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OeMAG Einspeisetarif 2026: Wie viel bekomme ich für meinen Solarstrom?

Photovoltaikanlage auf österreichischem Dach — Stromerzeugung mit PV

⚠️ Marktanalyse Juli 2026 · Österreich

OeMAG-Einspeisetarif Juli 2026: 6,146 ct/kWh — was die Zahl wirklich verrät

Die OeMAG hat den Juli-Tarif mit 6,146 ct/kWh festgelegt — ein Minus von 9,2 % gegenüber Juni. Der Rückgang kommt nicht überraschend: Wir hatten ihn im Juli exakt so angekündigt. Entscheidend ist die Ursache. Der Tarif klebt jetzt den vierten Monat in Folge exakt an der gesetzlichen Untergrenze — nur eben an einer neuen, tieferen. Mit der Q3-Festsetzung Ende Juni sank die Untergrenze von 6,772 auf 6,146 ct/kWh, und der Tarif ist ihr punktgenau gefolgt.

Was das bedeutet: Die tatsächlichen Börsenpreise liegen weiterhin darunter. Der ausgezahlte Betrag ist kein Marktsignal, sondern ein gesetzlicher Mindestbetrag. Die gute Nachricht: Wer seine Anlage richtig auslegt, profitiert auch in diesem Marktumfeld — und zwar mehr als je zuvor.

6,146 ct
OeMAG Juli 2026

− 9,2 %
vs. Juni (6,772 ct)

4. Monat
in Folge auf der Untergrenze

29 ct
Eigenverbrauch-Wert

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Von photovoltaik-service.at · Letzte Aktualisierung: August 2026 · Lesezeit: 12 Minuten

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📖 Erst die Begriffe sortieren — dann den Markt verstehen

Bevor wir in die Marktanalyse gehen, ein kurzer Begriffs-Check — denn OeMAG-Marktpreis und OeMAG-Einspeisetarif sind zwei verschiedene Dinge. Wir verwenden auf dieser Seite drei Werte konsequent in dieser Bedeutung:

  • §41-Quartalsmarktpreis (E-Control) — Bezugsgröße aus EEX-Futures (arithmetisches Mittel der nächsten vier Quartalsfutures), am Quartalsende festgelegt, gilt 3 Monate als Korridor-Anker. Q2 2026: 11,967 ct/kWh · Q3 2026: 10,923 ct/kWh.
  • Day-Ahead-Monatsmittel (§41 Abs. 2a) — Tatsächlicher mengengewichteter Spotpreis-Durchschnitt eines Monats an der Strombörse. Von der OeMAG monatlich rückwirkend ermittelt.
  • OeMAG-Einspeisetarif (Auszahlungswert) — Was tatsächlich an PV-Betreiber überwiesen wird. Day-Ahead-Mittel innerhalb des 60–100 %-Korridors, abzüglich Ausgleichsenergie. Juli 2026: 6,146 ct/kWh.



Aktueller Tarif

Der Juli-Tarif im Detail — vierter Monat auf der Untergrenze

Die OeMAG hat den Juli-Tarif mit 6,146 ct/kWh festgelegt. Gegenüber dem Juni-Wert von 6,772 ct/kWh sind das −0,626 ct/kWh oder −9,2 %. Auch der Juli-Wert ist kein Marktpreis. Er ist ein Mindesttarif.

Berechnung des Juli-Tarifs:

Quartalsmarktpreis Q3 2026 (E-Control) 10,923 ct/kWh
Anwendung 60 %-Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG) 6,554 ct/kWh
Abzug Ausgleichsenergie PV 2026 − 0,408 ct/kWh
OeMAG Auszahlungswert Juli 2026 = 6,146 ct/kWh
Quelle: oem-ag.at · Stand August 2026 · Windkraft im selben Monat: 6,100 ct/kWh

