Speicherförderung 2027: Wie sicher ist der neue Speicherbonus?
Stand: 9. Oktober 2026
Ab 2027 soll die PV-Förderung zur Speicherförderung werden. Die Eckpunkte stehen, das Gesetz noch nicht. Für eine Investitionsentscheidung ist das ein Unterschied. Hier der aktuelle Stand: was feststeht, was offen ist, wer mitentscheidet – und wie Sie Ihr Speicherprojekt jetzt planen, ohne auf eine ungewisse Förderung zu setzen.
Was feststeht
- Der Oktober-Call ist der letzte im alten System. Der Fördercall ab 8. Oktober 2026 ist der dritte und letzte des Jahres und der letzte in der bisherigen Systematik.Quelle: BMWET – Letzter EAG-PV-Fördercall
- Regierung und Branche haben sich auf Eckpunkte geeinigt. Statt der PV-Investitionsförderung soll ein Speichersystembonus kommen, auch für die Nachrüstung bestehender Anlagen. Voraussetzung ist ein intelligentes Energiemanagementsystem. Statt Fördercalls soll nach Fertigstellung beantragt werden.Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
- Es gibt eine Übergangsregel. Projekte mit intelligentem Speicher, die 2026 keine EAG-Förderung erhalten haben und ab 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden, sollen 2027 im neuen System einreichen können.Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
Was die Eckpunkte im Einzelnen bedeuten, lesen Sie im Beitrag PV-Förderung 2027: Der Fördercall läuft – so geht es weiter.
Was noch offen ist
- Der Gesetzestext Nach Angaben der Grünen liegt noch kein Gesetzesentwurf vor. Quelle: Trending Topics – PV-Förderung 2027
- Die Höhe des Bonus Bonushöhe, Förderbedingungen und technische Kriterien werden laut Ministerium derzeit abschließend verhandelt. Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
- Die maximale Förderquote Laut dem Fachmedium i-Magazin ist geplant, die Höchstförderung von 30 auf 20 % der Investitionskosten zu senken. Quelle: Trending Topics – PV-Förderung 2027
- Die Kriterien für „netz- und systemdienlich“ Das Energiemanagementsystem soll den Speicher nach klar definierten Kriterien betreiben. Welche das sind, ist noch nicht veröffentlicht. Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
- Der Zeitpunkt Einen Zeitplan für Begutachtung, Nationalrat und Bundesrat gibt es öffentlich noch nicht. Bekannt ist nur das Ziel, ab 2027 zu starten. Quelle: Salzburg24, 7. Oktober 2026
Der Weg durchs Parlament
Die Neuregelung erfordert eine Änderung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes. Dafür braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Die Details legt danach die jährliche Investitionszuschuss-Verordnung fest.Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
| Schritt | Wer |
|---|---|
| Gesetzesentwurf | Wirtschafts- und Energieministerium (BMWET) bzw. Abgeordnete der Regierungsparteien |
| Vorberatung | Ausschuss für Wirtschaft, Industrie und Energie im Nationalrat |
| Beschluss | Plenum des Nationalrats, Zweidrittelmehrheit |
| Zweite Kammer | Bundesrat |
| Fördersätze und Kriterien | Investitionszuschuss-Verordnung des Ministeriums |
Quellen: Parlament – letzte EAG-Novelle, 365 d.B. (zuständiger Ausschuss) · BMWET, 6. Oktober 2026 (Zweidrittelmehrheit, Verordnung)
Die drei Regierungsparteien erreichen die Zweidrittelmehrheit nicht allein. Nötig sind die Stimmen der Grünen oder der FPÖ.Quelle: Trending Topics – PV-Förderung 2027
Zur Einordnung: Bei der letzten EAG-Novelle im Dezember 2025 stimmten im Wirtschaftsausschuss ÖVP, SPÖ und NEOS dafür, FPÖ und Grüne dagegen. Das Plenum verwies die Vorlage am 11. Dezember 2025 an den Ausschuss zurück.Quelle: Parlament – 365 d.B.
Die Akteure und ihre Positionen
Regierung
- Wirtschafts- und Energieministerium (ÖVP): Minister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Sie treiben die Reform. Als Gründe nennen sie den starken Preisrückgang bei PV-Anlagen und die großen Preisunterschiede am Strommarkt: rund 14 €/MWh zu Mittag gegenüber rund 180 €/MWh am Abend.Quelle: vienna.at, 21. August 2026
- SPÖ: Staatssekretärin Michaela Schmidt und NEOS: Energiesprecherin Karin Doppelbauer tragen die Eckpunkte als Koalitionspartner mit.Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
Opposition
- Grüne: Lukas Hammer. Das Problem sei nicht das Fördermodell, sondern die Förderhöhe. Das Budget sei auf das gesetzliche Minimum gekürzt worden.Quelle: Trending Topics – PV-Förderung 2027
- FPÖ: Paul Hammerl. Speicher und netzdienliche Nutzung habe die FPÖ schon früher gefordert. An der Übergangsregel kritisiert er fehlende Planungssicherheit, weil investiert werde, bevor Fördersätze und technische Regeln feststehen.Quelle: Trending Topics – PV-Förderung 2027
Branche
- Photovoltaic & Battery Austria: Herbert Paierl, Vera Immitzer. Der Verband begrüßt den Fokus auf Speicher und sieht bei der Made-in-Europe-Pflicht noch Spielraum. Gefordert hatte er auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 10 bis 12 %, was die Staatssekretärin mit Verweis auf das Budget ablehnte.Quellen: BMWET, 6. Oktober 2026 · Trending Topics
- Bundesinnung der Elektrotechniker: Christian Bräuer und Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel: Robert Pfarrwaller. Beide begrüßen ein planbares System ohne Fördercall-Wettrennen.Quelle: BMWET, 6. Oktober 2026
Regulierungsbehörde
- E-Control. Sie legt in einem eigenen Verfahren fest, wann ein Speicher bei den Netzentgelten als systemdienlich gilt. Der Wirtschaftsminister hat dort Nachschärfungen gefordert, damit der Speicherausbau nicht an zu engen Vorgaben scheitert.Quellen: CMS – E-Control-Konsultation · ORF
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Angebot prüfen lassen„Systemdienlich“: ein Begriff, zwei Bedeutungen
Der Begriff taucht derzeit an zwei Stellen auf, die man auseinanderhalten sollte.
