu verstehen: Der Q3-Rückgang bedeutet für PV-Betreiber voraussichtlich weniger Einspeisevergütung, nicht mehr: Solange die Day-Ahead-Preise unter der neuen Schwelle von 6,55 ct/kWh liegen, sinkt der ausgezahlte Mindesttarif von 6,772 auf 6,146 ct/kWh — ein Minus von rund 9 %.
📋 Rückblick auf unsere Q3-Szenarien: Im Frühjahr hatten wir drei Szenarien skizziert — Entspannung (Q3 bei 90–110 €/MWh), Status quo (110–140 €/MWh) und Eskalation (über 150 €/MWh). Eingetreten ist mit 109,23 €/MWh das Entspannungs-Szenario am oberen Rand: Die geopolitische Lage hat sich beruhigt, die EEX-Futures haben nachgegeben. Die damals abgeleitete Konsequenz gilt unverändert — die Untergrenze sinkt, der Tarif dürfte ihr folgen.
💡 Was wir Ihnen empfehlen: Planen Sie konservativ mit 6–7 ct/kWh Einspeisetarif für die kommenden 12 Monate. Den realistischen Ertrag Ihrer geplanten Anlage berechnen Sie mit unserem Wirtschaftlichkeitsrechner.



Berechnung

Wie wird der OeMAG-Einspeisetarif berechnet?

Die OeMAG ist gesetzlich verpflichtet, überschüssigen Solarstrom von PV-Anlagen bis 500 kWp abzunehmen. Der Tarif basiert auf dem Großhandelspreis der Strombörse — nicht auf dem Endkundenpreis. Vier Bausteine:

  • 📈
    Basis: Quartalsmarktpreis der E-Control
    Die E-Control berechnet den arithmetischen Durchschnitt der EEX-Futures-Preise (Phelix-AT Baseload Quarter Futures) der letzten fünf Handelstage des Vorquartals. Achtung: Das sind nicht die Day-Ahead-Spotpreise, sondern Termin-Kontrakte auf zukünftige Stromlieferungen. Q2 2026: 11,967 ct/kWh — Q3 2026: 10,923 ct/kWh, festgesetzt Ende Juni 2026.

  • Abzug Ausgleichsenergie
    Da PV-Strom nicht planbar ist, entstehen der OeMAG Kosten für Regelenergie. 2026 werden für PV 0,408 ct/kWh abgezogen (Windkraft: 0,454 ct/kWh). Dieser Wert wird jährlich neu festgelegt.

  • 📏
    Ober- und Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG)
    Der Monatswert darf maximal 100 % und mindestens 60 % des Quartalsmarktpreises betragen. Diese Bandbreite verhindert extreme Ausschläge — und schützt PV-Betreiber vor Tagen mit negativen Strompreisen. Seit April 2026 greift dieser Schutzmechanismus durchgehend.

  • 📅
    Monatliche Veröffentlichung im Nachhinein
    Seit 2024 wird der Tarif monatlich rückwirkend festgelegt — der Juni-Tarif also Anfang Juli. Das macht eine Vorab-Planung schwierig, aber erlaubt eine genaue Abrechnung. Veröffentlichung auf oem-ag.at und eag-abwicklungsstelle.at.

🎯 Der zentrale Mechanismus: Warum der Quartalspreis VORAB festgesetzt wird

Diese Logik ist der Schlüssel zum Verständnis der Q2-Werte — und sie wird selten klar erklärt:

Der Quartalsmarktpreis nach § 41 Abs. 1 ÖSG wird am Ende des Vorquartals festgesetzt — und gilt dann für die kommenden drei Monate. Berechnet wird er aus den EEX-Futures-Preisen der letzten fünf Handelstage. Das heißt: An wenigen Handelstagen Ende März wird ein Wert fixiert, der bis Ende Juni gilt — egal, wie sich die echten Strompreise zwischenzeitlich entwickeln.

Konkret in unserem Fall:

  • Ende März 2026: EEX-Futures sind durch die Iran-Krise und Hormus-Blockade aufgebläht — Q2-Marktpreis wird mit 11,967 ct/kWh festgesetzt.
  • April bis Juni 2026: Entspannung in der Golfregion, milde Witterung und rekordhohe PV-Einspeisung in Europa drücken die echten Day-Ahead-Spotpreise durchgehend tief.
  • Ergebnis: Die Untergrenze (60 % des nervös festgesetzten Q2-Werts) lag mit 6,772 ct/kWh drei Monate lang über den realen Spotpreisen. Der Mechanismus griff in allen drei Q2-Monaten.
  • Ende Juni 2026: Die Futures haben sich beruhigt — der Q3-Marktpreis wird mit 10,923 ct/kWh festgesetzt. Die Untergrenze sinkt ab Juli auf 6,146 ct/kWh.