⚠️ Was hier wirklich passiert: Der Juli-Tarif liegt mathematisch exakt auf der neuen Untergrenze des dritten Quartals. Das passiert nur dann, wenn der tatsächliche Day-Ahead-Monatsmittelwert unterhalb von 6,554 ct/kWh liegt. Klartext: Die echten Strompreise an der Börse waren auch im Juli so niedrig, dass der OeMAG-Tarif ohne diese gesetzliche Schutzgrenze noch tiefer ausgefallen wäre. Seit April 2026 greift der Mechanismus damit durchgehend — vier Monate in Folge, über zwei Quartale hinweg.
📋 Unsere Prognose ist eingetroffen: Im Juli hatten wir für den Juli-Tarif 6,15 ct/kWh mit hoher Wahrscheinlichkeit angesetzt — begründet mit maximaler PV-Einspeisung im europäischen Hochsommer und entsprechend tiefen Day-Ahead-Preisen. Tatsächlich wurden es 6,146 ct/kWh. Das ist keine Zauberei, sondern die Folge des Mechanismus, den wir weiter unten erklären: Wenn die Börsenpreise strukturell unter der Untergrenze liegen, ist der Tarif rechnerisch vorhersagbar.



Einordnung

Was bedeutet „Untergrenze greift“ konkret für mich?

Die kurze Antwort: Der Rückgang ist keine Momentaufnahme, sondern ein Strukturmerkmal. Drei Beobachtungen, die zusammen ein klares Bild ergeben:

  • 📉
    Die Day-Ahead-Preise sind weiter schwach — den vierten Monat in Folge
    Auch im Juli muss der Day-Ahead-Monatsmittelwert unter 6,554 ct/kWh gelegen haben — sonst hätte die Untergrenze nicht greifen müssen. Getrieben von der sommerlich maximalen PV-Einspeisung in ganz Europa und zunehmenden Stunden mit sehr niedrigen oder negativen Spotpreisen. Der ausgezahlte Einspeisetarif ist eine gesetzliche Korrektur, kein Marktsignal.

  • Negative Strompreise nehmen zu
    Am 1. Mai 2026 fiel der Day-Ahead-Preis kurzfristig auf −499,99 €/MWh (Quelle: EPEX SPOT, APG-Marktdaten). Solche Extreme sind kein Einzelfall mehr — Branchenanalysen rechnen 2026 mit 600–800 Stunden negativer Strompreise pro Jahr, fast das Doppelte des Vorjahres. PV-Anlagen produzieren genau dann am meisten, wenn der Strompreis am tiefsten ist. Genau deshalb ist die Untergrenze für viele Betreiber derzeit die einzige Ertragssicherung.

  • 📈
    Der Rückgang kam vom Quartalspreis, nicht vom Tagesmarkt
    Der Q2-Quartalsmarktpreis lag mit 11,967 ct/kWh ungewöhnlich hoch — die Iran-Krise und die Hormus-Blockade hatten die EEX-Futures Ende März aufgebläht, kurz bevor der Wert festgesetzt wurde. Mit der Beruhigung der Lage sank der Q3-Wert auf 10,923 ct/kWh (−9 %), und mit ihm die Untergrenze. Der Tagesmarkt war in beiden Quartalen gleich schwach — verändert hat sich nur der Anker.

💡 Was das für Sie heißt: Solange die Day-Ahead-Preise unter der Untergrenze bleiben, ist Ihr Einspeiseertrag nicht vom Markt bestimmt, sondern vom Quartalsanker — und der wird alle drei Monate an wenigen Handelstagen fixiert. Für die Anlagenplanung heißt das: Der Einspeisetarif ist der unzuverlässigste Baustein Ihrer Wirtschaftlichkeitsrechnung. Die gute Nachricht: Es ist auch der Baustein, den Sie am leichtesten durch Eigenverbrauch ersetzen können.



Ausblick

Ausblick: August, September und die Q4-Festsetzung

Der Q3-Korridor gilt noch für August und September. Die Untergrenze bleibt in diesen beiden Monaten unverändert bei 6,146 ct/kWh — Bewegung nach oben gibt es nur, wenn der Day-Ahead-Monatsmittelwert erstmals seit März wieder über 6,554 ct/kWh steigt.