| E-Control: Netzentgelte | Förderung ab 2027 |
|---|---|
| Konsultation zur Grundsatzverordnung über die Systemnutzungsentgelte, neue Entgelte ab 1. Jänner 2027 | Speichersystembonus im EAG, Gesetz noch nicht beschlossen |
| Kriterien im Entwurf unter anderem: mindestens 1 MW Engpassleistung, Standort laut Netzentwicklungsplan, Vertrag mit der APG über Flexibilitätsleistungen | Energiemanagementsystem, das den Speicher nach „klar definierten Kriterien“ netz- und systemdienlich betreibt – Kriterien noch offen |
| Speicher bei Verbrauchsanlagen scheiden für die Einstufung laut Entwurf aus | Ausdrücklich auch Nachrüstung bei bestehenden PV-Anlagen |
Quellen: CMS – E-Control-Konsultation (Februar 2026) · BMWET, 6. Oktober 2026
Ob die Förderung ab 2027 auf die Definition der E-Control zurückgreift oder eigene Kriterien für Haushalts- und Gewerbespeicher festlegt, ist nicht bekannt. Für Speicher im Betrieb hinter dem Zähler macht das einen großen Unterschied. Mehr zu den neuen Netzentgelten: Was das SNE-G-V für Betriebe bedeutet.
So planen Sie jetzt
Solange Gesetz und Kriterien fehlen, ist der Speicherbonus eine Chance, aber keine Kalkulationsgrundlage. Unsere Empfehlung:
- Wirtschaftlichkeit ohne Bonus rechnen Ein Speicher muss sich über Eigenverbrauch und – im Betrieb – über geringere Lastspitzen tragen. Der Bonus ist ein möglicher Zusatz. Grundlage dafür ist der viertelstündige Lastgang, nicht eine Schätzung. Mehr dazu: Gewerbespeicher und Eigenverbrauchsoptimierung.
- Sichere Vorteile nutzen Für Betriebe gilt bis 31. Dezember 2026 der ökologische Investitionsfreibetrag von 22 % statt 15 %, Stromspeicher sind begünstigt. Quellen: WKO – Investitionsfreibetrag · selbststaendig-machen.at
- Steuerung offen halten Wählen Sie ein Energiemanagementsystem, das sich per Software an neue Vorgaben anpassen lässt. Dann bleibt die Tür zum Bonus offen, wenn die Kriterien feststehen.
- Übergangsregel bewusst nutzen – oder nicht Wer ab 1. November 2026 in Betrieb nimmt, kann nach derzeitiger Planung 2027 einreichen. Das lohnt sich nur, wenn das Projekt auch ohne Bonus wirtschaftlich ist.
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Zum Angebots-Check Projekt besprechenHäufige Fragen
Ist die Speicherförderung 2027 beschlossen?
Nein. Es gibt Eckpunkte des Ministeriums vom 6. Oktober 2026. Für die Gesetzesänderung braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament, ein Gesetzesentwurf liegt nach Angaben der Grünen noch nicht vor.
Wie hoch wird der Speicherbonus?
Das steht noch nicht fest. Laut einem Bericht des Fachmediums i-Magazin soll die maximale Förderquote von 30 auf 20 % der Investitionskosten sinken.
Wer muss der Neuregelung zustimmen?
Der Nationalrat mit Zweidrittelmehrheit und danach der Bundesrat. Die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS brauchen dafür die Stimmen der Grünen oder der FPÖ.
Soll ich mit meinem Speicher bis 2027 warten?
Nur warten, um eine noch unsichere Förderung zu bekommen, ist selten sinnvoll. Entscheidend ist, ob sich der Speicher mit Ihrem Verbrauch auch ohne Bonus rechnet. Betriebe sollten zusätzlich den Investitionsfreibetrag von 22 % bis Ende 2026 berücksichtigen.
Gelten für die Förderung die Systemdienlichkeits-Kriterien der E-Control?
Das ist offen. Die E-Control-Kriterien betreffen die Netzentgelte und richten sich laut Entwurf an Speicher ab 1 MW. Welche Kriterien für den Speicherbonus gelten, wird erst mit Gesetz und Verordnung festgelegt.
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Quellen
- BMWET: PV-Förderung wird Systemförderung (6. Oktober 2026)
- BMWET: Letzter EAG-PV-Fördercall startet am 8. Oktober
- Trending Topics: PV-Förderung 2027 – Positionen von Grünen, FPÖ und Branche
- Salzburg24: PV-Förderung wird auf neue Beine gestellt (7. Oktober 2026)
- vienna.at: PV-Förderung vor Aus – das ändert sich ab 2027 (21. August 2026)
- ORF: Förderung für Speicher statt kleiner Anlagen
- Parlament: Änderung EAG und ÖSG, 365 d.B.
- CMS: Systemdienlichkeit von Batteriespeichern – E-Control-Konsultation
- WKO: Investitionsfreibetrag für Unternehmen