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Bidirektionales Laden im Ländervergleich: Was Deutschland und Schweden Österreich 2026 voraushaben

Das eigene E-Auto als Stromspeicher fürs Haus oder als Geldquelle fürs Stromnetz – in Schweden läuft das bereits im Großversuch, in Deutschland kann man es seit Anfang 2026 sogar kommerziell buchen. Und in Österreich? Hier funktioniert eine Spielart schon heute, die spannendste steckt aber noch in der Pilotphase. Wir ordnen ein, wo bidirektionales Laden 2026 international steht – und was das konkret für PV-Besitzer in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bedeutet.

Kurz zur Einordnung der Begriffe: V2L (Vehicle-to-Load) versorgt einzelne Geräte aus dem Auto, V2H (Vehicle-to-Home) speist die Autobatterie ins Hausnetz ein, und V2G (Vehicle-to-Grid) gibt Strom zurück ins öffentliche Netz – inklusive Vergütung. Die ganze Technik im Detail erklären wir auf unserer Übersichtsseite zum bidirektionalen Laden.


Schweden: Vattenfall macht das E-Auto zum Netzspeicher

Den vielleicht größten Praxistest fährt derzeit der schwedische Energieversorger Vattenfall. Aufbauend auf einem Wohnquartiers-Pilot in Hudiksvall weitet er das Projekt gemeinsam mit Volkswagen und der Softwareplattform Energy Bank auf rund 200 bidirektionale Ladestationen aus – installiert bei privaten Haushalten und VW-Elektroautohändlern.

Das Prinzip ist genau das, worum es bei V2G geht: Ist der Strom günstig, wird die Autobatterie geladen; ist er teuer oder das Netz unter Last, gibt das Fahrzeug wieder ab. Genutzt werden VW-ID.-Modelle ab 77 kWh Batteriekapazität, geladen wird über die in Deutschland gefertigten DC-Wallboxen von Ambibox. Nach der Auswertung ist eine kommerzielle Einführung geplant. Details zum Projekt finden Sie in der Meldung bei Elektroauto-News.


Deutschland: BMW und E.ON starten das erste kommerzielle V2G-Angebot

Während Schweden noch testet, ist Deutschland bei V2G für Privatkunden bereits einen Schritt weiter. Möglich macht das ein regulatorischer Befreiungsschlag: Seit dem 1. Januar 2026 werden E-Autos im deutschen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wie Speicheranlagen behandelt – die Netzentgelte fallen damit nur einmal an statt doppelt beim Laden und Entladen. Erst das macht bidirektionales Laden wirtschaftlich attraktiv.

Auf dieser Basis haben BMW und E.ON Anfang 2026 das erste seriennahe Vehicle-to-Grid-Angebot für Privatkunden in Deutschland gestartet. Den Auftakt macht der neue BMW iX3 der „Neuen Klasse“ in Kombination mit der bidirektionalen BMW Wallbox Professional (11 kW) und dem Stromtarif E.ON ÖkoStrom Home & Drive V2G. Das Laden und Entladen läuft automatisch über einen gemeinsamen Algorithmus.

Das Vergütungsmodell ist bemerkenswert einfach: Honoriert wird allein die Zeit, in der das Auto angesteckt ist – mit 24 Cent pro Stunde, bis zu 60 Euro im Monat und somit bis zu 720 Euro jährlichem Bonus. Das entspricht je nach Konfiguration grob den Stromkosten für rund 14.000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr. Die ersten 100 Kundinnen und Kunden erhalten zusätzlich 700 Euro Rabatt auf die Wallbox. Die Eckdaten hat electrive zusammengefasst.

Parallel laufen in Deutschland Flotten-Piloten – etwa Enercity mit VW Nutzfahrzeugen, das Gewerbeflotten mit planbaren Standzeiten über ein virtuelles Kraftwerk vermarktet. V2G verlässt dort also gerade die Testphase und erreicht den Alltag.

Wer wissen will, wie der BMW iX3 als erstes V2G-Serienfahrzeug technisch funktioniert, findet die Details in unserem Beitrag BMW iX3 bidirektional laden mit V2H.


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Und Österreich? V2H ja – V2G noch nicht

In Österreich liegt der Knackpunkt nicht an der Technik, sondern an Regulierung und Vergütung. Die wichtigste Unterscheidung dabei:

  • V2H ist heute schon nutzbar – ohne Einschränkung. Da der Strom ausschließlich im privaten Hausnetz bleibt und nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird, brauchen Sie keine Netzbetreiber-Freigabe und kein spezielles Vergütungsmodell. Das ist aktuell die praxistauglichste Form für österreichische Haushalte.
  • V2G für Private gibt es noch nicht als reales Produkt. Hier fehlen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen, ein klarer Rückspeise-Tarif und der Herkunftsnachweis für den eingespeisten Strom. Ohne Vergütungsmodell fehlt schlicht der wirtschaftliche Anreiz.