Gültige Untergrenze bis September 2026:

Quartalsmarktpreis Q3 2026 (E-Control) 10,923 ct/kWh
Anwendung 60 %-Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG) 6,554 ct/kWh
Abzug Ausgleichsenergie PV 2026 − 0,408 ct/kWh
Mindesttarif Juli–September 2026 = 6,146 ct/kWh
Quelle: e-control.at (§ 41 Abs. 1 ÖSG) · eigene Berechnung · Stand August 2026

Monat 2026 Erwarteter Tarif Wahrscheinlichkeit Begründung
Juli 6,146 ct/kWh — bestätigt eingetreten Von der OeMAG festgesetzt, exakt auf der Untergrenze
August 6,146 ct/kWh (Untergrenze) hoch Anhaltend hohe PV-Erzeugung in Europa; Klimatisierungsbedarf in Südeuropa stützt die Spotpreise punktuell, aber kaum über die Schwelle
September 6,15–7,50 ct/kWh offen Sinkende PV-Einspeisung und steigende Abendlast — der Tarif könnte sich erstmals seit März wieder von der Untergrenze lösen
Oktober–Dezember abhängig von der Q4-Festsetzung Neuer Quartalsanker wird Ende September aus den EEX-Futures gebildet
⚠️ Der Termin, auf den es ankommt: Ende September wird der Q4-Quartalsmarktpreis festgesetzt — aus den EEX-Futures-Preisen weniger Handelstage. Dieser Wert bestimmt die Untergrenze für Oktober, November und Dezember. Historisch liegen die Winterwerte höher als die Sommerwerte: Im Winter 2025/26 lag der Tarif bei 8,8 bis 9,2 ct/kWh. Ob sich das wiederholt, entscheidet sich an der Terminmarktlage Ende September — und die hängt an Gasnotierungen, Netzsituation und geopolitischer Lage.
💡 Was wir Ihnen empfehlen: Planen Sie für eine mehrjährige Wirtschaftlichkeitsrechnung konservativ mit 6–7 ct/kWh im Jahresmittel. Wer mit 10 oder 12 ct/kWh kalkuliert, rechnet sich die Anlage schön. Den realistischen Ertrag Ihrer geplanten Anlage berechnen Sie mit unserem Wirtschaftlichkeitsrechner.



Berechnung

Wie wird der OeMAG-Einspeisetarif berechnet?

Die OeMAG ist gesetzlich verpflichtet, überschüssigen Solarstrom von PV-Anlagen bis 500 kWp abzunehmen. Der Tarif basiert auf dem Großhandelspreis der Strombörse — nicht auf dem Endkundenpreis. Vier Bausteine:

  • 📈
    Basis: Quartalsmarktpreis der E-Control
    Die E-Control berechnet den arithmetischen Durchschnitt der EEX-Futures-Preise (Phelix-AT Baseload Quarter Futures) der letzten fünf Handelstage des Vorquartals. Achtung: Das sind nicht die Day-Ahead-Spotpreise, sondern Termin-Kontrakte auf zukünftige Stromlieferungen. Q2 2026: 11,967 ct/kWh — Q3 2026: 10,923 ct/kWh, festgesetzt Ende Juni 2026.

  • Abzug Ausgleichsenergie
    Da PV-Strom nicht planbar ist, entstehen der OeMAG Kosten für Regelenergie. 2026 werden für PV 0,408 ct/kWh abgezogen, für Windkraft 0,454 ct/kWh. Seit 2026 gibt es deshalb erstmals getrennte Tarife: Im Juli erhielten PV-Anlagen 6,146 ct/kWh, Windkraftanlagen 6,100 ct/kWh. Der Abzugswert wird jährlich neu festgelegt.

  • 📏
    Ober- und Untergrenze (§ 41 Abs. 2a ÖSG)
    Der Monatswert darf maximal 100 % und mindestens 60 % des Quartalsmarktpreises betragen. Diese Bandbreite verhindert extreme Ausschläge — und schützt PV-Betreiber vor Tagen mit negativen Strompreisen. Seit April 2026 greift dieser Schutzmechanismus durchgehend.

  • 📅
    Monatliche Veröffentlichung im Nachhinein
    Seit 2024 wird der Tarif monatlich rückwirkend festgelegt — der Juli-Tarif also Anfang August. Das macht eine Vorab-Planung schwierig, aber erlaubt eine genaue Abrechnung. Veröffentlichung auf oem-ag.at und eag-abwicklungsstelle.at.

🎯 Der zentrale Mechanismus: Warum der Quartalspreis VORAB festgesetzt wird

Diese Logik ist der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Werte — und sie wird selten klar erklärt:

Der Quartalsmarktpreis nach § 41 Abs. 1 ÖSG wird am Ende des Vorquartals festgesetzt — und gilt dann für die kommenden drei Monate. Berechnet wird er aus den EEX-Futures-Preisen der letzten fünf Handelstage. Das heißt: An wenigen Handelstagen wird ein Wert fixiert, der drei Monate lang gilt — egal, wie sich die echten Strompreise zwischenzeitlich entwickeln.