Die Konsequenz für PV-Betreiber: Je nervöser die Märkte am letzten Handelstag des Vorquartals sind, desto höher die Untergrenze für die nächsten drei Monate. Was wie eine glückliche Fügung wirkt (mehr Geld dank Untergrenze), ist tatsächlich ein Symptom: Der Spotmarkt ist schwächer, als der Quartalswert glauben macht. Und beruhigen sich die Märkte — wie jetzt zum Q3 — sinkt der Mindesttarif entsprechend.



Historik

Tarif-Verlauf 2024–2026: der ehrliche Blick

Wer die Entwicklung der letzten Monate verfolgt, sieht ein klares Muster: Der Tarif schwankt monatlich stark, aber der Trend zeigt nach unten. Die Energiekrise von 2022 (51,43 ct/kWh!) ist ein historischer Ausreißer — die heutige Realität sieht anders aus.

Zeitraum OeMAG Einspeisetarif Tendenz Anmerkung
Q4 2022 (Rekord) 51,43 ct/kWh ▲ Extrem §41-Quartalsmarktpreis (vor Modellwechsel 2024) — Energiekrise
Q2 2024 7,76 ct/kWh ▼ Normalisiert Rückkehr in den langfristigen Korridor
Dezember 2024 8,70 ct/kWh ▲ Leicht steigend Typisches Winterhoch
Jänner 2026 8,842 ct/kWh ▲ Stabil hoch Winterhoch, vergleichbar zu Dezember 2024
Februar 2026 8,457 ct/kWh ▼ Leicht fallend Saisonale Beruhigung
März 2026 5,720 ct/kWh ▼▼ Stark gefallen −32 % — frühe PV-Einspeisung drückt Day-Ahead-Preise
April 2026 6,772 ct/kWh ▲ Gestiegen +18 % — Untergrenze greift erstmals 2026
Mai 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Zweiter Monat auf dem Mindesttarif
Juni 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Dritter Monat in Folge — gesamtes Q2 zum Mindesttarif
📊 Was die Zahlen sagen: Der durchschnittliche Tarif der letzten vier Monate liegt bei rund 6,5 ct/kWh. Wer in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung mit 10 oder 12 ct/kWh kalkuliert hat, korrigiert besser. Die mittelfristige Realität ist niedriger — und genau deshalb wird Eigenverbrauch noch wichtiger.
💡
Aha-Moment: Der Sprung von März (5,720) auf April (6,772) wirkte wie eine Erholung — war aber das Ergebnis der quartalsweisen Neufestsetzung des §41-Marktpreises. Zum Q3 passiert nun das Gegenteil: Der niedrigere Quartalswert senkt den Mindesttarif ab Juli auf 6,146 ct/kWh. → Mechanismus im Detail nachlesen



Vergleich

OeMAG vs. Energieversorger vs. Energiegemeinschaft

Die OeMAG ist nicht der einzige Abnehmer für Ihren PV-Überschuss. Drei Alternativen — jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen:

Anbieter Tarif Juni 2026 Bedingung Vorteil
OeMAG (Marktpreismodell) 6,772 ct/kWh Keine — gesetzliche Abnahmepflicht Kein Strombezugsvertrag nötig, unabhängig vom Lieferanten
Wien Energie (SonnenStrom) variabel (ÖSPI) Strombezug bei Wien Energie Oft etwas höher als OeMAG, einfache Abwicklung
EVN, KELAG, Energie Burgenland variabel Stromkunde beim jeweiligen EVU Regional günstigere Bezugspreise möglich
Energiegemeinschaft oft 10–15 ct/kWh Mitgliedschaft, Nähe-Kriterium Höchste Vergütung, regionaler Beitrag
Unsere Empfehlung: Für einfachste Abwicklung ohne Vertragsbindung ist die OeMAG die sichere Wahl. Wer bereits Stromkunde bei einem EVU ist, sollte dessen Tarif vergleichen. Die höchste Vergütung erzielen Sie meistens in einer Energiegemeinschaft — gerade wenn die Untergrenze greift, kann der Unterschied zur OeMAG das Doppelte betragen.