Diese Pilotprojekte laufen bereits

Stillstand herrscht trotzdem keiner. Erste Pilotprojekte laufen bei Verbund, Wien Energie und EVN. Besonders sichtbar ist der Test der Österreichischen Post, die V2G mit fünf E-Transportern erprobt – die Projektpartner gehen davon aus, dass bidirektionales Laden in Österreich ab Anfang 2027 möglich wird, sobald der regulatorische Rahmen weit genug ist. Mehr dazu bei electrive.

Koordiniert wird der Markthochlauf über die 2025 gegründete V2G Alliance Austria, ein Netzwerk aus Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und öffentlicher Hand. Beim dritten Plattformtreffen in Neulengbach kamen rund 80 Fachleute zusammen – mit einer klaren Botschaft: Die technischen Grundlagen sind vorhanden, jetzt geht es um Standards, Geschäftsmodelle und Regulierung. Einen Überblick gibt die V2G Alliance Austria.

Was sich regulatorisch tut

Auf politischer Ebene bewegt sich ebenfalls etwas: Der Nationalrat hat im November 2025 einen Entschließungsantrag zur Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen beschlossen. Der Entwurf des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) sieht – ähnlich wie in Deutschland – eine Befreiung von doppelten Netzentgelten sowie die Förderung von Pilotprojekten vor. Mit einer breiten Verfügbarkeit von V2G für Privathaushalte ist in Österreich realistisch ab 2027 bis 2028 zu rechnen.


Ländervergleich: Bidirektionales Laden 2026 im Überblick

LandStatus V2G (Privat)VergütungBreite Verfügbarkeit
SchwedenGroßer Pilot (Vattenfall/VW, ~200 Wallboxen)Einsparung + Erlös geplantKommerzielle Einführung in Vorbereitung
DeutschlandKommerziell verfügbar (BMW iX3 + E.ON)Bis zu 720 €/Jahr BonusSeit Anfang 2026, EnWG angepasst
ÖsterreichPilotphase (Verbund, Wien Energie, EVN, Post)Noch kein Modell festgelegtRealistisch ab 2027–2028
Stand: 2026. V2H (Auto versorgt das Haus) ist in allen drei Ländern bereits ohne besondere Genehmigung nutzbar.

Was bedeutet das für Sie als PV-Besitzer in Österreich?

Die wichtigste Nachricht: Sie müssen nicht bis 2028 warten, um Ihr E-Auto sinnvoll einzubinden. V2H ist heute schon erlaubt und nutzbar – damit decken Sie Abend- und Nachtverbrauch aus der Autobatterie, erhöhen Ihren Eigenverbrauch und machen sich unabhängiger vom Netz. Wenn die V2G-Regulierung dann kommt, ist Ihre Anlage bereits vorbereitet.

Entscheidend ist, dass Fahrzeug, Wallbox und PV-Anlage zusammenpassen. Praxisbeispiele und Modell-Übersichten finden Sie hier:


Häufige Fragen zum bidirektionalen Laden in Österreich

Ist V2G in Österreich schon möglich?

Für Privathaushalte noch nicht kommerziell. Es laufen Pilotprojekte (u. a. Verbund, Wien Energie, EVN und die Österreichische Post), eine breite Verfügbarkeit wird realistisch ab 2027–2028 erwartet, sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen und ein Vergütungsmodell stehen.

Ist V2H (das Haus aus dem Auto versorgen) in Österreich erlaubt?

Ja, vollständig und ohne Einschränkung. Da der Strom im privaten Hausnetz bleibt und nicht ins öffentliche Netz fließt, brauchen Sie keine Genehmigung und keine Netzbetreiber-Freigabe. V2H ist heute die praxistauglichste Form des bidirektionalen Ladens.

Warum ist Deutschland bei V2G weiter als Österreich?

Deutschland hat sein Energiewirtschaftsgesetz angepasst: Seit 1. Januar 2026 gelten E-Autos regulatorisch als Speicher, wodurch Netzentgelte nur einmal anfallen. Erst das macht Angebote wie das von BMW und E.ON wirtschaftlich. In Österreich ist eine vergleichbare Regelung über das ElWG in Vorbereitung.

Lohnt sich der Einstieg schon jetzt?

Ja – wenn Sie auf V2H setzen und Ihre Anlage zukunftssicher planen. So profitieren Sie sofort von höherem Eigenverbrauch und sind für die V2G-Vergütung gerüstet, sobald sie in Österreich kommt. Eine fachkundige Planung von PV-Anlage, Wallbox und Fahrzeug ist dabei der Schlüssel.


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