Konkret in unserem Fall:

  • Ende März 2026: EEX-Futures sind durch die Iran-Krise und Hormus-Blockade aufgebläht — Q2-Marktpreis wird mit 11,967 ct/kWh festgesetzt.
  • April bis Juni 2026: Entspannung in der Golfregion, milde Witterung und rekordhohe PV-Einspeisung in Europa drücken die echten Day-Ahead-Spotpreise durchgehend tief.
  • Ergebnis: Die Untergrenze lag mit 6,772 ct/kWh drei Monate lang über den realen Spotpreisen. Der Mechanismus griff in allen drei Q2-Monaten.
  • Ende Juni 2026: Die Futures haben sich beruhigt — der Q3-Marktpreis wird mit 10,923 ct/kWh festgesetzt. Die Untergrenze sinkt auf 6,146 ct/kWh.
  • Juli 2026: Der Tagesmarkt ist unverändert schwach — der Tarif folgt der neuen Untergrenze exakt nach unten. Betreiber verlieren 9,2 %, ohne dass sich am Markt etwas geändert hätte.

Die Konsequenz für PV-Betreiber: Je nervöser die Märkte am letzten Handelstag des Vorquartals sind, desto höher die Untergrenze für die nächsten drei Monate. Was wie eine glückliche Fügung wirkt, ist tatsächlich ein Symptom: Der Spotmarkt ist schwächer, als der Quartalswert glauben macht. Und beruhigen sich die Märkte — wie zum Q3 geschehen — sinkt der Mindesttarif entsprechend. Ihr Einspeiseertrag hängt damit an einer Momentaufnahme des Terminmarkts, nicht an Ihrer Anlage.



Historik

Tarif-Verlauf 2024–2026: der ehrliche Blick

Wer die Entwicklung der letzten Monate verfolgt, sieht ein klares Muster: Der Tarif schwankt monatlich stark, aber der Trend zeigt nach unten. Die Energiekrise von 2022 (51,43 ct/kWh!) ist ein historischer Ausreißer — die heutige Realität sieht anders aus.

Zeitraum OeMAG Einspeisetarif Tendenz Anmerkung
Q4 2022 (Rekord) 51,43 ct/kWh ▲ Extrem §41-Quartalsmarktpreis (vor Modellwechsel 2024) — Energiekrise
Q2 2024 7,76 ct/kWh ▼ Normalisiert Rückkehr in den langfristigen Korridor
Dezember 2024 8,70 ct/kWh ▲ Leicht steigend Typisches Winterhoch
Jänner 2026 8,842 ct/kWh ▲ Stabil hoch Winterhoch, vergleichbar zu Dezember 2024
Februar 2026 8,457 ct/kWh ▼ Leicht fallend Saisonale Beruhigung
März 2026 5,720 ct/kWh ▼▼ Stark gefallen −32 % — frühe PV-Einspeisung drückt Day-Ahead-Preise
April 2026 6,772 ct/kWh ▲ Gestiegen +18 % — Untergrenze greift erstmals 2026
Mai 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Zweiter Monat auf dem Mindesttarif
Juni 2026 6,772 ct/kWh ■ Untergrenze Dritter Monat in Folge — gesamtes Q2 zum Mindesttarif
Juli 2026 6,146 ct/kWh ▼ Neue Untergrenze −9,2 % — vierter Monat auf dem Mindesttarif, jetzt auf Q3-Basis
📊 Was die Zahlen sagen: Der durchschnittliche Tarif der letzten vier Monate liegt bei rund 6,6 ct/kWh, im gesamten bisherigen Jahr 2026 bei rund 6,9 ct/kWh. Wer in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung mit 10 oder 12 ct/kWh kalkuliert hat, korrigiert besser. Die mittelfristige Realität ist niedriger — und genau deshalb wird Eigenverbrauch noch wichtiger.
💡
Aha-Moment: Der Sprung von März (5,720) auf April (6,772) wirkte wie eine Erholung — war aber nur das Ergebnis der quartalsweisen Neufestsetzung des §41-Marktpreises. Zum Q3 ist das Gegenteil passiert: Der niedrigere Quartalswert hat den Mindesttarif auf 6,146 ct/kWh gedrückt. In beiden Fällen hat sich am tatsächlichen Strommarkt nichts geändert. → Mechanismus im Detail nachlesen