Wirtschaftlichkeit

Eigenverbrauch vs. Einspeisung: Die ehrliche Rechnung

Genau hier wird die Untergrenze interessant. Solange der OeMAG-Tarif bei ~7 ct/kWh klebt, während Sie für Strom vom Netz 29 ct/kWh zahlen, ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde mehr als 4× so wertvoll wie eine eingespeiste. Das ist nicht akademisch — das ist die zentrale wirtschaftliche Frage Ihrer Anlage.

Einspeisung ins Netz
≈ 6,77 ct/kWh
Was die OeMAG zahlt

vs.
Eigenverbrauch
≈ 29 ct/kWh
Was Sie vom Netz sparen

🧮 Rechenbeispiel: 10 kWp Anlage in Wien, 4-Personen-Haushalt mit ~4.500 kWh Verbrauch, 9.000 kWh Jahresertrag

Szenario A: Ohne Speicher (30 % Eigenverbrauch)

Eigenverbrauch (30 %, 2.700 kWh × 29 ct) 783 €/Jahr
Einspeisung OeMAG (70 %, 6.300 kWh × 6,77 ct) 427 €/Jahr
Gesamtertrag: 1.210 €/Jahr

Szenario B: Mit 10-kWh-Speicher (70 % Eigenverbrauch)

Eigenverbrauch (70 %, 3.150 kWh* × 29 ct) 914 €/Jahr
Einspeisung OeMAG (Rest 5.850 kWh × 6,77 ct) 396 €/Jahr
+ Eingesparter Netzbezug durch Speicher-Nutzung am Abend +700 €/Jahr
Gesamtertrag: ca. 2.010 €/Jahr

→ Mehrwert durch Speicher: ca. 800 €/Jahr
* Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf den Anteil des Verbrauchs, der von PV+Speicher gedeckt wird. Annahmen: Süd-Ausrichtung, 30° Dachneigung, 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch. Bei kleineren Haushalten (z. B. 2 Personen / 2.500 kWh) ist die Eigenverbrauchsquote mit Speicher eher 50–55 % statt 70 % — die Amortisation verschiebt sich entsprechend auf 6–7 Jahre.

💰 Fazit: Der OeMAG-Tarif ist eine Absicherung — kein Geschäftsmodell. Solange die Untergrenze greift und negative Spotpreise zunehmen, verlagert sich der wirtschaftliche Hebel komplett auf den Eigenverbrauch. Wer eine PV-Anlage mit Speicher und intelligentem Energiemanagement kombiniert, erzielt deutlich höhere Renditen als wer auf maximale Einspeisung setzt.



Batteriespeicher

Lohnt sich ein Batteriespeicher konkret?

Die Speicher-Rechnung wird oft kompliziert dargestellt — dabei ist sie eigentlich einfach. Hier der ehrliche Blick auf Investition, Förderung und Amortisation für einen typischen 10-kWh-Speicher:

10-kWh-Speicher (z. B. Huawei LUNA2000) inkl. Montage~6.000 €
− EAG-Förderung (150 €/kWh × 10 kWh)− 1.500 €
Netto-Investition~4.500 €
Bei 800 € Mehrertrag/Jahr → Amortisation~5,6 Jahre

Bei einer technischen Lebensdauer von 12–15 Jahren bleiben nach Amortisation 6–9 Jahre mit positivem Cashflow (abzüglich kleinerer Wartungskosten und ggf. Wechselrichtertausch nach ~10 Jahren). Die Werte gelten für einen 4-Personen-Haushalt mit ~4.500 kWh Verbrauch. Bei kleineren Haushalten verschiebt sich die Amortisation entsprechend.

🔋 Schon ein E-Auto? Dann kann es einen stationären Speicher teilweise oder ganz ersetzen: Beim bidirektionalen Laden dient die Fahrzeugbatterie als Pufferspeicher für Ihren PV-Überschuss — mit deutlich größerer Kapazität als ein typischer Heimspeicher. → Mehr zum bidirektionalen Laden (E-Auto als Speicher)

FÜR GEWERBEBETRIEBE 2026

Warum Batteriespeicher für Gewerbe jetzt strategisch werden

Die Marktentwicklung der letzten Monate zeigt es eindeutig: Der Strommarkt verändert sich strukturell. Wer jetzt noch ausschließlich auf Einspeisevergütung setzt, optimiert auf die Vergangenheit. Drei Trends machen den Speicher zur entscheidenden Komponente:

  • 1
    Negative Strompreise werden Alltag. 2026 erwartet die Branche bis zu 800 Stunden mit negativen Spotpreisen. Wer in diesen Stunden einspeist, bekommt mit der Untergrenze nur den Mindestbetrag.
  • 2
    Der OeMAG-Tarif klebt an der Untergrenze. Selbst verbrauchter Strom ist mit ~29 ct/kWh mehr als 4× wertvoller als jede eingespeiste Kilowattstunde.
  • 3
    Lastspitzen kosten Gewerbe richtig Geld. Netzentgelte werden zunehmend leistungsbasiert berechnet — ein gewerblicher Speicher kappt Spitzen automatisch und amortisiert sich oft allein über Netzkosten-Einsparung.