Vergleich

OeMAG vs. Energieversorger vs. Energiegemeinschaft

Die OeMAG ist nicht der einzige Abnehmer für Ihren PV-Überschuss. Drei Alternativen — jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen:

Anbieter Tarif Juli 2026 Bedingung Vorteil
OeMAG (Marktpreismodell) 6,146 ct/kWh Keine — gesetzliche Abnahmepflicht Kein Strombezugsvertrag nötig, unabhängig vom Lieferanten
Wien Energie (SonnenStrom) variabel (ÖSPI) Strombezug bei Wien Energie Oft etwas höher als OeMAG, einfache Abwicklung
EVN, KELAG, Energie Burgenland variabel Stromkunde beim jeweiligen EVU Regional günstigere Bezugspreise möglich
Energiegemeinschaft oft 10–15 ct/kWh Mitgliedschaft, Nähe-Kriterium Höchste Vergütung, regionaler Beitrag
Unsere Empfehlung: Für einfachste Abwicklung ohne Vertragsbindung ist die OeMAG die sichere Wahl. Wer bereits Stromkunde bei einem EVU ist, sollte dessen Tarif vergleichen. Die höchste Vergütung erzielen Sie meistens in einer Energiegemeinschaft — bei einem OeMAG-Tarif von 6,146 ct/kWh kann der Unterschied inzwischen mehr als das Doppelte betragen.



Wirtschaftlichkeit

Eigenverbrauch vs. Einspeisung: Die ehrliche Rechnung

Genau hier wird die Untergrenze interessant. Solange der OeMAG-Tarif bei gut 6 ct/kWh klebt, während Sie für Strom vom Netz 29 ct/kWh zahlen, ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde fast fünfmal so wertvoll wie eine eingespeiste. Mit dem Juli-Rückgang hat sich dieses Verhältnis weiter verschoben — im Juni lag es noch bei gut 4×. Das ist nicht akademisch — das ist die zentrale wirtschaftliche Frage Ihrer Anlage.

Einspeisung ins Netz
≈ 6,15 ct/kWh
Was die OeMAG zahlt

vs.
Eigenverbrauch
≈ 29 ct/kWh
Was Sie vom Netz sparen

🧮 Rechenbeispiel: 10 kWp Anlage in Wien, 4-Personen-Haushalt mit ~4.500 kWh Verbrauch, 9.000 kWh Jahresertrag

Szenario A: Ohne Speicher (30 % Eigenverbrauch)

Eigenverbrauch (30 %, 2.700 kWh × 29 ct) 783 €/Jahr
Einspeisung OeMAG (70 %, 6.300 kWh × 6,15 ct) 387 €/Jahr
Gesamtertrag: 1.170 €/Jahr

Szenario B: Mit 10-kWh-Speicher (70 % Eigenverbrauch)

Eigenverbrauch (70 %, 3.150 kWh* × 29 ct) 914 €/Jahr
Einspeisung OeMAG (Rest 5.850 kWh × 6,15 ct) 360 €/Jahr
+ Eingesparter Netzbezug durch Speicher-Nutzung am Abend +700 €/Jahr
Gesamtertrag: ca. 1.975 €/Jahr

→ Mehrwert durch Speicher: ca. 805 €/Jahr
* Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf den Anteil des Verbrauchs, der von PV+Speicher gedeckt wird. Annahmen: Süd-Ausrichtung, 30° Dachneigung, 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch, Einspeisetarif 6,15 ct/kWh (Stand Juli 2026). Bei kleineren Haushalten (z. B. 2 Personen / 2.500 kWh) ist die Eigenverbrauchsquote mit Speicher eher 50–55 % statt 70 % — die Amortisation verschiebt sich entsprechend auf 6–7 Jahre.

💰 Fazit: Der OeMAG-Tarif ist eine Absicherung — kein Geschäftsmodell. Der Juli-Rückgang zeigt es deutlich: Der Einspeiseertrag sank um 9,2 %, ohne dass die Anlage schlechter gelaufen wäre. Der Eigenverbrauchswert dagegen ist stabil, weil er am Bezugspreis hängt. Wer eine PV-Anlage mit Speicher und intelligentem Energiemanagement kombiniert, macht sich von diesem Mechanismus unabhängig.