💡 Die strategische Frage: Nicht mehr „Lohnt sich PV?“, sondern „Wie groß muss mein Speicher sein, damit ich vom volatilen Strommarkt unabhängig werde?“

Gewerblicher Batteriespeicher neoom Blokk — installiert von photovoltaik-service.at

Referenzanlage
Gewerbespeicher (neoom Blokk) — modular skalierbar von 50 kWh bis MWh

+800 €
Mehrertrag/Jahr (10 kWp privat)
5,6 J.
Amortisation nach Förderung
70 %
Eigenverbrauch (statt 30 %)
150 €/kWh
EAG-Förderung Speicher 2026



Energiemanagementsystem neoom connect AI für Eigenverbrauchsoptimierung

Energiemanagement-System
neoom connect AI — automatisierte Lastverschiebung und Speichersteuerung in Echtzeit

EIGENVERBRAUCH MAXIMIEREN

Energiemanagement: Der unterschätzte Schlüssel

Ein Speicher allein reicht nicht. Wer den Eigenverbrauchsanteil von 30 % auf 70 % oder mehr heben will, braucht Steuerung. Genau das leistet ein modernes Energiemanagementsystem (EMS) — und zwar so, dass es sich oft schneller amortisiert als der Speicher selbst:

  • 1
    Lasten verschieben statt nur speichern. Wärmepumpe, E-Auto, Boiler, Geschirrspüler — ein EMS startet sie automatisch dann, wenn die PV-Anlage Überschuss produziert. Statt Strom für 6,77 ct einzuspeisen, ersetzt jede selbst verbrauchte kWh teuren Netzbezug zu 29 ct. Hebel: .
  • 2
    Dynamische Tarife optimal nutzen. Wer einen Spotpreis-basierten Stromvertrag hat, kann mit einem EMS automatisch in den günstigsten Stunden Netzstrom beziehen oder den Speicher laden — und zu Hochpreis-Zeiten gezielt entladen.
  • 3
    Prognose statt Reaktion. KI-basierte Systeme wie neoom connect AI lernen Verbrauchsmuster, berücksichtigen Wettervorhersagen und planen Lade-/Entladezyklen vorausschauend.

💡 Die Rechnung wird klar: Speicher allein hebt den Eigenverbrauch typisch von 30 % auf ~55 %. Mit EMS sind 70–80 % realistisch. Der Unterschied entspricht oft 200–400 € zusätzlichem Mehrertrag pro Jahr — bei einem EMS-Investment von 1.500–3.000 € amortisiert sich das in 4–8 Jahren.

30 % → 75 %
Eigenverbrauchsquote mit EMS + Speicher
+200–400 €
Zusätzlicher Mehrertrag/Jahr durch EMS
4–8 J.
EMS-Amortisation (reine EMS-Kosten)
vollautom.
Steuerung von Speicher, Wärmepumpe, E-Auto



Anmeldung

So melden Sie sich bei der OeMAG an

  • 1
    Einspeisezählpunkt beim Netzbetreiber beantragen
    Der Netzbetreiber meldet Ihre Anlage bei der OeMAG an — das läuft in der Regel automatisch über den Netzbetreiber. Alternativ kann die Anmeldung auch über die EAG-Abwicklungsstelle erfolgen.

  • 2
    Marktpreisvertrag beantragen (optional)
    Wer aktiv zur OeMAG wechseln oder von einem anderen Anbieter wechseln möchte, stellt einen Antrag über das Ticketsystem der OeMAG. Bearbeitungszeit: 2–4 Wochen. Verträge laufen bis längstens 31.12.2030.

  • 3
    Jährliche Abrechnung
    Die Einspeisemenge wird meist einmal jährlich vom Netzbetreiber abgelesen und an die OeMAG übermittelt. Im Folgemonat erhalten Sie eine Gutschrift. Bei monatlicher Ablesung gibt es monatliche Gutschriften.