Batteriespeicher

Lohnt sich ein Batteriespeicher konkret?

Die Speicher-Rechnung wird oft kompliziert dargestellt — dabei ist sie eigentlich einfach. Hier der ehrliche Blick auf Investition, Förderung und Amortisation für einen typischen 10-kWh-Speicher:

10-kWh-Speicher (z. B. Huawei LUNA2000) inkl. Montage~6.000 €
− EAG-Förderung (150 €/kWh × 10 kWh)− 1.500 €
Netto-Investition~4.500 €
Bei 805 € Mehrertrag/Jahr → Amortisation~5,6 Jahre

Bei einer technischen Lebensdauer von 12–15 Jahren bleiben nach Amortisation 6–9 Jahre mit positivem Cashflow (abzüglich kleinerer Wartungskosten und ggf. Wechselrichtertausch nach ~10 Jahren). Die Werte gelten für einen 4-Personen-Haushalt mit ~4.500 kWh Verbrauch. Bei kleineren Haushalten verschiebt sich die Amortisation entsprechend.

🔋 Schon ein E-Auto? Dann kann es einen stationären Speicher teilweise oder ganz ersetzen: Beim bidirektionalen Laden dient die Fahrzeugbatterie als Pufferspeicher für Ihren PV-Überschuss — mit deutlich größerer Kapazität als ein typischer Heimspeicher. → Mehr zum bidirektionalen Laden (E-Auto als Speicher)

FÜR GEWERBEBETRIEBE 2026

Warum Batteriespeicher für Gewerbe jetzt strategisch werden

Die Marktentwicklung der letzten Monate zeigt es eindeutig: Der Strommarkt verändert sich strukturell. Wer jetzt noch ausschließlich auf Einspeisevergütung setzt, optimiert auf die Vergangenheit. Drei Trends machen den Speicher zur entscheidenden Komponente:

  • 1
    Negative Strompreise werden Alltag. 2026 erwartet die Branche bis zu 800 Stunden mit negativen Spotpreisen. Wer in diesen Stunden einspeist, bekommt mit der Untergrenze nur den Mindestbetrag.
  • 2
    Der OeMAG-Tarif klebt an der Untergrenze — und die sinkt. Selbst verbrauchter Strom ist mit ~29 ct/kWh inzwischen fast 5× wertvoller als jede eingespeiste Kilowattstunde.
  • 3
    Lastspitzen kosten Gewerbe richtig Geld. Netzentgelte werden zunehmend leistungsbasiert berechnet — ein gewerblicher Speicher kappt Spitzen automatisch und amortisiert sich oft allein über Netzkosten-Einsparung.

💡 Die strategische Frage: Nicht mehr „Lohnt sich PV?“, sondern „Wie groß muss mein Speicher sein, damit ich vom volatilen Strommarkt unabhängig werde?“

Gewerblicher Batteriespeicher neoom Blokk — installiert von photovoltaik-service.at

Referenzanlage
Gewerbespeicher (neoom Blokk) — modular skalierbar von 50 kWh bis MWh

+805 €
Mehrertrag/Jahr (10 kWp privat)
5,6 J.
Amortisation nach Förderung
70 %
Eigenverbrauch (statt 30 %)
150 €/kWh
EAG-Förderung Speicher 2026



Energiemanagementsystem neoom connect AI für Eigenverbrauchsoptimierung

Energiemanagement-System
neoom connect AI — automatisierte Lastverschiebung und Speichersteuerung in Echtzeit

EIGENVERBRAUCH MAXIMIEREN

Energiemanagement: Der unterschätzte Schlüssel

Ein Speicher allein reicht nicht. Wer den Eigenverbrauchsanteil von 30 % auf 70 % oder mehr heben will, braucht Steuerung. Genau das leistet ein modernes Energiemanagementsystem (EMS) — und zwar so, dass es sich oft schneller amortisiert als der Speicher selbst:

  • 1
    Lasten verschieben statt nur speichern. Wärmepumpe, E-Auto, Boiler, Geschirrspüler — ein EMS startet sie automatisch dann, wenn die PV-Anlage Überschuss produziert. Statt Strom für 6,15 ct einzuspeisen, ersetzt jede selbst verbrauchte kWh teuren Netzbezug zu 29 ct. Hebel: fast 5×.
  • 2
    Dynamische Tarife optimal nutzen. Wer einen Spotpreis-basierten Stromvertrag hat, kann mit einem EMS automatisch in den günstigsten Stunden Netzstrom beziehen oder den Speicher laden — und zu Hochpreis-Zeiten gezielt entladen.
  • 3
    Prognose statt Reaktion. KI-basierte Systeme wie neoom connect AI lernen Verbrauchsmuster, berücksichtigen Wettervorhersagen und planen Lade-/Entladezyklen vorausschauend.

💡 Die Rechnung wird klar: Speicher allein hebt den Eigenverbrauch typisch von 30 % auf ~55 %. Mit EMS sind 70–80 % realistisch. Der Unterschied entspricht oft 200–400 € zusätzlichem Mehrertrag pro Jahr — bei einem EMS-Investment von 1.500–3.000 € amortisiert sich das in 4–8 Jahren.

30 % → 75 %
Eigenverbrauchsquote mit EMS + Speicher
+200–400 €
Zusätzlicher Mehrertrag/Jahr durch EMS
4–8 J.
EMS-Amortisation (reine EMS-Kosten)
vollautom.
Steuerung von Speicher, Wärmepumpe, E-Auto



Anmeldung

So melden Sie sich bei der OeMAG an

  • 1
    Einspeisezählpunkt beim Netzbetreiber beantragen
    Der Netzbetreiber meldet Ihre Anlage bei der OeMAG an — das läuft in der Regel automatisch über den Netzbetreiber. Alternativ kann die Anmeldung auch über die EAG-Abwicklungsstelle erfolgen.

  • 2
    Marktpreisvertrag beantragen (optional)
    Wer aktiv zur OeMAG wechseln oder von einem anderen Anbieter wechseln möchte, stellt einen Antrag über das Ticketsystem der OeMAG. Bearbeitungszeit: 2–4 Wochen. Verträge laufen bis längstens 31.12.2030.

  • 3
    Jährliche Abrechnung
    Die Einspeisemenge wird meist einmal jährlich vom Netzbetreiber abgelesen und an die OeMAG übermittelt. Im Folgemonat erhalten Sie eine Gutschrift. Bei monatlicher Ablesung gibt es monatliche Gutschriften.

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Wir übernehmen die OeMAG-Anmeldung für Sie

Von der Zählpunkt-Beantragung bis zur Registrierung in der Herkunftsnachweisdatenbank — wir kümmern uns um die komplette Abwicklung. Sie müssen sich um nichts kümmern.

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Häufige Fragen

FAQ: OeMAG-Einspeisetarif Österreich

Wie hoch ist der aktuelle OeMAG-Einspeisetarif 2026?
Der OeMAG-Einspeisetarif für Juli 2026 beträgt 6,146 ct/kWh — ein Rückgang um 9,2 % gegenüber Juni (6,772 ct/kWh). Der Tarif wird monatlich aktualisiert. Basis ist der §41-Quartalsmarktpreis der E-Control (Q3 2026: 10,923 ct/kWh) abzüglich Ausgleichsenergiekosten von 0,408 ct/kWh für PV. Seit April greift die gesetzliche Untergrenze von 60 % des Quartalsmarktpreises — der ausgezahlte Wert ist damit ein Mindesttarif, nicht der reale Day-Ahead-Mittelwert. Aktuelle Werte immer unter oem-ag.at.

Warum liegt der Juli-Tarif genau bei 6,146 ct/kWh?
Weil die Untergrenze nach § 41 Abs. 2a ÖSG greift: Der OeMAG-Tarif darf nicht unter 60 % des Quartalsmarktpreises (abzüglich Ausgleichsenergie) fallen. Q3-Marktpreis: 10,923 ct/kWh × 60 % = 6,554 ct/kWh − 0,408 ct/kWh Ausgleichsenergie = 6,146 ct/kWh. Die tatsächlichen Day-Ahead-Preise lagen im Juli unter dieser Schwelle.

Warum ist der Tarif im Juli gesunken?
Nicht weil der Strommarkt schwächer wurde, sondern weil der Quartalsanker neu gesetzt wurde. Der Q2-Marktpreis war mit 11,967 ct/kWh durch die Iran-Krise überhöht; der Q3-Wert fiel mit 10,923 ct/kWh um rund 9 % niedriger aus. Da der Tarif seit April durchgehend auf der Untergrenze liegt, ist er dieser Absenkung eins zu eins gefolgt. Der Tagesmarkt war in beiden Quartalen gleich schwach.