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Häufige Fragen

FAQ: OeMAG-Einspeisetarif Österreich

Wie hoch ist der aktuelle OeMAG-Einspeisetarif 2026?
Der OeMAG-Einspeisetarif für Juni 2026 beträgt 6,772 ct/kWh — der dritte Monat in Folge mit demselben Wert. Der Tarif wird monatlich aktualisiert. Basis ist der §41-Quartalsmarktpreis der E-Control (Q2 2026: 11,967 ct/kWh) abzüglich Ausgleichsenergiekosten von 0,408 ct/kWh für PV. Seit April greift die gesetzliche Untergrenze von 60 % des Quartalsmarktpreises — der ausgezahlte Wert ist damit ein Mindesttarif, nicht der reale Day-Ahead-Mittelwert. Aktuelle Werte immer unter oem-ag.at.

Warum liegt der Juni-Tarif genau bei 6,772 ct/kWh?
Weil die Untergrenze nach § 41 Abs. 2a ÖSG greift: Der OeMAG-Tarif darf nicht unter 60 % des Quartalsmarktpreises (abzüglich Ausgleichsenergie) fallen. Q2-Marktpreis: 11,967 ct/kWh × 60 % = 7,180 ct/kWh − 0,408 ct/kWh Ausgleichsenergie = 6,772 ct/kWh. Die tatsächlichen Day-Ahead-Preise lagen im April, Mai und Juni jeweils unter dieser Schwelle.

Was bedeutet „Untergrenze greift“ für meine Abrechnung?
Konkret: Sie bekommen mehr ausgezahlt, als der reine Tagespreis hergeben würde. Ohne Untergrenze hätte der Einspeisetarif bei vielleicht 5–6 ct/kWh gelegen. Der gesetzliche Schutzmechanismus aus dem Ökostromgesetz federt dieses Risiko ab. Wermutstropfen: Solange die Untergrenze greift, ist klar, dass die echten Day-Ahead-Spotpreise schwach sind.

Wie geht es ab Juli 2026 weiter?
Der Quartalsmarktpreis für Q3 2026 wurde Ende Juni mit 10,923 ct/kWh festgesetzt — rund 9 % unter dem Q2-Wert. Damit sinkt die Untergrenze ab Juli auf 6,146 ct/kWh (10,923 × 60 % − 0,408). Bleiben die Day-Ahead-Preise weiterhin schwach — was im Hochsommer mit maximaler PV-Einspeisung wahrscheinlich ist — dürfte der Juli-Tarif entsprechend unter dem Juni-Wert liegen.

Ist die OeMAG verpflichtet, meinen Strom abzunehmen?
Ja — die OeMAG ist gesetzlich zur Abnahme von Strom aus PV-Anlagen bis 500 kWp verpflichtet, zum jeweils gültigen Einspeisetarif (Auszahlungswert nach § 41 Abs. 2a ÖSG). Das gilt sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen.

Lohnt sich Einspeisung oder besser Eigenverbrauch?
Eigenverbrauch lohnt sich deutlich mehr: Der OeMAG-Tarif liegt aktuell bei 6,77 ct/kWh, der Strombezugspreis in Wien bei ca. 29 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte kWh spart also mehr als 4× so viel wie eine eingespeiste einbringt. Eine PV-Anlage sollte daher primär auf Eigenverbrauch ausgelegt werden — mit Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von ca. 30 % auf 60–80 %. Konkrete Berechnung: Wirtschaftlichkeitsrechner.

Kann ich von der OeMAG zu einem anderen Anbieter wechseln?
Ja — Sie können jederzeit zu einem EVU (z. B. Wien Energie, EVN, KELAG) wechseln, sofern Sie dort Stromkunde sind. Ein Wechsel zurück zur OeMAG ist nach einem Tarifverzicht frühestens nach 12 Monaten möglich. Das Formular muss mindestens 4 Wochen vor dem gewünschten Stichtag bei der OeMAG einlangen.

Wann wird der Einspeisetarif ausgezahlt?
Die Einspeisemenge wird meist einmal jährlich vom Netzbetreiber abgelesen und im Folgemonat von der OeMAG als Gutschrift ausgezahlt. Bei monatlicher Ablesung gibt es monatliche Gutschriften.

Wie hoch war der Einspeisetarif 2022?
Im Ausnahmejahr 2022 erreichte der §41-Quartalsmarktpreis in Q4 historische 51,43 ct/kWh — bedingt durch die Energiekrise. Achtung: Vor 2024 galt ein anderes Modell — der Auszahlungswert war direkt der §41-Quartalsmarktpreis abzüglich Abschlägen, ohne Day-Ahead-Korridor. Erst seit 2024 wird der Einspeisetarif aus dem Day-Ahead-Monatsmittel innerhalb eines 60–100 %-Korridors ermittelt.



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