Was bedeutet „Untergrenze greift“ für meine Abrechnung?
Konkret: Sie bekommen mehr ausgezahlt, als der reine Tagespreis hergeben würde. Ohne Untergrenze läge der Einspeisetarif derzeit vermutlich bei 4–5 ct/kWh. Der gesetzliche Schutzmechanismus aus dem Ökostromgesetz federt dieses Risiko ab. Wermutstropfen: Solange die Untergrenze greift, ist klar, dass die echten Day-Ahead-Spotpreise schwach sind — und dass Ihr Ertrag an einer Quartalsfestsetzung hängt statt am Markt.

Wie geht es ab August 2026 weiter?
Die Untergrenze von 6,146 ct/kWh gilt noch für August und September, weil der Q3-Quartalsmarktpreis bis Ende September Bestand hat. Für August ist ein Verbleib auf der Untergrenze wahrscheinlich, im September könnte der Tarif mit sinkender PV-Einspeisung erstmals seit März wieder darüber steigen. Der nächste entscheidende Termin ist die Q4-Festsetzung Ende September — sie bestimmt die Untergrenze für Oktober bis Dezember.

Ist die OeMAG verpflichtet, meinen Strom abzunehmen?
Ja — die OeMAG ist gesetzlich zur Abnahme von Strom aus PV-Anlagen bis 500 kWp verpflichtet, zum jeweils gültigen Einspeisetarif (Auszahlungswert nach § 41 Abs. 2a ÖSG). Das gilt sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen.

Lohnt sich Einspeisung oder besser Eigenverbrauch?
Eigenverbrauch lohnt sich deutlich mehr: Der OeMAG-Tarif liegt aktuell bei 6,146 ct/kWh, der Strombezugspreis in Wien bei ca. 29 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte kWh spart also fast fünfmal so viel wie eine eingespeiste einbringt — Tendenz weiter steigend. Eine PV-Anlage sollte daher primär auf Eigenverbrauch ausgelegt werden; mit Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von ca. 30 % auf 60–80 %. Konkrete Berechnung: Wirtschaftlichkeitsrechner.

Gibt es unterschiedliche Tarife für PV und Windkraft?
Ja, seit 2026. Vom Marktpreis werden die durchschnittlichen Ausgleichsenergie-Aufwendungen des Vorjahres abgezogen — für Photovoltaik 0,408 ct/kWh, für Windkraft 0,454 ct/kWh. Daraus ergibt sich eine konstante Differenz von 0,046 ct/kWh. Im Juli 2026 erhielten PV-Anlagen 6,146 ct/kWh, Windkraftanlagen 6,100 ct/kWh. Bis 2025 gab es einen einheitlichen Wert für alle Energieträger.

Kann ich von der OeMAG zu einem anderen Anbieter wechseln?
Ja — Sie können jederzeit zu einem EVU (z. B. Wien Energie, EVN, KELAG) wechseln, sofern Sie dort Stromkunde sind. Ein Wechsel zurück zur OeMAG ist nach einem Tarifverzicht frühestens nach 12 Monaten möglich. Das Formular muss mindestens 4 Wochen vor dem gewünschten Stichtag bei der OeMAG einlangen.

Wann wird der Einspeisetarif ausgezahlt?
Die Einspeisemenge wird meist einmal jährlich vom Netzbetreiber abgelesen und im Folgemonat von der OeMAG als Gutschrift ausgezahlt. Bei monatlicher Ablesung gibt es monatliche Gutschriften.

Wie hoch war der Einspeisetarif 2022?
Im Ausnahmejahr 2022 erreichte der §41-Quartalsmarktpreis in Q4 historische 51,43 ct/kWh — bedingt durch die Energiekrise. Achtung: Vor 2024 galt ein anderes Modell — der Auszahlungswert war direkt der §41-Quartalsmarktpreis abzüglich Abschlägen, ohne Day-Ahead-Korridor. Erst seit 2024 wird der Einspeisetarif aus dem Day-Ahead-Monatsmittel innerhalb eines 60–100 %-Korridors ermittelt.



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